Zweibrücken Zehn Uhu-Paare nisten in der Südwestpfalz

Auffällig: Markenzeichen des Uhus sind neben seiner Größe die orange-gelben Augen und die langen Federn darüber.
Auffällig: Markenzeichen des Uhus sind neben seiner Größe die orange-gelben Augen und die langen Federn darüber.

Zwischen Zweibrücken, Pirmasens und Waldfischbach nisten etwa zehn Uhu-Paare. Gefahr besteht für die Tiere vor allem beim Brüten.

Übersehen kann man sie kaum, die größte Eule Europas. Dennoch wurde das Vorkommen des Uhus auf der Gemarkung der Gemeinden Käshofen und Großbundenbach erst durch Pläne zum Bau von Windrädern öffentlich. Die Windräder werden wohl nicht kommen. Das allein bedeutet jedoch keine Garantie für den hiesigen Bestand des Felsbrüters, der in der Region Südwestpfalz etwa zehn Brutpaare umfasst.

Unter strengem Schutz

„Wo die genauen Nistplätze sind, wird niemand preisgeben“, heißt es vonseiten des Zweibrücker Naturschutzbunds (Nabu). Zu groß sei das Risiko, die Wiederansiedlung des bis zu 3200 Gramm schweren Tieres mit den auffälligen Federohren zu gefährden. Denn die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Deutschland beinahe ausgerottete Art steht zwar unter strengem Schutz, kehrt dessen ungeachtet aber nur langsam zurück. Vor allem in Gebirgsregionen, aber auch in offene Kulturlandschaften mit kleinräumigen landwirtschaftlichen Nutzungen, mit Heckenzügen und Feldgehölzen. Ausgedehnte Waldgebiete und Agrarsteppen mag der Uhu weniger. Weshalb er sich ausgerechnet am südlichen Rand der Sickinger Höhe wohl fühlt, ist nicht ganz klar. Es könne mit der Zweibrücker Mülldeponie zu tun haben, so die Vermutung des Zweibrücker Naturschutzbunds – die sich mit der Einschätzung von Forstamtsleiter Theodor Ringeisen deckt. Dort, wo in der Umgebung von Ackerflächen Grünschnitt zwischengelagert werde, finde der Uhu reiche Beute. Krähen beispielsweise, aber ebenso Mäuse und andere Kleinsäuger. Auch Saatkrähen aus der Zweibrücker Allee könnten auf dem Speisezettel des Greifs stehen, mutmaßt Ringeisen.

Wiederansiedlungsprojekte im Saarland

„Schon vor dem Krieg war der Uhu aus der Region völlig verschwunden“, erläutert der Forstamtsleiter. Dass der Vogel jetzt wieder da ist, spreche für eine bessere Ernährungsgrundlage. Sein Vater habe ihm vom letzten Horst in den Fasanerie-Ruinen erzählt, berichtet Ringeisen. Zurückgekehrt sei der Uhu Mitte der 1990er Jahre. Wahrscheinlich vom Saarland her kommend, wo es Wiederansiedlungsprojekte gab. Inzwischen ist der massige Vogel mit den großen orange-gelben Augen im gesamten Bereich zwischen Zweibrücken, Pirmasens und Waldfischbach-Burgalben zu finden. Was ihn wieder in die Region lockte, bleibt offen – zumal die Entwicklung in der Landwirtschaft nicht im Sinne des Uhus verlief und viele strukturgebende Landschaftselemente wie etwa Hecken wegfielen. „Es gibt andererseits mehr Brachflächen und unbewirtschaftete Hänge“, sucht Ringeisen eine Erklärung.

Gefahr beim Brüten

Die wesentliche Gefahr für die Uhus bestehe darin, dass sie beim Brüten gestört werden. Die Tiere brüten in Felshöhlen oder Steinbrüchen, im ausgedienten Nest großer Greifvögel, gelegentlich sogar in Gebäuden – oder auf dem Boden, am Fuß großer Bäume. „Das ist bei uns fast die Regel, und da bestehen erhebliche Risiken für die Jungen“, sagt der Forstamtschef. Jäger böten den Uhus durchaus Schutz, versichert Ringeisen. Zu einem ausgerechnet auf einem Jägerhochsitz abgelegten Ei sei ein Uhu-Weibchen vor einiger Zeit aber nicht zurückgekehrt.

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