Zweibrücken / Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn der Computer denkt, das Freibad wäre voll, obwohl gar keiner mehr da ist

Im Contwiger Freibad – hier ein Foto vom Mai 2013 – werden Ein- und Auslass mit Armbändchen geregelt.
Im Contwiger Freibad – hier ein Foto vom Mai 2013 – werden Ein- und Auslass mit Armbändchen geregelt.

In der Comedy-Serie „Little Britain“ gab es die Sachbearbeiterin Carol Beer, die die Anliegen ihrer Kunden immer mit den Worten „Computer sagt nein“ abbügelte. Das konnte bisher auch im Zweibrücker Freibad passieren: Das Bad ist völlig leer, und der Computer lässt trotzdem keinen rein. Nun soll sich das ändern. Im Contwiger Freibad geht es ganz ohne Computer.

Bislang wurde im Zweibrücker Freibad nur registriert, wenn jemand das Bad betrat. Austritte wurden nicht erfasst. Mit einem neuen Auslogg-System sollen Tickets nun digital zurückgegeben und für den nächsten Gast frei werden. In Contwig macht man das ganz einfach mit Armbändchen.

Der Nachteil des bisherigen Systems im Zweibrücker Freibad: Hatte jemand online ein Ticket gebucht, hielt sich aber nur kurze Zeit im Bad auf, war das Ticket trotzdem weg, weil es kein System gab, das den Austritt aus dem Bad registriert hätte. Bis hin zu der grotesken Situation, dass Badegäste mit Blick auf ein schon sichtlich geleertes Bad bei einem Spontanbesuch nicht eintreten durften, weil der Computer sagte, alle Tickets seien ausverkauft.

Das soll nun besser werden. Dafür haben sich die Stadtwerke ein Abmelde-System überlegt, das ab Montag getestet werden soll. Henning Braun, Leiter Vertrieb und Energiebeschaffung und zuständig für die Webseiten der Stadtwerke: „Wenn sich jemand ausgebucht hat, wird in Zukunft automatisch ein Platz frei, und jemand anderes kann sich ein Ticket kaufen. Das macht wirklich Sinn, weil manche nur zwei Stunden im Bad sind und dann heimgehen.“ Das Ausloggen beruhe auf freiwilliger Basis, am Ausgang soll dafür ein iPad zur Verfügung stehen, so Braun. Ob die Technik dann auch so wie angestrebt funktioniere, werde sich Anfang nächster Woche zeigen, sagt Braun. Dann beginne die Testphase.

Bislang gab es über ein Zweischicht-System vormittags und nachmittags Eintritt mit einer Stunde Mittagsreinigungspause und Zutritt für jeweils 300 Gäste. An den heißen Sommertagen diese Woche sei es tatsächlich mehrfach vorgekommen, so Braun, dass nachmittags alle Tickets weg waren. Gerade mit Blick auf die Sommerferien hoffe man mit dem neuen System, im Laufe eines Tages mehr Badefreudigen Zutritt zum kühlen Nass verschaffen zu können. Ab Samstag ist das Bad durchgehend von 10 bis 19 Uhr und für 700 Besucher gleichzeitig geöffnet.

Weiterer Punkt, an dem die Stadtwerke arbeiten wollen: Derzeit ist es technisch noch möglich, sich kurz vor 18 Uhr online ein Ticket zu buchen. Wer dies nicht direkt an der Kasse macht, sondern zu Hause und wenige Minuten nach 18 Uhr eintrifft, steht vor verschlossenen Türen; letzter Einlass ist um 18 Uhr. „Über diese Regelungen muss nochmals gesprochen werden. Entweder man kann die Tickets nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit buchen, oder aber wir verlängern den Einlass ein bisschen. Wir finden da eine Lösung“, ist Braun zuversichtlich.

Im Contwiger Freibad werden Zu- und Austritt analog geregelt: Jeder Gast erhält beim Kommen an der Kasse ein Armbändchen, das er dort wieder abgeben muss, wenn er geht. „So wie die Armbänder abgegeben werden, können auch wieder neue Leute rein. Die Bänder werden natürlich desinfiziert“, sagt Schwimmmeisterin Jutta Döring. Dieses System habe sich bewährt, genauso wie der Ticketverkauf an der Kasse: „Die Leute finden das gut. Das ist doch besser als online. Wenn ich mir da montags ein Ticket für mittwochs buche und es regnet oder ich habe Kopfweh, ist das Geld weg.“

Das Kontaktformular, das man bei Eintritt vorlegen muss, kann man sich laut Döring im Internet herunterladen und zu Hause ausfüllen und mitbringen oder aber vor Ort an der Kasse. Auch damit gebe es keine Probleme. Es gelte das Rotationsprinzip, und mit der Anzahl der zulässigen Badegäste sei immer die Anzahl der Gäste gemeint, die sich gleichzeitig im Bad aufhalten dürfen, betont Döring. Ab Samstag, 26. Juni, dürfen auch in Contwig 700 Leute durchgehend von 10 bis 19 Uhr ins Bad.

x