Meinung
Pfälzer Bürgermeister hat die Brandmauer zur AfD eingerissen
Natürlich möchte Christian Gauf (CDU) die letzten acht Jahre seines Berufslebens Bürgermeister bleiben. Natürlich hat er mit Julian Dormann einen Gegenkandidaten, der ihm gefährlich werden kann. Natürlich spielt die AfD bei der Wahl eine entscheidende Rolle. Natürlich sind die Zweibrücker AfDler deutlich weniger radikal als ihre Parteifreunde im Osten. Kurzum: Natürlich wirbt Christian Gauf um die Stimmen der AfD und verkauft es danach als Gespräch unter Demokraten, die nun mal von den Zweibrückern gewählt wurden und an denen niemand vorbeikomme. Dennoch: Er hätte es besser nicht getan.
Christian Gauf ist der Favorit für die Bürgermeisterwahl
Christian Gauf ist der Favorit für die Bürgermeisterwahl am 9. April. Gut möglich, dass er auch ohne ein Treffen mit der AfD bereits im ersten Wahlgang mit den Stimmen von CDU, FWG und eben der AfD gewählt worden wäre. Dann hätten ihm die politischen Gegner zwar auch vorgeworfen, er sei mit AfD-Stimmen ins Amt gekommen, aber er hätte nicht aktiv darum geworben. Nach dem Treffen in der Pizzeria Portofino, so harmlos es auch gewesen sein mag, wird er sich darauf nicht mehr berufen können.
Christian Gauf wird nach seiner möglichen Wiederwahl acht Jahre lang der Zweibrücker Bürgermeister sein, der mit den Stimmen einer Fraktion gewählt wurde, deren Partei in Teilen vom Verfassungsschutz als rechtsextrem angesehen wird. Er macht damit auch die Politik einer Partei hoffähig, die im Ukrainekrieg auf der Seite Russlands steht, die EU in ihrer jetzigen Form ablehnt, die Grenzen Deutschlands zu den Nachbarländern schließen möchte – und damit auch die zum keine 15 Kilometer entfernten Frankreich, dem Nachbarn Zweibrückens, das mitten im Herzen Europas liegt. Die viel beschworene Brandmauer zwischen CDU und AfD – in Zweibrücken ist sie eingestürzt.
