St. Wendel
Popkonzertsommer mit prämiertem Konzept am See
Die Geschichte der Strandkorb Festivals beginnt 2020 im Sparkassenpark in Mönchengladbach. Statt die Besucher wegen Corona in Autos zu zwängen, setzt man sie in Strandkörbe. Die sind urig, verbreiten Urlaubsflair, bieten zwei Personen Platz und den notwendigen Sicherheitsabstand.
Tom Schwarz von der Eventagentur Saar, der dieses Konzertformat an den Bostalsee bringt, spricht von einer „kollegialen Beziehung“, die sich im September unter Veranstaltern entwickelt hat. „Da hat man sich gedacht, wir machen Strandkorb Open Airs. Deutschlandweit.“ Gemeinsam bestellte man ein Kontingent an Strandkörben, mit dem man eine Tour auf die Beine stellt. „Mittlerweile haben wir 3700 Körbe.“ Zehn bis zwölf Stationen des Open Airs seien möglich, sechs sind bereits bekannt.
Damit bringt Schwarz ein Format an den Bostalsee, das traditionelle Konzertbesucher eher anspricht als Autokinokonzerte, auf die sie sich 2020 nicht einlassen wollten. Auch, weil die Musik dabei nicht über eine Bühnenbeschallung, sondern über das Radio kam.
Viele Künstler konnten sich auch gar nicht vorstellen, vor Autos aufzutreten. Zwar gab es in diversen Regionen bald Lockerungen, sodass ein Aussteigen aus dem Auto und der Aufenthalt innerhalb der Fahrertüren erlaubt wurde. Künstler brauchen bei Konzerten aber den direkten Kontakt zum Publikum. Vor resonanzlosen Stahlkarossen aufzutreten, war für viele einfach unvorstellbar.
„Die Situation hat sich jetzt ein wenig gedreht. Die Künstler und Manager kommen auf ein vernünftiges Konzept zu. 4000 Karten sind schon verkauft“, freut sich Schwarz. Er darf in Abstimmung mit den Behörden mit 1400 Besuchern in 700 Körben rechnen. Wie viele Besucher tatsächlich kommen dürfen, entscheidet aber das Infektionsgeschehen. „Notfalls müssen Shows auf zwei Tage ausgedehnt werden.“
Alles auf dem Konzertgelände geschieht entsprechend den Coronavorgaben. „Wir haben ein ausgefeiltes Hygienekonzept, das 2020 von sämtlichen Behörden abgenommen wurde. Vom Parken bis zu Drehkreuzen, abgescannten Karten und zur Zweisamkeit in den Strandkörben. Essen wird kontaktlos über eine App gebracht. Wenn nötig können wir das Ganze um Schnelltests erweitern.“
Das Selbstbewusstsein von Tom Schwarz kommt nicht von ungefähr. Er war 2020 mit dem Burg Open Air, bei dem Gentleman auftrat, Veranstalter des größten Konzerts im Saarland unter Pandemiebedingungen.
