Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Hamburger Investor kauft Privatstraße: Erster Mieter für neue Dauerstellplätze

Seit 28. September parkt ein Wohnwagen mit KL-Kennzeichen auf dem ersten der eingezeichneten Stellplätze in der Privatstraße.
Seit 28. September parkt ein Wohnwagen mit KL-Kennzeichen auf dem ersten der eingezeichneten Stellplätze in der Privatstraße.

Der Eigner der Zweibrücker Privatstraße Bei den Fuchslöchern vermietet nun die erste der Parzellen, die er dort als Dauerstellplätze für Wohnwagen markiert hat.

Seit Ende voriger Woche ist in der Zweibrücker Privatstraße Bei den Fuchslöchern der erste von bislang sechs blau markierten Stellplätzen belegt. Diese Parkflächen hatte der Eigner der Straße markieren lassen, um sie als Dauerstandplätze zu vermieten. Nach Angaben von Anwohnern steht seit Donnerstagmittag auf Stellplatz Nummer 1 ein Wohnwagen mit Kaiserslauterer Kennzeichen. Ein Hamburger Investor hatte die Privatstraße gekauft und angekündigt, dort auf dem Asphalt Stellplätze anzubieten für Autos sowie Wohnwagen und Wohnmobile.

Bei den betroffenen Nachbarn stieß das alles auf wenig Begeisterung. Zwei Anwohnerinnen kamen am Sonntag aus ihren Häusern, sie wollten sich aber gegenüber der RHEINPFALZ zur Sache nicht weiter äußern. „Die Situation ist schwierig, wir wollen abwarten, wie es weitergeht“, sagten sie.

Anfang Juni hatten die Anwohner der kleinen Privatstraße oberhalb des Kindergartens in den Fuchslöchern erfahren, dass ihre Straße verkauft worden ist und einen neuen Eigentümer hat. Dieser kündigte an, Stellplätze auf der Straße einzuzeichnen und diese zu vermieten. Bei Anwohnern wurde die Befürchtung laut, dass bei Belegung der Stellplätze auf ihrer Wohnstraße die Ein- und Ausfahrt zu ihren Grundstücken behindert werden. Auch die Zufahrt etwa für die Müllabfuhr sehen die Anwohner bei voll belegten Stellplätzen auf der einen Straßenseite kritisch. Bereits im Juni hatte der neue Straßenbesitzer Martin Neumann aus Hamburg aber angekündigt: „Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, abreißen, sperren oder was verbieten. Wir achten darauf, dass alle Zufahrten zu den bestehenden Garagen oder Stellplätzen erhalten bleiben.“

Im Wendehammer vorerst verzichtet

Anfang September hat eine Firma im Auftrag des Straßenbesitzers sechs Stellplätze am rechten Fahrbahnrand der Sackgasse blau markiert. Auch im Wendehammer am Ende der Straße sollten Stellplätze markiert werden. Doch dann verzichtete Neumann zumindest vorerst darauf. Weil „die Ausfahrtsituation für die Anlieger da am schwierigsten“ sei, stehe dieser Teil der Straße für ihn „jetzt nicht ganz oben auf der Tagesordnung“, hieß es. Und wohl wegen eines Hydranten ist die dort aufgetragene provisorische Markierung in weißer Farbe etwas schmaler ausgefallen. Tatsächlich sind im Wendebereich weiße Markierungen vorhanden – jedoch schlecht zu erkennen und nicht nummeriert. Im Gegensatz zu den sechs Reihen-Stellplätzen am rechten Straßenrand. Diese grenzen an einen Grünstreifen, auf dem Kinderspielgeräte stehen.

Die Dauerstellplätze sind mit blauen Linien markiert.
Die Dauerstellplätze sind mit blauen Linien markiert.

Der Straßenbesitzer Martin Neumann sagte, er habe im Sommer alle betroffenen Anwohner angeschrieben, jedoch keinerlei Resonanz darauf bekommen.

Noch nichts Neues in der Siebenpfeifferstraße

Bereits zuvor war – nur wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt – in der ebenfalls privat gebauten Siebenpfeifferstraße ein Teilstück von Privatleuten ersteigert worden. Diese kündigten an, die Straße abzusperren, nachdem die dortigen Anwohner nicht auf Verkaufsangebote eingegangen waren und einen Rechtsanwalt mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hatten.

Diese Posse beschäftigte seit dem Frühsommer nicht nur Medien in ganz Deutschland, sondern auch in der Türkei, wo die familiären Wurzeln der Straßenkäufer liegen. Bis dato ist die Siebenpfeifferstraße aber weiterhin frei befahrbar; Neues hat sich dort bislang nicht mehr ereignet.

x