Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Mann findet zwei Tote – Polizei geht von Gewaltdelikt aus

Am Montagabend hatte ein 29 Jahre alter Mann zwei Tote in einem Haus entdeckt. Dieses befindet sich Anwohnern zufolge in Bubenha
Am Montagabend hatte ein 29 Jahre alter Mann zwei Tote in einem Haus entdeckt. Dieses befindet sich Anwohnern zufolge in Bubenhausen und nahe des Gebäudes, in dem im Dezember ein Mann seine Frau getötet haben soll. Das Absperrband am Tor hat nichts mit den Ermittlungen zu tun.

Gerüchte über ein Gewaltverbrechen in Bubenhausen machten am Dienstagmorgen die Runde in Zweibrücken. Diese wurden wenig später von der Polizei bestätigt. In einer Wohnung wurden zwei Leichen gefunden – die Ermittler gehen von einem Gewaltdelikt aus.

Das Polizeipräsidium Westpfalz berichtete, dass ein 29-Jähriger am späten Montagabend in einer Wohnung im Stadtgebiet zwei leblose Menschen gefunden hatte. „Hierbei handelt es sich um eine 24-jährige Frau und einen Mann, dessen Identität aktuell nicht zweifelsfrei feststeht“, heißt es in der Mitteilung. Die Ermittler gehen von einem Gewaltdelikt aus, einen Tatverdächtigen gab es am Morgen noch nicht. Der 29-Jährige wurde von der Polizei als Zeuge vernommen. Die Leichen sollten noch am Dienstag obduziert werden, berichtet die Polizei, die weiter ermittelt. Neben der Suche nach dem Täter sollen Fragen zum Tathergang, zu den persönlichen Verhältnissen der Verstorbenen und zum Tatmotiv geklärt werden.

Eine Nachbarin sagte gegenüber der RHEINPFALZ, sie habe gegen 22 Uhr Schreie aus dem Haus gehört. Noch am Montagabend seien Notarzt und Polizei mit mehreren Streifenwagen eingetroffen. Am frühen Dienstagmorgen gegen 5 Uhr standen laut einer Augenzeugin „drei dunkelgraue Kastenwagen mit Kaiserslauterer Kennzeichen vor dem Haus, aus denen Menschen in weißen Anzügen stiegen und zwischen dem Haus und den Fahrzeugen hin- und herliefen“ – womöglich Einsatzkräfte der Spurensicherung. Zudem hätten ein Streifenwagen sowie Fahrzeuge eines Bestattungsunternehmens vor dem Haus gestanden. Wie die RHEINPFALZ erfuhr, soll am Tatort sehr viel Blut geflossen sein. Das könnte darauf hindeuten, dass die Tat mit Stichwaffen begangen wurde. Schüsse hat am Montagabend keiner der Anwohner gehört, mit denen die RHEINPFALZ am Dienstagmorgen sprach.

In alter Stadtvilla entdeckt

Gegen 7 Uhr waren die Fahrzeuge weg, in der Friedrich-Ebert-Straße in Bubenhausen deutete nichts auf ein Gewaltverbrechen hin. Menschen liefen zur Bushaltestelle und an den zur Abholung bereitgestellten blauen Papiertonnen vorbei. Das Tor zum Eingang des Hauses stand zu dieser Zeit halb offen, ein altes Flatterband war daran befestigt. Gegen 8.30 Uhr verließ ein Mann mit Aktentasche das Grundstück, lief die Friedrich-Ebert-Straße entlang zum Netto-Parkplatz, wo er sein Auto bestieg und wegfuhr. Das Tor zur langen Treppe, die zum zurückgebauten Haus Nummer 13 führt, ließ er halb offen, zuvor war es geschlossen.

Bei dem Haus, in dem die Toten entdeckt worden waren, handelt es sich um eine ältere Gründerzeit-Stadtvilla, die hinter einem Wohnhaus an der Friedrich-Ebert-Straße steht. Ein Zugang mit Treppenstufen, der mit einem verzinkten Metalltor zur Straße ragt, verbindet das höhergelegene, gepflegte Haus mit der Straße. Das Anwesen befindet sich gegenüber des Gebäudes, in dem im Dezember ein 37-Jähriger seine 33-jährige Ehefrau getötet haben soll. Der Mann steht derzeit in Zweibrücken vor Gericht.

Herkunft noch nicht abschließend geklärt

Während die Spurensicherung der Polizei im Dezember im gegenüberliegenden Haus ihre Arbeit verrichtete, hatten Handwerker am Haus Nummer 13 das Dach neu gedeckt. Die Fenster des ginsterfarbenen Hauses sind von Sandsteinbögen eingefasst, ein kleiner Balkon mit schmiedeeisernem Geländer in Jugendstil ragt auf der Südseite im zweiten Stock aus der Fassade des dreistöckigen Wohnhauses. Auf Luftbildern ist erkennbar, dass sich direkt neben dem Haus ein größerer Pool befindet, der vermutlich zum Haus gehört.

Wer in dem Haus wohnt, war vor Ort nicht herauszubekommen. Zur Herkunft der beiden Toten machten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft Angaben. „Wir wissen es derzeit noch nicht genau“, sagte Pressesprecherin Christiane Lautenschläger auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Weitere Angaben machte sie nicht. Sie verwies auf die laufenden Ermittlungen.

Auf Nachfrage der RHEINPFALZ teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sich die Ermittlungen noch ganz am Anfang befänden. Über die Pressemitteilung der Polizei hinausgehende Auskünfte könnten noch nicht erteilt werden. Staatsanwalt Felix Huth teilte mit, dass er Spekulationen zur Herkunft der Getöteten – „soweit eine Identifizierung bislang erfolgt ist“ – nicht bestätigen könne.

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