Zweibrücken
Unterricht trotz Bombendrohung: Schule wurde nicht evakuiert
Am Mittwochmorgen ging eine Bombendrohung bezüglich der Herzog-Wolfgang-Realschule plus am Standort in der Wackenstraße ein. Schon am Montag und am Dienstag hatte es jeweils eine Bombendrohung gegeben. Beide Male wurde das Schulgebäude schnellstmöglich evakuiert. Rund 200 Schüler und etwa 20 Lehrer mussten das Gebäude verlassen. Am Mittwoch aber war die Reaktion auf den anonymen Anruf mit der Warnung eine ganz andere: In den Klassenräumen fand Unterricht wie gewohnt statt. Weder Schüler noch ihre Eltern wussten von der Drohung.
Lehrer wussten Bescheid
Die Schule nicht zu evakuieren sei „keine Spontanentscheidung“ gewesen, sagt Schulleiter Thomas Trier auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Bereits am Abend zuvor – dem Abend nach der zweiten Bombendrohung – habe er mit Nicolai Zöller, Leiter der Polizeiinspektion Zweibrücken, abgesprochen, wie vorgegangen wird, sollte es eine weitere Bombendrohung geben. So habe Zöller vorgegeben, dass die Schule nicht evakuiert wird. „Der Polizeichef, die Polizeibeamten und ich waren der Überzeugung, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung für die Schüler bestand“, betont Trier. „Es war uns klar, dass nichts war.“ Ein Grund dafür sei die Art der anonymen Anrufe gewesen, sagt Trier. Weitere Details könne er nicht sagen. Er habe auch keine Vermutung, wer der Täter sein könnte.
Wer wusste von der Bombendrohung? Lediglich die Lehrer habe er am Morgen über die Bombendrohung informiert, sagt Trier. „Sie haben das alle ruhig zur Kenntnis genommen.“ Den Schülern sei nicht Bescheid gesagt worden, damit keine Panik ausbricht.
Eine Mutter beschwert sich
Erst als die Polizei um 13.40 Uhr eine Meldung über die Lage veröffentlicht hatte, wurde die dritte Bombendrohung an dem Schulstandort öffentlich. Erst kurz danach wurden laut Schulleiter Trier die Eltern von der Schule informiert. Am Mittwoch habe sich nur eine Mutter bei ihm über die Vorgehensweise beschwert, berichtet der Schulchef. Die Diskussion habe sich aber „im Rahmen gehalten“ und schließlich habe sie dafür Verständnis gehabt. In den Kommentaren auf der Facebook-Seite der RHEINPFALZ hingegen kritisieren viele Elternteile diese Vorgehensweise.
Wie hatte die Polizei die Lage am Mittwoch an dem Schulstandort eingeschätzt? „Derartige Drohungen nimmt die Polizei immer ernst“, sagt Polizeisprecher Thomas Krämer auf Nachfrage. „In jedem Einzelfall erfolgt eine umfassende Bewertung der Lage, aufbauend auf sämtlichen uns vorliegenden Informationen. Hierauf basierend, treffen wir die erforderlichen Maßnahmen, um die Gefahrenlage auszuschließen oder zu beseitigen.“
Am Mittwoch sei das Schulgebäude aufgrund dieser Lagebewertung abgesucht, jedoch nicht geräumt worden. Zum Schutz der laufenden Ermittlungen und der Taktik der Polizei mache er dazu keine weiteren Angaben. Aus demselben Grund sage er auch nicht, wie viele Polizeikräfte im Einsatz waren. Die Polizei ermittle weiterhin zu dem Anrufer.
