Zweibrücken
Stimmung in Zweibrücken so schlecht wie seit 20 Jahren nicht mehr
Die Stimmung in der Stadt ist so schlecht wie zuletzt im Frühjahr 2004. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, die die RHEINPFALZ beim Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR in Auftrag gegeben hat. Seit dem Jahr 1998 lässt die RHEINPFALZ die Zweibrücker regelmäßig fragen, ob es mit ihrer Stadt aufwärts oder abwärts geht. Bei der aktuellen Umfrage anlässlich der Oberbürgermeisterwahl am 22. März waren nur knapp 40 Prozent der Meinung, dass es mit Zweibrücken aufwärts geht. Das sah vor acht Jahren, kurz vor Beginn der ersten Amtszeit von Oberbürgermeister (OB) Marold Wosnitza noch ganz anders aus: Damals waren über 70 Prozent optimistisch. Die Stimmung war so gut wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr.
Die Weltlage wirkt sich auf die Stimmung aus
Dieser Stimmungsumschwung ist nicht alleine dem OB anzulasten: Laut Werner Dieing, dem Leiter des Meinungsforschungsinstituts, steht Zweibrücken mit der derzeit eher pessimistischen Grundhaltung nicht alleine da. Sie lasse sich in der gesamten Pfalz und sogar in ganz Deutschland beobachten. Auch die Stimmung der Zweibrücker hängt stark von der wirtschaftlichen und politischen Lage in Deutschland und der Welt ab. In wirtschaftlichen oder politischen Krisenzeiten ist sie auch hier schlechter. Die Umfrage 2018 erfolgte beispielsweise vor der Coronapandemie, vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine und vor Donald Trumps zweiter Amtszeit als US-Präsident.
Dennoch werde die schlechte Stimmung die OB-Wahl beeinflussen, ist sich Meinungsforscher Dieing sicher: „Dieses negative Stimmungsbild ist der zentrale Kontext der gesamten Wahl. Es schafft Offenheit für Wechselargumente und erhöht die Bedeutung von Zukunftsversprechen. Für den Amtsinhaber bedeutet das: Er muss erklären, warum sich die Lage verbessern wird – und zwar konkret und sichtbar. Für Herausforderer eröffnet es Raum für Veränderungsrhetorik.“
Worum sich die Zweibrücker Politiker kümmern sollen
Die RHEINPFALZ wollte zudem wissen, welche Themen den Zweibrückern in der Stadtpolitik besonders wichtig sind. Hier wurden keine möglichen Antworten vorgegeben, und die Befragten konnten mehrere Themen nennen. Mit deutlichem Vorsprung landet die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt auf dem ersten Platz. Jeder Dritte möchte ausdrücklich, dass die Stadt sich darum kümmert, die Wirtschaft zu fördern, Unternehmen und Geschäfte anzusiedeln, und das Ladensterben zu verhindern. Dazu kommen verwandte Themen wie die Arbeitslosigkeit bekämpfen und die Innenstadt beleben. Auf Platz 2: die Sicherheit, verbunden mit dem Wunsch nach mehr Polizeipräsenz, sowie die Themen Bildung, Schulen und Kitas. Knapp dahinter: Verkehrsthemen allgemein, vom Straßenausbau über Radwege bis hin zum öffentlichen Personennahverkehr. Umwelt- und Klimathemen spielen kaum eine Rolle, wie Werner Dieing eigens betont.
Der Meinungsforscher ordnet das so ein: „Die Wahl ist klar sach- und strukturpolitisch geprägt. Ideologische Themen sind nachrangig. Wer Wirtschaft, Sicherheit und Innenstadt glaubwürdig adressiert, bedient den Kern der städtischen Sorgen. Strategisch bietet sich eine Bündelung dieser Themen unter einem übergeordneten Zukunfts- und Strukturwandel-Narrativ an.“
Die Fragen
In jeder Stadt und in jedem Land gibt es ja so etwas wie eine Grundstimmung, die entweder positiv oder negativ ist. Wenn Sie jetzt einmal nur an Zweibrücken denken, haben Sie dann das Gefühl ...
... es geht ganz sicher aufwärts/eher aufwärts/eher abwärts/ganz sicher abwärts
Welche Themen sind Ihnen in der Stadtpolitik besonders wichtig?
Die Umfrage
Das Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR (Institut für Communication- & Marketing-Research AG) hat vom 6. bis 11. Februar 500 zufällig ausgewählte Zweibrücker befragt, die bei der Oberbürgermeisterwahl am 22. März wahlberechtigt sind. Die Telefonnummern wurden zufällig generiert. Als Grundlage dienten Informationen der Bundesnetzagentur, welche Rufnummernblöcke tatsächlich vergeben sind und die im Telefonbuch eingetragenen Privatnummern. Von diesen Nummern wurden die letzten drei Ziffern gelöscht und anschließend nach dem Zufallsprinzip mit den Zahlen '000' bis '999' aufgefüllt. Dadurch lassen sich auch Haushalte erreichen, die nicht im Telefonbuch eingetragen sind. Es folgt eine zweite Stufe der zufälligen Auswahl, indem diejenige Person befragt wird, die von den Wahlberechtigten im Haushalt als letzte Geburtstag hatte.
Mobilfunknummern wurden nicht angerufen, da sie sich nicht lokal zuordnen lassen. Es wäre reines Glück und unverhältnismäßig viel Aufwand, über eine zufällig ausgewählte Mobilnummer einen Wahlberechtigten in Zweibrücken zu erreichen. Die Ergebnisse werden gewichtet, so dass sie repräsentativ für die Bevölkerungsstruktur von Zweibrücken sind.
RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion
Zur Zweibrücker Oberbürgermeisterwahl am 22. März treten vier Kandidaten an: Amtsinhaber Marold Wosnitza (SPD), die Beigeordnete Christina Rauch (CDU), Stadtratsmitglied Christian Hofer (AfD) und der parteilose Bewerber Atilla Eren. Wer die Kandidaten und ihre Ziele näher kennenlernen möchte, sollte am Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr, zur RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion in die Festhalle kommen. Dort stellen sie sich den Fragen von Redaktionsleiter Thomas Büffel und der stellvertretenden Redaktionsleiterin Sigrid Sebald. Der Eintritt ist frei. Wenn Sie Fragen haben, die wir an diesem Abend den Kandidaten stellen sollen, dann schicken Sie uns eine E-Mail an redzwe@rheinpfalz.de.
So geht es weiter
In den kommenden Tagen veröffentlichen wir weitere Ergebnisse unserer Meinungsumfrage:
Welche Parteien wollen die Zweibrücker bei der Landtagswahl wählen?
Was halten die Zweibrücker von den vier OB-Kandidaten? Wer ist bürgernah, wer ist sympathisch, wer hat Führungsstärke, wer versteht etwas von Wirtschaftspolitik und wer bringt die Stadt nach vorne?
Wie bekannt sind die vier OB-Kandidaten?
Wen würden die Zweibrücker zum OB wählen?
