Zweibrücken
Job-Angst bei Pallmann: Stadt spricht mit Chefs bei Siempelkamp
Am Montag hat Oberbürgermeister Marold Wosnitza von den harten Einschnitten erfahren, die die Geschäftsführung der Krefelder Siempelkamp-Gruppe für ihren Zweibrücker Standort im ehemaligen Pallmann-Werk plant. Umgehend habe er Gespräche mit der Firmenspitze und dem Land aufgenommen. Wie berichtet, war der Zweibrücker Belegschaft am Dienstag von der Geschäftsführung mitgeteilt worden, dass am Standort bis zu 129 der 282 Arbeitsplätze abgebaut und die Maschinenfertigung eingestellt werden sollen. Im Werk sollen nur noch die Endmontage und Serviceleistungen verbleiben.
In einer Presseerklärung bekannte der OB am Mittwoch, dass er unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne Gespräche mit der Unternehmensleitung aufgenommen habe; er stehe im Austausch mit Betriebsrat und IG Metall. Am Montag habe er auch mit Vertretern der Landesregierung gesprochen. Mit Gewerkschaft und Betriebsrat habe man vereinbart, „dass wir die nun anstehenden weiteren Gespräche zwischen Unternehmen, Betriebsrat und Gewerkschaft eng begleiten.“ Man sei sich einig, dass Stadt und Landesregierung sich „erst dann aktiv in die Gespräche einschalten werden, wenn wir von einer Seite dazu aufgefordert werden“, so der Rathauschef.
„Stadt an der Seite der Beschäftigten“
Stadt und Land seien bereit zu unterstützen und stünden „mit allen Beteiligten in einem engen und kontinuierlichen Austausch“. Pallmann sei seit 1903 Teil der Stadtgeschichte, schreibt Wosnitza. Er verstehe, „dass Unternehmen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld Entscheidungen treffen müssen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten“. Doch empfinde er „Frustration“, weil „rund die Hälfte der Arbeitsplätze wegfallen soll“. Wosnitza sagt, er wolle ausloten, „welche Möglichkeiten es gibt, die Auswirkungen für die Beschäftigten und unsere Stadt abzumildern“. Er setze sich dafür ein, „dass alle denkbaren Alternativen geprüft werden.“ Die Stadt stehe „an der Seite der Beschäftigten. Wir werden die Entwicklung aufmerksam begleiten und alles in unserer Kraft Stehende tun, um Perspektiven für die betroffenen Menschen und den Standort zu sichern.“
Die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner (SPD) appellierte in einem Brief an den Mainzer Staatsminister Markus Klein (CDU), dass die neue Landesregierung sich einbringen möge, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Auch Glöckner selbst bietet Unterstützung an.