Fragen und Antworten Wie die Stadt Zweibrücken auf die steigenden Corona-Zahlen reagiert
Wie ist die aktuelle Corona-Lage in Zweibrücken?
Seit Sonntag gilt in Zweibrücken nach dem Corona Warn- und Aktionsplan des Landes die Alarmstufe „Rot“. Am Montag wurden drei weitere Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bestätigt. Ein Corona-Fall geht auf eine Familienfeier zurück. Die Person befand sich bereits in Quarantäne. Bei den zwei anderen Patienten ist nach Mitteilung der Kreisverwaltung noch nicht klar, wo sie sich angesteckt haben. „Beide Patienten werden derzeit im Landstuhler Krankenhaus behandelt“, schilderte Oberbürgermeister Marold Wosnitza im Pressegespräch. Durch die drei weiteren Infektionen steigt der sogenannte Inzidenzwert – dieser gibt die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an – auf nunmehr 83 (Stand Montag, 14.05 Uhr; Vortag 73).
Welche Folgen hat das Infektionsgeschehen für die Zweibrücker?
Die Corona-Taskforce aus Vertretern von Land, Stadt, Polizei, Gesundheitsamt und Co. hat entschieden, dass an privaten Feiern im öffentlichen Raum nur noch maximal 20 Personen teilnehmen dürfen. Damit reagiere man auf die bekannten Infektionsherde, die bei privaten Feiern liegen. Diese Regelung gilt ab Dienstag, 20. Oktober, 0 Uhr, bis vorerst 27. Oktober. Zudem appellierte Wosnitza an die Zweibrücker, Privatfeiern in den eigenen vier Wänden auf maximal zehn Personen aus zwei Haushalten zu beschränken. „Das Virus stoppt nicht an der Wohnungstür“, betonte Wosnitza.
Werden private Feiern kontrolliert?
Nein. „Wir werden im privaten Kontext nicht kontrollieren“, sagte der Oberbürgermeister. Sollte es bei solchen Feiern wegen des Verstoßes gegen die gültigen Hygieneregeln nachweislich zu Infektionen kommen, drohen allerdings Bußgelder.
Am Wochenende fielen eine Handball-, Fußball- und Kegelpartie aus. Müssen Sportvereine derzeit Angst haben, dass Plätze oder Hallen gesperrt werden?
Die Spiele wurden abgesagt, da sich je ein Sportler mit dem Coronavirus infiziert hat. Die neue Allgemeinverordnung sieht nicht vor, dass Sportplätze oder Hallen gesperrt werden.
Wird das Hallenbad trotz der Einstufung zum Risikogebiet geöffnet?
Ja, sowohl der Sauna- als auch der Schwimmbereich werden geöffnet.
Derzeit sind Herbstferien. Bleibt die Herbstschule von den Einschränkungen unangetastet?
Ja. Am Montag startete die zweite Woche der Herbstschule mit 93 Kindern in verschiedenen Gruppen. Dort gelten die für Schulen üblichen Hygieneregeln – zum Beispiel getrennte Pausenzeiten oder das Tragen einer Maske auf den Schulfluren.
In den sozialen Medien gab es eine Diskussion über den verkaufsoffenen Sonntag im Fashion Outlet. Sind auch dort Einschränkungen geplant?
Die Corona-Taskforce sehe derzeit keine Notwendigkeit für Maßnahmen, so der OB. Man sehe hier keinen Zusammenhang zwischen den aktuellen Infektionen und dem Einkauf im Outlet. Auf dem gesamten Gelände müsse eine Maske getragen werden. Zum Vergleich: In der Fußgängerzone gilt die Maskenpflicht nur in Geschäften.
Nach den genannten Familienfeiern mussten zahlreiche Corona-Tests durchgeführt werden. Reichen die Kapazitäten dafür in den Arztpraxen aus?
Bislang habe es in den Arztpraxen keine Engpässe gegeben. Müssen künftig mehr Virenabstriche gemacht werden müssen, könnte binnen kürzester Zeit der Corona-Testcontainer an der Kasernenstraße wieder in Betrieb genommen werden, betonte der Ob. Zudem sei eine Fieberambulanz in Planung. Diese soll in der ehemaligen Zentrale der städtischen Wohnungsbaugesellschaft am Schlossplatz eingerichtet werden.