Zweibrücken Warum die Fasenachts-Freunde die „Närrische Rundfahrt“ nicht absagen

Die ZFF – hier ihr Wagen 2017 – ziehen am Sonntagnachmittag 30 Kilometer mit Fahrzeugen durch die Stadt.
Die ZFF – hier ihr Wagen 2017 – ziehen am Sonntagnachmittag 30 Kilometer mit Fahrzeugen durch die Stadt.

Die für Sonntag geplante „Närrische Rundfahrt“ der Zweibrücker Fasenachts-Freunde (ZFF) findet trotz des Kriegs in der Ukraine statt. Ihre Entscheidung begründen sie ausführlich.

„Auch wir sind natürlich sehr betroffen von den Ereignissen in der Ukraine. Mit Unverständnis und Sorge verfolgen wir die Berichte und Nachrichten aus dem Kriegsgebiet. Unser Mitgefühl gilt allen Menschen, die direkt oder indirekt vom Krieg betroffen sind“, teilte der Vorsitzende Simon Nikolaus am Samstagabend mit. Der Verein habe sich viele Gedanken gemacht, „ob man in diesen schwierigen Zeiten die ,Närrische Rundfahrt’ durchführen kann. Wir haben hin- und herüberlegt und das Für und das Wider diskutiert.“

Letztlich habe man sich darauf besonnen, was die eigentliche Absicht war: „Wir wollten den Menschen ein kleines bisschen Abwechslung und vielleicht ein paar kleine Augenblicke der Freude in einer im Moment doch eher trüben Zeit schenken.“

An dieser Absicht habe sich nichts geändert, die Situation habe sich geändert: „Neben zwei Jahren Pandemie (die immer noch nicht vorbei ist) kommt jetzt noch ein schrecklicher Krieg auf europäischem Boden hinzu.“ Also könne die Schlussfolgerung nur heißen: „Es ist jetzt erst recht wichtig, den Menschen in noch schwierigeren und noch düsteren Zeiten ein bisschen Abwechslung und ein bisschen Freude zu schenken.“ Das könne „weder falsch, noch verboten, noch unverantwortlich sein“. Die Rundfahrt sei keine Party, Fest oder Feier. Das „Rosenmontagstreffen“, das einer Party gleiche, sei dagegen abgesagt.

„Viele Menschen freuen sich darauf“

Dazu komme der Zuspruch der vergangenen Tage: „Das hat uns gezeigt, dass sich viele Menschen darauf freuen und dem Termin entgegen fiebern.“ Auch fast alle Teilnehmer seien weiter dabei. Man werde keine Musik abspielen, aber der Name „Närrische Rundfahrt“ bleibe bestehen: „Wir haben die Veranstaltung unter diesem Namen geplant, unter diesem Namen angemeldet und sie wurde unter diesem Namen genehmigt. Es ist halt eine ,närrische Rundfahrt’, deshalb wäre es auch unglaubwürdig dem Kind jetzt einen anderen Namen zu geben.“

Simon Nikolaus plant zudem einen Gesprächstermin am Mittwoch. Dort könne jeder „seine Kritik, seinen Frust und Ähnliches persönlich ablassen und muss es nicht über soziale Medien machen“.

Info

Die 30 Kilometer lange Rundfahrt startet am Sonntag um 13.11 Uhr in Ernstweiler, führt über Bubenhausen und Ixheim nach Mittelbach, Hengstbach und Rimschweiler. Dann zurück nach Ixheim und über das Wohngebiet „Im Tempel“ in die Canada-Siedlung und auf den Fasanerieberg. Über die Landauer Straße geht es nach Niederauerbach mit einem Abstecher nach Contwig. Anschließend wird noch eine Runde durch die Zweibrücker Innenstadt gedreht, bevor sich die Rundfahrt auflöst.

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