Meinung Schule trotz Drohung nicht evakuiert: Polizei muss das erklären
Am Montag und am Dienstag fiel der Unterricht an der Realschule auf dem Wacken aus, am Mittwoch war alles wie immer – trotz einer dritten Bombendrohung in drei Tagen. Nicht auszudenken, wenn an diesem Tag tatsächlich etwas passiert wäre. Doch wenn Polizei und Schulleitung auch nur ansatzweise eine Gefahr für die Schüler gesehen hätten, hätten sie mit Sicherheit anders entschieden.
Dass nun Eltern empört sind, weil weder sie noch ihre Kinder Bescheid wussten, ist aber verständlich. Die Polizei hätte ihre Entscheidung besser erklären müssen, anstatt lapidar zu schreiben „Der Sachverhalt wurde von der Polizei in Zusammenarbeit mit der Schulleitung abgearbeitet“ oder auf „polizeitaktische Gründe“ zu verweisen. Ein kurzer, aber deutlicher Satz, dass es bereits im Vorfeld keine Hinweise gegeben habe, dass die Drohung ernst gemeint war, und dass die Kinder zu keiner Zeit in Gefahr gewesen seien – das hätte genügt.
