Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Station Rosengarten: Bahn-, Bus-, Auto- und Fahrradfahrer kommen zusammen

So sieht der Vorplatz mit Übergang zum Bahnsteig vor dem geplanten Ausbau zum P&R-Platz aus. Links der Imbiss „Mulis Treff“.
So sieht der Vorplatz mit Übergang zum Bahnsteig vor dem geplanten Ausbau zum P&R-Platz aus. Links der Imbiss »Mulis Treff«.

37 Parkplätze für Autos, vier E-Mobil-Ladestationen, ein Unterstand für Fahrräder und ein neuer Platz für den Imbiss – der Vorplatz zum Bahnhaltepunkt Zweibrücken-Rosengarten kann gebaut werden. Beinahe wäre nichts daraus geworden.

Im Sommer 2021 gebaut, halten seit gut einem Jahr Züge am Bahnsteig an der Landauer Straße. Schüler nutzen den neuen Haltepunkt, um mit der Bahn näher ans Hofenfels-Gymnasium und zur Mannlich-Realschule zu kommen, Soldaten auf dem Weg zur Niederauerbach-Kaserne sieht man schwer bepackt aussteigen. Rosengarten, Rennwiese, die Schwimmbäder und der Biergarten an der Schließ liegen nicht weit entfernt. Was bislang fehlt, ist eine attraktive und funktionale Vorplatz-Gestaltung der Station. In diesem Jahr soll laut Stadtverwaltung mit dem Bau begonnen werden, einen Termin gibt es noch nicht.

Zähes Ringen: Klimaministerium übernimmt 85 Prozent der Kosten

Und das liegt daran: Erst kurz vor Weihnachten fiel die Entscheidung in Mainz, dass 85 Prozent des städtischen Anteils an den Kosten vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM), dem rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium, übernommen werden. Die Kommunalaufsicht beim Innenministerium, angesiedelt bei der ADD Trier, hatte sich quergestellt. Wegen den angespannten Finanzen der Stadt, dem hohen Schuldenstand, zweifelte die ADD an, ob sich Zweibrücken den 15-Prozent-Anteil überhaupt leisten kann. Das MKUEM war aber starker Fürsprecher. Auto- und Fahrradfahrer würden mit dem Bau der Park & Ride-Anlage (P&R) ermuntert, auf die Bahn umzusteigen, zudem sei eine Bushaltestelle geplant. Erst mit dem Bau des Vorplatzes gelinge die Vernetzung der Verkehrsträger und werde so ein Beitrag zu einem klimafreundlicheren Verkehr, eine Stärkung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs in Zweibrücken, geschaffen. Das von einer Ministerin der Grünen, Katrin Eder, geführte MKUEM ging in ein förmliches Vermittlungsverfahren mit dem Innen- und Finanzministerium und erreichte kurz vor Weihnachten die Mittelfreigabe. Im Ergebnis sei „in den kommenden Wochen“ mit der Ausstellung des Förderbescheids zu rechnen, erklärte in dieser Woche ein Sprecher des Ministeriums. Die Realisierung sei damit in diesem Jahr möglich.

Einbahnstraße führt an neuem Platz für Imbiss vorbei

Oberbürgermeister Marold Wosnitza freut sich über die Ankündigung, man harre nun der Post aus Mainz und werde sich mit dem Umwelt- und Servicebetrieb zügig an die Ausführungsplanung machen. Auch der Landesbetrieb Mobilität ist mit im Boot. Auf der Landauer Straße, der Landesstraße 465, ist in Fahrtrichtung Innenstadt eine Linksabbiegerspur anzulegen, zudem eine die Fahrbahn teilende Insel zum leichteren Übergang für Fußgänger. Zwei Anschlüsse an die Landauer Straße werden angelegt. Einer als Einfahrt in den P&R-Platz, einer als Ausfahrt. Der Vorplatz wird zur Einbahnstraße.

Geplant sind 37 Parkplätze für Autos, davon drei Behindertenparkplätze. Vier Stellplätze werden mit Batterie-Ladestationen für E-Autos ausgestattet. Es soll vier abschließbare Boxen für Fahrräder geben, neben 14 überdacht angebrachten Fahrradbügeln. Zur Landauer Straße hin sollen Bäume gesetzt werden, die Anlage begrünt.

Auch für den Imbiss ist eine Fläche vorgesehen, ein Stück weit weg vom Zugang zum Bahnsteig, nahe beim Bootshaus der Wassersportfreunde. Die Stadt sei bereit, dem Pächter, dem Betreiber von „Mulis Treff“, diese Fläche anzubieten. „Der gesamte Bahnhaltepunkt mit Vorplatz bekommt eine ansprechende, man kann sagen hochwertige, Gestaltung. Es wäre schön, wenn sich der Imbiss einfügen würde“, sagt Oberbürgermeister Wosnitza.

Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von einem halben Jahr. Waren die Kosten für die Stadt vor zwei Jahren noch mit 550.000 Euro kalkuliert, sind es aktuell 665.000 Euro (von denen das Land wie gesagt 85 Prozent fördern und damit übernehmen will). Die Kosten für die Maßnahmen an der Landauer Straße trägt das Land ganz. Geschätzter Aufwand: 155.000 Euro.

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