Montagsumfrage RHEINPFALZ Plus Artikel Wann wird’s mal wieder richtig Winter?

 In vielen Wintersportgebieten ist es derzeit eher grün statt weiß.
In vielen Wintersportgebieten ist es derzeit eher grün statt weiß.

Der wärmste Jahreswechsel seit Aufzeichnung der Temperaturen, Regen statt Schnee, Pflanzenknospen statt Schlittenfahren. Wir haben gefragt, ob die Leute den Winter vermissen.

Patrick Wagner ist zwiegespalten. „Im normalen Alltag vermisse ich den Winter nicht. Morgens den Gehweg freimachen und so weiter. Da ist es durchaus okay, wenn kein Schnee fällt. Aber auf der anderen Seite bin ich Wintersportler, also Skifahrer. Da stört es mich schon, dass auf den Pisten kein Schnee liegt. Bei uns in der Region fehlt mir der Schnee nicht. Aber auch in den Skiregionen in Österreich, Südtirol und der Schweiz sieht es mau aus mit Schnee. Wir wollten eigentlich in Skiurlaub fahren, haben aber noch nichts gefunden, was schneesicher ist.“

Patrick Wagner
Patrick Wagner
Gerd Maurer
Gerd Maurer
Sabrina Schmidt
Sabrina Schmidt
Bernd Sefrin
Bernd Sefrin
Karin Reinshagen
Karin Reinshagen
Frank Scherthan
Frank Scherthan

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Gerd Maurer vermisst einen echten Winter mit Kälte und Schnee: „Vor allem Schnee fehlt mir. Und Kälte. Beides gehört einfach zum Winter dazu. Nicht zu kalt, trotzdem freie Straßen, das ist Winter. So wie es im Moment ist, mit warmen Temperaturen und Regen, das ist sehr unangenehm“, sagt er. An den letzten Winter mit mehr als nur zwei Flocken Schnee erinnert sich der Bubenhauser auch noch: „Das war vor fünf Jahren, 2018. Man erinnert sich ja leider immer nur an die ein, zwei Tage, an denen wirklich Schnee lag. Auch als ich Kind war, hatten wir nicht mehr Schnee als heute. Ich habe schon drüber nachgedacht. Man hat dann Fotos gemacht, wenn Schnee lag und man Schlitten gefahren ist, aber das waren auch immer nur ein, zwei Tage im Jahr. Die Erinnerung an schneereiche Winter ist eine Täuschung“, ist er überzeugt.

Sabrina Schmidt vermisst den Winter mit Schnee, Skifahren, mit den Kindern im Schnee spielen. Die zweifache Mutter ist zwar selbst keine Skifahrerin, würde es aber gerne mal ausprobieren. „Skiurlaub würde ich gerne mal machen, aber das ist halt schwierig, wenn fast nirgendwo Schnee liegt“, sagt sie. Mit der Familie war sie schon öfter in Oberstdorf in Winterurlaub, allerdings ohne Skifahren. Bei uns in der Region findet sie Schnee unpraktisch, wenn man arbeiten muss, trotzdem gehöre er zum Winter. Und der Hund freue sich auch immer über die weiße Pracht. „Vor vier oder fünf Jahren war bei uns in Battweiler zum letzten Mal richtig Schnee, sodass wir mal Schlitten fahren konnten“, erinnert sie sich.

Bernd Sefrin vermisst weder Winter noch Schnee. „Es kommt, wie es kommt, und ich bin zufrieden damit, wie es ist“, sagt er zum derzeitigen Wetter. An seine Kindheit erinnert sich der Contwiger mit mehr Schnee als heutzutage. „Es gab mehr Schnee und öfter, das war als Kind auch schön. Da freute man sich aufs Schlittenfahren. Aber das ist eben vorbei. Wobei die Kinder heute ja gar keine Zeit mehr haben, Schlittenfahren zu gehen. Ich finde es traurig, dass Kinder heute ganz lange in Kindergarten und Schule sind bis nachmittags. Wann sollen die noch Schlitten fahren?“, fragt er sich.

Karin Reinshagen vermisst Schnee nicht. „Ich finde es sehr schön, wenn in Bayern Schnee liegt, bei uns vermisse ich ihn nicht. Ich fahre nicht Ski, und Schlittenfahren war nur als Kind etwas für mich. Ich finde es schade für die Kinder. Bei Schnee fahre ich auch nicht sehr gerne Auto, auch wenn ich gut damit zurechtkomme“, erklärt sie. Schneekanonen in den Skigebieten findet sie ganz schlecht. „Das ist nicht gerade umweltfreundlich, wie auch die weiten Fahrten in Skigebiete selbst. Aber wenn bei uns kein Schnee liegt, kann ich es verstehen, wenn Skifahrer dorthin fahren, wo noch welcher zu finden ist“, sagt die Turnerin aus Contwig.

Frank Scherthan ist nach eigener Aussage ein „absolutes Winterkind“. Daher vermisst er echten Winter mit Kälte und Schnee sehr. „Früher war wochenlang Winter, wir waren als Kinder, wenn es möglich war, von morgens bis abends im Schnee. Und ich vermisse das Skifahren. Ich gehe seit 25 Jahren mit meiner Lebensgefährtin skifahren, zwei- oder dreimal im Jahr. Aber seit einigen Jahren muss man immer länger warten, bis Schnee kommt. Und dann muss man mittlerweile in den Skigebieten in immer höhere Lagen fahren. Derzeit sieht es sehr schlecht aus, ich verfolge das jeden Tag. Selbst in den Höhenlagen sind derzeit acht bis zehn Grad plus. Das heißt, man sieht ein wenig weiße Zunge, der Rest ist grün. Da helfen auch keine Schneekanonen mehr“, sagt er. Dadurch werde Skifahren immer exklusiver.

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