Zweibrücken Zur Sache: Die größte Eule der Erde

Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte lebende Eulenart der Erde. In Deutschland ansässige Männchen wiegen nach Informationen des Naturschutzbundes im Schnitt fast 1900 Gramm, die Weibchen 2600 Gramm. Die Flügel-Spannweite der um ein Drittel kleineren Männchen beträgt etwa 1,60 Meter, die der Weibchen 1,70 Meter. Beide Geschlechter tragen ein braunes Gefieder mit dunkler Längs- und Querzeichnung und auffällig verlängerte Kopffedern. Im Flug sind die abgerundeten Flügel und die helle Bauchunterseite gut erkennbar. Das Tier wird auch Adlereule genannt, nach der englischen Bezeichnung „Eagle Owl“. Denn Gewicht und Flügel-Spannweite entsprechen fast den Maßen des Steinadlers, der als Taggreifvogel eine ähnliche ökologische Nische besetzt wie der Uhu als nachtaktiver Jäger. Auf den ersten Blick ähneln Waldkauz und Waldohreule dem Uhu. Eindeutig identifizierbar ist der Uhu – dessen engste Verwandte die nordeuropäische Schneeeule (Bubo scandiaca) ist – durch seine Größe und die massige Gestalt. Ebenso charakteristisch ist sein Balzruf: Das dumpfe „Buhoo“ des Männchens und das hellere „Uhju“ sind weit zu hören. Sie dienen ganzjährig der Revierabgrenzung. Der Uhu jagt Mäuse und Ratten, gelegentlich Igel, Kaninchen und Feldhasen, aber auch Vögel bis zur Größe eines Bussards. Fische und Amphibien munden ihm ebenfalls. Der Greifvogel kann seine Beute im Flug wegtragen, selbst wenn die Tiere bis zu zwei Drittel seines Körpergewichts aufbringen. Seine Jagd nimmt der Uhu in der Abenddämmerung auf. Nach Mitternacht legt er eine Pause ein, um später bis zur Morgendämmerung fortzufahren. Raben, Krähen und Tauben kann der Uhu im Flug einholen. Er ist aber auch wendig genug, sie in dichtem Baumbestand zu verfolgen. Selbst am Boden ist er ein geschickter Jäger, der sich mit weit ausholenden Schritten fortbewegt und so eine flüchtende Maus einholen kann. Noch vor 20 Jahren kam der Uhu in Mitteleuropa fast nur in Mittelgebirgen und den Alpen vor. Das lag unter anderem daran, dass ihn die Menschen verfolgt haben. Inzwischen besiedelt der Vogel wieder das Flachland. Sein typisches Revier ist etwa 40 Quadratkilometer groß. Paare bilden sich während der Herbstbalz im Oktober und November. Mit dem Brüten beginnen die Tiere spätestens im März. Üblicherweise schlüpfen – nach einer Bebrütung von gut einem Monat – drei, manchmal auch vier oder fünf Jungvögel. Flugfähig sind sie mit etwa zehn Wochen. Das Nest verlassen die Jungen aber schon früher. Selbst nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel von den Alten versorgt, bis sie im August selbstständig sind. In Deutschland gibt es derzeit rund 850 Uhu-Paare. Gesichert ist der Bestand nicht, zumal Verluste durch Stromschlag ebenso vorkommen wie Störungen an den Brutplätzen durch Wanderer oder Kletterer. Wer den Uhu schützen möchte, lässt ihn am besten in Ruhe, sagen Experten.
