Kommentar Fehlende Bademeister: Wir müssen uns dauerhaft auf Mangel einstellen

Unser Leben steht Kopf. Den Kopf in den Sand zu stecken, sollten wir trotzdem vermeiden.
Unser Leben steht Kopf. Den Kopf in den Sand zu stecken, sollten wir trotzdem vermeiden.

Wenn wir wollen, dass unser Leben auch so bleibt, wie es lange Zeit war, müssen wir selbst etwas dafür tun.

Man kann die Klage darüber, dass es keine Auszubildenden und kein Personal mehr gibt, eigentlich nicht mehr hören. Denn es ist unglaublich frustrierend, keine Lösungen für ein Problem zu haben, das alle Bereiche des Lebens betrifft: Es gibt zu wenig Ärztinnen und Pfleger in den Krankenhäusern, zu wenig Metzgereifachverkäuferinnen, zu wenig Bademeister, zu wenig Fahrdienstleiter bei der Bahn und zu wenig Restaurantfachleute. Wir müssen uns an ein Leben gewöhnen, das – im Vergleich zu früher – als ein Leben mit Mangel wahrgenommen werden kann. Vielleicht könnten wir uns alle ein Beispiel an den Ehrenamtlichen der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft nehmen: Wenn wir wollen, dass unser Leben auch nur ansatzweise so bleibt, wie es lange Zeit war, müssen wir selbst etwas dafür tun.

Eine Sache sollte im Zusammenhang mit öffentlichen Bädern nicht vergessen werden: In Deutschland lebt jedes fünfte Kind in Armut. Diese Kinder werden in den Sommerferien weder ans Mittelmeer noch an die Nordsee fahren. Schwimmbäder sind eine der wenigen Möglichkeiten, wo sie für vergleichsweise wenig Geld ein wenig Freizeitspaß haben können. Die Kommunen und die Werke haben hier eine große soziale Verantwortung – auch, wenn der Betrieb von kommunalen Bädern immer ein Zuschussgeschäft bleiben wird.

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