Zweibrücken
Hornbach bei Rimschweiler: Renaturierung wird teurer
Die Renaturierung des Hornbachs in Rimschweiler zwischen Obst- und Gartenbauvereinsgelände und Birkhausen-Brücke wurde im September abgeschlossen. Es sind nur noch Restarbeiten zu erledigen, so muss etwa der Erdaushub abtransportiert werden. Der Stadtrat stimmte vergangene Woche zu, dass der Auftrag der Firma Ebert Vegetation und Kompostiertechnologie aus Neunkirchen um gut 11.000 Euro auf 842.500 Euro erhöht wird.
Die Mehrkosten entstanden laut Stadtverwaltung, weil die in den Hornbach eingebauten sogenannten Strömungslenker stärker abgesichert werden mussten als ursprünglich vorgesehen. Sie mussten mit zusätzlichen Matten und Weidenkonstruktionen gegen übermäßigen Verschleiß durch Abrieb geschützt werden. Als notwendig erachtet wurden die zusätzlichen Sicherungen laut Stadt, nachdem die Einbauten im Hornbach mehrfach von Hochwasser zerstört worden waren. Mit der Renaturierung des genannten Abschnitts wurde im November vergangenen Jahres begonnen, und von Anfang an fiel anhaltend viel Regen, was die Bauarbeiten auch immer wieder verzögerte.
Der Hornbach wird bereits seit einigen Jahren abschnittsweise renaturiert. Zwischen Althornbach und Zweibrücken war der Bach in den 1930er Jahren begradigt worden, um Boden für die Landwirtschaft zu gewinnen. Durch die Begradigung, Tieferlegung und Befestigung wurde der Hornbach immer unnatürlicher, bot nur noch wenig Lebensraum für Pflanzen und Tiere und genügte schließlich von Gesetzes wegen her den ökologischen Vorgaben nicht mehr.
Im rund 600 Meter langen Abschnitt entlang des Geländes des Obst- und Gartenbauvereins Rimschweiler am rechten Ufer und der angrenzenden Schrebergartensiedlung bis zur Birkhausen-Brücke am linken Ufer war das Ziel, einen möglichst großen Schutzstreifen zwischen Bach und Gartenanlagen zu schaffen. Ursprünglich sollte der Hornbach von den Schrebergärten weg in die Wiesen hinein verlegt werden, auch, um keine Bäume fällen zu müssen. Dieses Vorhaben musste jedoch fallengelassen werden, zum einen aus Kostengründen, zum anderen, weil es mit dem Vogelschutzgebiet vor Ort nicht vereinbar war.
Stattdessen wurde der Hornbach großräumig auf der Rimschweiler zugewandten Seite aufgeweitet und mit Strukturelementen wie Totholz und Steinen versehen. So soll sich der Hornbach im Laufe der Zeit selbstständig in die Fläche hinein entwickeln, sich sozusagen sein eigenes Bachbett bahnen. Ein Korridor dafür wurde festgelegt und mit Holzpfosten markiert. Dieser Korridor wird ins Eigentum der Stadt Zweibrücken überführt.