Zweibrücken / Contwig
Investor Weingarth und seine Pläne für die Truppacherhöhe
Eine große Tankanlage auf Höhe des Outlets, auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn, auf der Truppacherhöhe – das würde noch immer passen. Sagt Oliver Weingarth. Der Investor aus dem fränkischen Coburg hatte sich vor 15 Jahren ein 17.000 Quadratmeter großes Filetstück auf dem geplanten neuen Gewerbegebiet des Zweckverbandes Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (Zef) gesichert. Weil es aber nicht zu Erschließung der Truppacherhöhe kam, der folgende Rechtsstreit des Zef mit dem Möbelhaus-Projektor Kleinpoppen jegliches Vorankommen über Jahre blockierte, kam Weingarth nicht zum Zug. Jetzt, da der Rechtsstreit seit Juli mit der Korrektur des Grundbuchs beendet ist, hofft der Investor, endlich landen zu können. „Natürlich mit einem neuen Plan. Das Thema eines McDonalds-Restaurants hat sich mit dem Bau am Outlet erledigt, ebenso eine Spielhalle. Die Verträge waren alle ausgelaufen. Auch mit der Shell. Der Anker, eine Tankstelle, bleibt aber. Drumherum werde ich mir etwas überlegen, neu in die Akquise gehen. Wenn es mit der Erschließung konkret wird, habe ich sicher meine Hausaufgaben gemacht“, verspricht der 53-Jährige.
Voraussetzung: die Lösung der Kleinpoppen-Blockade
Der Entwickler von Gewerbeflächen und Wohnungsbau hatte sich im Sommer überrascht, vor allem aber erfreut gezeigt, dass sich die Blockade der Truppacherhöhe auflöst. Fußend auf ein Urteil des Landgerichts Zweibrücken aus dem Oktober 2022, hatten der Zweckverband und der Solinger Projektentwickler André Kleinpoppen vor dem Oberlandesgericht einen Vergleich geschlossen. Kleinpoppen stimmte einer Löschung seiner Auflassungsvormerkung, in der Wirkung ein Kaufrecht, aus dem Jahre 2016, zu. In der Erkenntnis, dass seine Pläne zum Bau eines XXL-Einrichtungshauses mit 40.0000 Quadratmetern Verkaufsfläche unmöglich zu realisieren sind. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd hatte die Ansiedlung auf der Truppacherhöhe ausgeschlossen, Kleinpoppen sich aber lange störrisch gezeigt. Nach neuerlichen Hinweisen im Berufungsverfahren vorm Oberlandesgericht zog er seine Klage im Sommer doch zurück. Mit der Löschung im Grundbuch hat der Zef jetzt wieder volles Verfügungsrecht, kann sich an die Bauleitplanung machen.
Verbrannte Erde?
Klar ist, dass der interkommunale Zweckverband eine hohe finanzielle Förderung aus dem Landeshaushalt Rheinland-Pfalz für die Erschließung der insgesamt rund zwölf Hektar der Truppacherhöhe benötigt; dem Land umgekehrt aber auch eine nahezu ideal am Aufeinandertreffen von A8 und L700 gelegene Entwicklungsfläche im Rahmen der Gewerbe- und Industrieflächenstrategie des Landes anbieten kann. In der gemeinsam von Zweibrücken, Pirmasens und dem Landkreis Südwestpfalz erstellten Potenzialstudie war die Truppacherhöhe schon 2021 als Filetstück gemeldet worden.
„Aufgrund der vielen geplatzten Planungen von Projektentwicklern ist die Truppacherhöhe ja schon ein bisschen verbrannt“, erinnert Oliver Weingarth an Namen wie die Krause-Gruppe, P1, von Thun oder eben Kleinpoppen. Er glaube aber nach wie vor an eine gute Entwicklung aufgrund der Lage. „Es hat sich ja gezeigt, wie stark sich das Outlet und das Flughafengelände in den vergangenen 15 Jahren entwickelt haben. Der Magnet zieht.“ Ein ursprünglich miterworbenes Zugriffsrecht auf weitere 36.000 Quadratmeter auf der Truppacherhöhe will der Franke aber eher nicht mehr ziehen. „Das ist doch zu groß. Und ich habe meinen Schwerpunkt eher im Handel und Wohnungsbau. Ich gehe davon aus, dass diese für die Truppacherhöhe nicht mehr infrage kommen.“ Die Verwaltung des Zweckverbandes und die Wirtschaftsförderung der Stadt Zweibrücken hätten wieder Kontakt zu ihm aufgenommen. „Wie ich das verstehe, gilt es jetzt, das Rechtliche für die Erschließung zu klären. Mit Baurecht rechne ich realistischerweise nicht vor 2027“, sagt Weingarth.
Weingarth: Schade, dass Parkbrauerei abgerissen ist
Der 53-Jährige realisiert in seiner Heimatstadt Coburg gerade ein Großprojekt, die Verwandlung einer ehemaligen Brauerei auf 20.000 Quadratmetern Grund zu einem Wohn- und Gewerbequartier. Es handele sich um die Sanierung historischer Bausubstanz, des Sudhauses, der Eiskeller, Wagenhallen und der Mälzerei der 1860 gebauten, 1998 dann aufgegebenen Scheidmantel-Brauerei. Scheidmantel-Biere leben als Marken der großen Kulmbacher Brauerei weiter. „Für 2026 ist der vierte und letzte Bauabschnitt geplant“, sagt Weingarth. 35 Wohneinheiten, darunter mehrere 150 Quadratmeter große Lofts, sollen in den historische Sandsteingebäuden entstehen, dazu Büroflächen. Ein Discounter, für dessen Neubau noch Platz auf dem Grundstück war, hat schon eröffnet. „In das Projekt fließt Herzblut. Ich finde es toll, wenn historische Bausubstanz einer modernen Nutzung zugeführt werden kann. Sehr schade, dass in Zweibrücken die erhaltenswerten Gebäude der alten Parkbrauerei abgerissen wurde“, sagt Oliver Weingarth.