Zweibrücken / Contwig
Werden bald mehr Tiere weggegeben oder ausgesetzt?
„Wir gehen auf alle Fälle davon aus, dass die Gebührenerhöhung der Tierärzte sich finanziell auf uns auswirken wird“, sagt Katja Bösel vom Zweibrücker Tierheim. Auf Anfrage erläutert die stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins, dass man die Preissteigerungen erst aus der nächsten Tierarzt-Monatsabrechnung genau werde ableiten können. „Teurer wird’s für uns auf alle Fälle“, schätzt Bösel, „denn wir müssen ja dasselbe bezahlen wie Privatkunden. Tierärzte dürfen Teile ihrer Gebühren zwar wieder ans Tierheim spenden. Aber wie das genau aussieht, muss sich erst zeigen.“
Finanziell wisse man im Zweibrücker Tierheim derzeit nicht, was die Zukunft bringt, so Katja Bösel. „Die Gebührenerhöhung ist ja noch ganz frisch. Da können wir auch noch nicht sagen, ob die Leute demnächst vermehrt ihre Haustiere bei uns abgeben, weil sie die höheren Tierarztpreise nicht bezahlen wollen.“
Tierretter planen Konzert und Weihnachtsmarktstand
Kai Harstick, Vorsitzender des Vereins Tierrettung Contwig: „Bisher zahlten Hundebesitzer 13,47 Euro bei einfacher Abrechnung, Katzenhalter 8,98 Euro. Jetzt gibt es bei diesen Kosten keine Unterscheidung mehr. Künftig berechnen die Tierärzte für beide Tiere 23,62 Euro.“ Dies werde sich jetzt auch bei den Einsätzen der Tierretter bemerkbar machen. Die Folge, so Harstick, seien „noch mehr ausgesetzte Tiere. Auch in der kalten Winterzeit schreckt es skrupellose Menschen nicht ab, Tiere auszusetzen.“ Viele von diesen überlebten das nicht oder seien danach so schwer verletzt, dass sie vom Tierarzt eingeschläfert werden müssen. Harstick: „Auch diese hohen Kosten werden in vollem Umfang dem Verein Tierrettung/Fahrservice für alle Tiere Saar-Pfalz in Rechnung gestellt. Tierheime erhalten Unterstützung durch Kommunen, die Tierrettung nicht.“
Daher organisiert der Verein ein Benefizkonzert am 17. Dezember, 18.30 Uhr, in der Contwiger Lutherkirche und einen Stand beim Zweibrücker Weihnachtsmarkt, um Geld in die Kasse zu bekommen.
