Zweibrücken
Geld aus Zweibrücker Hausverkauf fließt in Hollywoodfilm
Das vom Opa geerbte Haus zu verkaufen, ist Phil Ramcke doch näher gegangen, als er ursprünglich dachte. Ramckes Großvater hat das Haus 1958 gekauft. Das prächtige und luxuriöse Anwesen an der Ecke Dingler- und Bismarckstraße erzählt viele Geschichten. Dass es kein einfaches Wohnhaus gewesen ist, zeigt sich in der aufwendigen und avantgardistischen Bauweise. Und das über 100 Jahre alte Haus hat viel erlebt: Kriege, verschiedene Regierungsformen, Krisen und Wirtschaftswunder. Es blieb stehen. Selbst die massive Bombardierung der Stadt Ende des Zweiten Weltkrieges hat dem Anwesen nichts angetan. Ramcke selbst kommt aus der Hansestadt Hamburg, weil aber ein Teil seiner Familie aus Zweibrücken stammt, war er oft in dem Haus zugegen. „Die Hälfte meiner Kindheit habe ich in Zweibrücken verbracht“, sagte der Filmemacher im April zur RHEINPFALZ.
Mieter sollen drin bleiben
Die Nachfrage nach dem Haus sei durchaus groß gewesen. Ramcke sagt, dass ein von ihm produzierter Werbestreifen im Hollywood-Stil wohl den Verkauf angekurbelt hat. Wie viel genau er für das Haus bekommen hat, das sagt Ramcke nicht – Vertragsgeheimnis, lautet die Begründung. Die RHEINPFALZ weiß, dass das Anwesen von einem Zweibrücker Investor gekauft worden ist. Namentlich will er in der Zeitung nicht genannt werden, er sagt, dass er ja kein Makler sei. Der Investor habe bereits zahlreiche Gebäude in der Stadt gekauft und anschließend saniert. Das hat er auch mit dem Haus an der Bismarck-Kreuzung vor. Angst, dass das historische Haus verfällt, müssten die Zweibrücker nicht haben, verspricht der neue Eigentümer.
Die bisherigen Mieter sollen im Haus bleiben, darunter auch der Second-Hand-Laden „Sell und Jenes“ in einem Nebengebäude. Dessen Inhaber sagte auf RHEINPFALZ-Anfrage, dass er nach einem großen Wasserschaden in 2021 nach Absprache mit dem ehemaligen Eigentümer Ramcke die Mieten stundete. Dafür habe er die Sanierung bezahlt. Er sei mit dem neuen Eigentümer im Gespräch.
Nächster Halt: Hollywood
Ramcke hat bereits vor dem Verkauf kein Geheimnis daraus gemacht, was er mit Erlös anstellen will. Der Filmemacher aus der Hansestadt zieht Ende des Jahres in die USA, genauer gesagt ins Herz der Filmindustrie: Los Angeles und somit Hollywood. Vorher müsse aber noch ein Streifen hierzuland abgedreht werden, als Ende der Dreharbeiten sei Oktober angesetzt. In Hollywood will Ramcke sich dann voll und ganz der Produktion seines Spielfilmes widmen. Das geplante Werk trägt den Titel „Götterdämmerung“ und soll laut Ramcke ein Budget von 40 Millionen Dollar haben. Das Geld aus dem Hausverkauf ist also nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Drehbuch für „Götterdämmerung“ sei bereits fertig, welches Produktionsstudio das Projekt übernimmt, sei noch ungeklärt. Deshalb kann Ramcke auch nicht sagen, welche Schauspieler die Rollen übernehmen.