Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Weinköniginnen und Co.: Tradition ist kein Totschlagargument

Auch Kreuzzüge waren mal Tradition. Dennoch werden sie heute nicht mehr durchgeführt.
Auch Kreuzzüge waren mal Tradition. Dennoch werden sie heute nicht mehr durchgeführt.

„Tradition bezeichnet die Weitergabe von Handlungsmustern, Überzeugungen, Glaubensvorstellungen oder Anderem oder das Weitergegebene selbst.“ Steht so bei Wikipedia, kann man so stehenlassen. Tradition bedeutet nicht, dass besagte Handlungsmuster etc. für immer in Stein gemeißelt sind. So hat etwa die Kirche dann doch irgendwann auf die Tradition der Kreuzzüge verzichtet, Gottseidank. Apropos Kirche: Der Essener Bischof Overbeck hat in seiner Neujahrspredigt etwas Gutes zur Tradition gesagt. Sie sei „nicht einfach ein festgeschnürtes Paket, das wir unveränderlich durch alle Zeiten tragen“, sondern müsse immer wieder neu gedeutet werden, um verständlich zu bleiben. Dabei müsse man natürlich nicht jedem Trend nachrennen, meinte er noch sinngemäß. Kann man so stehenlassen. Tradition ist schön und wichtig, aber kein Totschlagargument für oder gegen alles Mögliche.

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