Die Wochenend-Meinung
Eine Entscheidung, die keinem Zweibrücker egal sein kann
Es ist die wichtigste Personalentscheidung der vergangenen Monate: Nicole Hartfelder wird neue Vorständin des UBZ, des Umwelt- und Servicebetriebs Zweibrücken. Das klingt zunächst wie eine trockene Nachricht, kann es den Zweibrückern doch erst einmal egal sein, wer diesem oder jenem Tochterbetrieb der Stadt vorsteht. Näher betrachtet, spielt es aber doch eine Rolle, nicht nur für die Zweibrücker. Denn wie die Stadtwerke, die dafür sorgen, dass das Wasser aus dem Hahn kommt, der Strom aus der Steckdose und die Wärme aus dem Heizkörper, spielt der UBZ eine riesige Rolle in unserem Alltag. Und er ist im Stadtbild noch öfter zu sehen als die Stadtwerke.
Wer holt die Mülltonnen ab? Die Leute vom UBZ. Wer sorgt dafür, dass wir unsere Klos abspülen können? Die Leute vom UBZ. Wer hält die Straßen sauber und räumt sie, wenn es schneit? Der UBZ, der sich auch teilweise darum kümmert, dass die Straßen geflickt und ausgebaut werden. Die Leute vom UBZ halten die Friedhöfe, die Grünflächen und die Spielplätze in Schuss, auch den Wasserspielplatz am Exe. Und selbst der Rosengarten, die Baumpflege und die Blumenkübel im Stadtbild sind Sache des UBZ.
Dieser Laden muss laufen
Der Umweltbetrieb ist so präsent in Zweibrücken, dass man getrost sagen kann: Wohin man auch blickt, man sieht immer irgendetwas, worum sich der UBZ kümmert. Von daher kann es den Zweibrückern zwar erst einmal egal sein, wer den ganzen Laden leitet. Es kann ihnen aber nicht egal sein, dass der Laden läuft.
Dafür, dass der Laden weiter läuft, dafür sorgt bald Nicole Hartfelder. Und nach allem, was man bisher hört, wird sie dafür sorgen, dass er weiter gut läuft. Die waschechte Zweibrückerin, die in Rimschweiler wohnt, ist seit 25 Jahren dabei und seit acht Jahren die Stellvertreterin von Vorstand Werner Boßlet. Sie hat nicht nur die notwendige Erfahrung, sondern sie ist auch anerkannt. Dass sie die beste Wahl ist, das sah am Ende nicht nur die Berliner Firma so, die mit dem Bewerbungsverfahren beauftragt war. Das sahen auch der Verwaltungsrat und der Stadtrat so, die sie einstimmig als neue Vorständin wählten – und das, ohne groß drüber zu diskutieren.
Eine gute Wahl, aber keine Überraschung
Dass Nicole Hartfelder neue UBZ-Chefin wird, ist eine sehr gute Entscheidung. Es ist aber keine Überraschung, nicht nur wegen ihrer Erfahrung und ihrer Qualifikation, an der es keine Zweifel gibt. Dass sie einmal Nachfolgerin von Werner Boßlet werden soll, war schon länger klar. Spätestens, als die Stellenausschreibung veröffentlicht war, war sehr deutlich, dass das, was hier gefragt war, auch ziemlich gut zu Hartfelders Werdegang passte.
Und an dieser Stelle muss man sich fragen, ob es eine Beraterfirma aus Berlin braucht, um eine Entscheidung zu treffen, die dann genauso fällt, wie man es von Anfang an wollte. Die Lesart der Stadt ist die: eben gerade deshalb. Damit es am Ende nicht heißt, man habe hier gemauschelt.
Kritik am UBZ bleibt nicht aus
So viel Transparenz hätte man sich das ein oder andere Mal auch von der UBZ gewünscht. Der scheidende Vorstand Werner Boßlet hat den Betrieb erfolgreich geführt, aber er hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er der Zeitung am liebsten so wenig Auskünfte wie möglich gibt. Das lag auch daran, dass er sich das ein oder andere Mal falsch dargestellt sah. Aber oft sah er schon alleine die Tatsache, dass die Presse über etwas berichtet, als Kritik an der Arbeit seiner Leute. Dabei ist es nur verständlich, dass der UBZ immer wieder in der Zeitung steht – und auch echte Kritik nicht ausbleibt: Er spielt eben eine solch große Rolle im Alltag der Zweibrücker.