Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Nachts im Freibad: Manche schwimmen auch durch den Schwarzbach

Freibäder, wie hier in Contwig, üben auch bei Nacht Anziehungskraft auf Badefreunde aus.
Freibäder, wie hier in Contwig, üben auch bei Nacht Anziehungskraft auf Badefreunde aus.

Ein schlimmes Unglück wie in Heltersberg könnte sich auch im Freibad Zweibrücken oder Contwig ereignen. Wir haben nachgefragt, wie man dort mit nächtlichen Badegästen umgeht.

Von grausigen Situationen wie in der Nacht auf 18. Juni im Bergbad Heltersberg, in dessen Eingangsbereich ein Jugendlicher beim Versuch, nachts über die Drehtür zu klettern, den Tod fand, ist das Zweibrücker Freibad bislang verschont geblieben. Solch schreckliche Szenarien möchte sich Werner Brennemann gar nicht erst ausmalen, der Geschäftsführer der Stadtwerke, die das Schwimmbad an der Schließ betreiben. Nächtliche Vandalismusfälle habe es hier in den vergangenen Jahren aber durchaus gegeben. „Alle Eventualitäten strikt ausschließen, das kann leider keiner“, sagt Brennemann auf Anfrage.

Niemand, so der Geschäftsführer, werde es jederzeit unterbinden können, wenn etwa jemand auf die Idee komme, bei Nacht den Bleicherbach zu durchschwimmen, um ins Freibad-Gelände zu gelangen. „Wir wollen dort ja auch nicht alles mit einem Absperrzaun abriegeln wie im Gefängnis.“

Polizei behält die Sache im Auge

„Wenn wir einen erwischen, der über den Zaun oder das Drehkreuz geklettert ist oder durch den Bach geschwommen ist, dann wird der Betreffende von uns angezeigt.“ Auch nachts müssten Eindringlinge damit rechnen, dass sie bei einer Polizeikontrolle auffallen. „Die Polizei hat da ein Auge drauf“, erklärt Werner Brennemann. „Genauso wie auch in der Allee und in bestimmten dunklen Ecken.“

Das Schwimmbad selbst beziehungsweise die Stadtwerke hätten für nächtliche Kontrollen an der Schließ keine eigenen Mitarbeiter zur Verfügung. „Wir müssen ja tagsüber schon zusehen, dass wir genug Aufsichtspersonal abstellen können. Eine Schwimmbad-Aufsicht bei Nacht ist aber wirklich nicht zu leisten.“

Ab und zu mal eine leere Flasche

Dass auch im Freibad Contwig in den vergangenen 50 Jahren kein so schlimmes Ereignis wie in Heltersberg vorgekommen sei, hatte Verbandsbürgermeister Björn Bernhard bereits vorigen Donnerstag in einer Sitzung des Rats der Verbandsgemeinde (VG) Zweibrücken-Land gesagt. Trotzdem sei es richtig, dass sich Vertreter der Unfallkasse in diesen Tagen im Contwiger Freibad umschauen, um zu überprüfen, was man in puncto Sicherheit noch nachbessern kann. Und das nicht nur am Drehkreuz, das ganz ähnlich konstruiert ist wie das in Heltersberg.

„Es kommt immer wieder mal vor, dass nachts jemand bei uns im Freibad schwimmen geht“, sagt der Verbandsbürgermeister. Und, dass die meisten ungebetenen späten Gäste über den Zaun klettern. „Hinter dem Kiosk haben wir den Zaun schon ein paarmal reparieren müssen.“ Ab und zu müsse das Badpersonal mal eine leere Flasche wegräumen, die vom nächtlichen Geplantsche übriggeblieben ist. „Aber von richtig üblen Vandalismus-Zerstörungen sind wir bis jetzt zum Glück verschont geblieben.“

Gegen sämtliche mehr oder weniger vorstellbaren Schnapsideen von ungebetenen Besuchern könne man sich aber im Contwiger Freibad nicht absichern, sagt Björn Bernhard. „Aber auch bei uns schaut nachts häufig die Polizei vorbei. In unregelmäßigen Abständen.“ Und Schwimmmeisterin Jutta Döring sehe immer wieder mal außerhalb der Betriebszeiten im Bad nach dem Rechten.

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