Zweibrücken Warum Skilift in Fasanerie auf jeden Fall erhalten bleibt

Vorsitzender Klaus Dreller, Hüttenwart Martin Haupenthal, Kassiererin Corinna Kau, Vorstandsmitglied Martina Stegner-Legner und
Vorsitzender Klaus Dreller, Hüttenwart Martin Haupenthal, Kassiererin Corinna Kau, Vorstandsmitglied Martina Stegner-Legner und der Zweite Vorsitzende Peter Michel (von links)

Der Zweibrücker Skiclub betreibt einen der letzten Skilifte der Region. Der war zuletzt 2019 angeworfen worden – für zwei Tage. Jetzt war wieder was los.

Rund 190 Mitglieder hat der Club. In der Corona-Zeit musste er mit Mitgliederschwund kämpfen, die Zahlen haben sich inzwischen aber stabilisiert. Für Samstag, 14. Januar, war eine Ski-Opening Party an der Hütte geplant. Mit DJ Rudi, Chili con Carne und Getränken wollte sich der Skiclub 1965 Zweibrücken auf die Saison und die Skifahrten einstimmen, die er organisiert. Doch das Ski-Opening musste abgesagt werden: Das Wetter war zu ungemütlich, bedauert Vorstandsmitglied Martina Stegner-Legner.

Am Samstag, 21. Januar, nach dem überraschenden Schneefall Freitagnacht, haben Skiclub-Mitglieder die Piste auf dem Vereinsgelände präpariert. Mit ihren Skiern traten sie den Schnee platt, damit die Grasnarbe nicht beschädigt wird. Um diese zu schonen, dürfen übrigens Schlittenfahrer die Skipiste nicht nutzen. Am Samstagmorgen war der Lift in Betrieb, blieb über Mittag abgeschaltet, um dann ab 16 Uhr noch mal in Betrieb zu gehen. Beim Skiclub hatte man auf ein abendliches Skierlebnis unter Flutlicht gehofft, doch die Flutlichtanlage versagte – so musste man ab 18 Uhr wieder schließen. Am Sonntag hatten die meisten Clubmitglieder andere Verpflichtungen, sodass der Lift trotz Schnees ausgeschaltet blieb. „Jetzt haben wir mal Schnee, und wir sind alle nicht da“, sagte Martina Stegner-Legner enttäuscht. Für Montag hatte sie zwar wieder Liftbetrieb ab 15 Uhr angekündigt, doch da war der Wochenendschnee schon weitgehend geschmolzen.

Einst drei Lifte in der näheren Region

Vor über 30 Jahren hatten Skifahrer in der Region die Wahl. Skilifte gab es an der Kirrberger Ski- und Wanderhütte, am Wörschweilerhof sowie eben in der Fasanerie. Dort hatte der Club im Jahr 1982 eine Hütte und einen gebrauchten Skilift von 1962 aus Bayern aufgebaut. „Der funktioniert immer noch, und Flutlicht haben wir auch“, sagt Hüttenwart Martin Haupenthal. Als es 2020 ein paar Tage schneite, war Skifahren am Hang möglich, aber kein Liftbetrieb – wegen Corona.

Am Samstag war der Lift endlich mal wieder in Betrieb.
Am Samstag war der Lift endlich mal wieder in Betrieb.

Wer heute außer in Zweibrücken in der Region Skifahren will – Schnee vorausgesetzt –, der muss laut dem SC-Vorsitzenden Klaus Dreller zur Katzenhalde nach Queidersbach fahren. Der Zweibrücker Lift ist der einzige verbliebene, die Lifte in Kirrberg und Wörschweiler sind längst Geschichte. Im Internet gibt es noch Fotos vom Wörschweiler Skilift aus dem Jahr 2000 zu sehen.

Orchideen statt Mountainbikes

Der Bügellift in Zweibrücken hingegen steht nicht zur Disposition. Das machen die Vereinsoberen klar. „Der kostet 250 Euro Tüv für zwei Jahre, und das auch nur in den Jahren, wo es sich vom Wetter her lohnt, ihn anzuwerfen“, erklärt Hüttenwart Haupenthal das kostengünstige Gerät. Zudem habe man noch das ein oder andere Ersatzteil wie etwa Schleppbügel auf Lager.

Mangels Schnee und wegen der Corona-Beschränkungen musste der Skiclub in den vergangenen Jahren nach Alternativen suchen für sein gepachtetes Hanggelände, das im Winter sogar eine Langlaufloipe und eine – mittlerweile zugewachsene – Waldabfahrt bietet. Downhill-Mountainbike schwebte dem Vorstand als neue Nutzungsart vor, doch das Vorkommen seltener Orchideenarten, die oben am Hang wachsen, vereitelt das Vorhaben. So bleibt es hier vorläufig bei vier Veranstaltungen im Jahr – dem Sommerfest in der Hütte, dem Weißwurstessen, einer Weinwanderung im Herbst und dem Ski-Opening.

Der letzte „echte“ Skiclub

Darüber hinaus organisiert der Club seit Jahren drei Fahrten pro Saison. Eine Wochenendfahrt nach Warth am Arlberg, eine nach Südtirol und eine Oster-Familienreise ins Tiroler Kaunertal, wo ein Gletscher recht sicher für Schnee sorgt. Derzeit liegen dort 90 Zentimeter Schnee auf 1000 Metern, 1,80 Meter auf 2000 Metern und 3,50 Meter Schnee auf 3000 Metern Höhe, berichtet der Vorsitzende Klaus Dreller, den langjährige Mitglieder unter dem Spitznamen „Hauer“ kennen.

Um den 250 Meter langen Zweibrücker Lift auch ohne Naturschnee anwerfen zu können, hatte der Verein sogar mal den Kauf einer gebrauchten Schneekanone durchgerechnet. Preislich wär’s machbar, aber ohne Wasseranschluss am Grundstück technisch unmöglich.

Trotz häufiger Schneeknappheit wollen die Mitglieder ihren Verein nicht auflösen. Der sei ja der letzte „echte“ Skiclub in Zweibrücken, der nach wie vor am Skifahren festhält. „Wir lieben unseren Verein“, sagt Martina Stegner-Legner. Damit die Skifahrer in Bewegung bleiben, spielen sie montags in der Halle der Herzog-Wolfgang-Realschule auf dem Wacken Badminton oder machen Skigymnastik. Und hoffen weiter auf Schnee und freuen sich auf Fahrten in schneesichere Gebiete.

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