Zweibrücken
Russischer Autokorso von Zweibrücken nach Saarbrücken
Mit etwa 100 Autos möchte eine Gruppe russischstämmiger Demonstranten in einer Kolonne am Sonntag, 8. Mai, von Zweibrücken nach Saarbrücken fahren. Damit wolle man ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen, wie ein Zweibrücker, der die Veranstaltung in den sozialen Medien publik machte, im Gespräch mit der RHEINPFALZ erklärt. Organisator der Veranstaltung sei allerdings nicht er, sondern seine Mutter. „Wir sind hier auch Bürger wie jeder andere. Es ist schlimm, was da gerade in Deutschland passiert, und natürlich bekommt man das auch selbst mit“, sagt er. Russisch sprechende Menschen würden seit Beginn des Krieges in der Ukraine öffentlich angefeindet. Zudem wolle man sich mit allen Soldaten solidarisch zeigen. „Jeder ist willkommen. Jedem steht frei, seine Solidarität mit beiden Armeen zu zeigen“, sagt der Sohn der Organisatorin. Von einem Krieg in der Ukraine möchte er aber nicht sprechen. Er bezeichnet das Geschehen als „Spezialoperation“, wie es auch von der russischen Regierung und den dortigen Staatsmedien genannt wird.
Auf dem Flyer, der auf den Autokorso hinweist, steht ausdrücklich, dass keine „Z“- oder „V“-Symbole auf den Fahrzeugen angebracht werden sollen. Diese Zeichen sind auf russischen Militärfahrzeugen im Kriegsgebiet zu sehen und gelten mittlerweile als Ausdruck der Unterstützung Russlands und Putins. In Deutschland wird das öffentliche Zeigen des „Z“-Symbols bereits in einigen Bundesländern – Bayern, Niedersachsen und Berlin – geahndet. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) erklärte im März, dass es auch hier strafbar sein könne, man aber in Einzelfällen entscheiden werde. Der Sohn der Organisatorin zeigte das „Z“-Symbol in den Farben der russischen Flagge bis vor Kurzem öffentlich auf seinem Facebook-Profil, inzwischen wurde es entfernt. Das spiele allerdings keine Rolle für die Kundgebung, wie er vehement betont: „Es ist egal, was ich persönlich mache oder denke, ob ich Putin-Versteher bin oder nicht. Jeder hat seine Meinung, und in Deutschland wird die Meinungsfreiheit ganz groß geschrieben.“ Ob sich auch Ukrainer an der Kolonne beteiligen werden, wisse er nicht. „Das ist nicht meine Aufgabe. Wie erwähnt, ist jeder willkommen. Wenn sie Deutsch verstehen und den Flyer lesen können, sind sie eingeladen“, kommentiert er.
Austausch zwischen Verwaltungen
Der Autokorso muss wie jede Demonstration im Vorfeld bei der Stadtverwaltung angemeldet und genehmigt werden. Das wurde gemacht, bestätigt Jens John, Pressesprecher der Stadt Zweibrücken, auf RHEINPFALZ-Anfrage. Zudem stehe man in Kontakt mit den Kollegen der Saarbrücker Verwaltung. Dort wird die Anmeldung noch geprüft. „Wir sind mit den Sicherheitsbehörden in Abstimmung“, teilt Pressesprecher Thomas Blug mit. Die Kolonne startet am 8. Mai um 12 Uhr auf dem Parkplatz in der Geschwister-Scholl-Allee, führt durch Homburg und St. Ingbert und endet in Saarbrücken, wo Blumen im Gedenken an gefallene Soldaten niedergelegt werden sollen.
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