Zweibrücken Gutes Dutzend ausgezeichnete Küchen

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„Hauptsach gudd gess“ lautet ein saarländisches Motto. Geradezu als Beleg dieses Anspruchs erscheint der Michelin-Stern, den das Webenheimer Restaurant „Barrique“ als einziges im Zweibrücker Raum trägt. Ausgezeichnete Küchen auch im westlichen Zipfel der Pfalz schließt das gleichwohl nicht aus. Dies legen die Bewertungen von Gault Millau, Michelin, Aral & Co nahe. Die Gourmet-Guides verleihen ihre Hauben, Diamanten oder Löffelpaare an mehr als ein Dutzend Lokale um den Horn- und Schwarzbach.

Gleich vier Betriebe aus dem Zweibrücker Raum spielen in der ersten Feinschmecker-Liga, glaubt man einer von Informatiker Gustav Volkenborn entwickelten Rangliste. Neben dem „Barrique“ aus Webenheim finden sich aktuell das Hornbacher „Refugium“, das Restaurant von Harry und Monika Borst in Maßweiler sowie das Zweibrücker „Esslibris“ unter den besten 600 in Deutschland. Auch jenseits dieser Spitzengruppe folgen fünf vertraute Adressen aus Zweibrücken, Hornbach und Blieskastel. Die Pirmasenser „Brasserie“ (des ehemaligen „Refugium“-Küchenchefs Pavic) und das Gasthaus Kunz in Winzeln rangieren wiederum unter den ersten 1000, liegen aber aus Zweibrücker Sicht nicht gleich um die Ecke. Eher trifft das auf den Newcomer „L’Argousier“ in Volmunster zu. Den „Sanddorn“, so die deutsche Übersetzung, sieht das Volkenborn-Portal auf Platz 866 in Frankreich. Welche Aussagekraft man solchen Zahlen beimisst, bleibt dem Nutzer überlassen. Selbst wenn die Ranglisten-Herausgeber ihre Bewertung absichern, indem sie die Gesamt-Punktzahl aus Daten von sieben Gastro-Führern speisen. Am Ende entscheidet der Kunde. „Es muss halt alles passen“, spricht Gastronom Harry Borst persönliches Empfinden, Gesamteindruck und Atmosphäre als Kriterien an. Sähen Gäste ihre Erwartung unerfüllt, liege das nicht zwangsläufig an mangelnder Qualität der Küche. Entsprechend verleiht der Guide Michelin neben seinen Sternen auch schwarze und rote Bestecke, die auf besonderen Komfort oder auf „angenehme Restaurants“ hinweisen. Eine Belobigung, die etwa beim Zweibrücker „Storchennest“ um den Hinweis auf Herzlichkeit und die regionale Küche von Patron Christoph Krück ergänzt wird. Dem „Michelin“, seit 105 Jahren erscheinender Urvater aller Restaurantführer, sagt man hohe Ansprüche und kritische Inspektoren nach. „Aufwändige Kleinigkeiten vorweg“ und den begehbaren Wein-Klimaschrank finden sie in Hämmerles „Barrique“ lobenswert. Den Bib Gourmand, die Auszeichnung für ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis, verleiht das rote Buch an Hämmerles Zweit-Lokal „Landgenuss“ sowie an beide Restaurants in der Zweibrücker Fasanerie, an die Pirmasenser „Brasserie“, und den „L’Argousier“ in Volmunster. Von nordischer Strenge und Ruhe spricht die französische Gault-Millau-Ausgabe bei diesem lothringischen Haus, und von zeitgemäßer, schöner Küche. Dazu passt die Auszeichnung „Junges Talent 2014“ für Jonathan Birkenstock, der das Restaurant mit seiner Mutter führt. Wie „der Michelin“ steht der in 23 Ländern erscheinende Gault Millau für fachliche Kompetenz. Internet-Nutzern serviert der von Henri Gault und Christian Millau gegründete Führer nur Häppchen: wer mehr wissen will, muss das Buch kaufen oder die vollständige online-Ausgabe. Eine Entwicklung, die auch bei anderen Gourmet-Guides greift. Wenngleich sich immer mehr Gäste zuerst übers Internet orientieren, wie Harry Borst beobachtet. Mit einer Haube zeichnet der Gault Millau dessen Lokal in Maßweiler aus. Begründung: die Küche enttäusche höchst selten. Eine Haube vergibt der Franzose ebenso an das „L’Argousier“ und an das Kunz in Winzeln. Zwei Gault Millau-Hauben gibt’s für die moderne Klassik im Hornbacher „Refugium“ („eines der schönsten deutschen Hideaways“) und fürs „Barrique“ in Webenheim. Großzügiger sind die Führer von Varta, Aral und Bertelsmann bei der Vergabe ihrer Diamanten, Löffelpaare und Kochmützen. Erläuterungen bietet vor allem Bertelsmann. Dem Refugium spricht der seit 1997 erscheinende Gastro-Führer „Speisen von ausdrucksstarker Klarheit“ zu, dem Esslibris „junge und kreative Gastronomie“, und dem Barrique „große geschmackliche Tiefe und Aromenvielfalt“. „So genau nehmen sollte man es nicht mit den Bewertungen“, meint Harry Borst. Sie lieferten Anhaltspunkte, mehr nicht. Als Pfund, mit dem man wuchern kann, sieht der Küchenchef regelmäßige Stammgäste. Nicht wenige nähmen Fahrtstrecken über 100 Kilometer auf sich – um dann in der Region zu übernachten und eine Tour durchs Outlet anzuschließen. (npm)

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