Kommentar Eine Demonstration, keine Revolution
Was wurde im Internet nicht alles geschrieben, erhofft, gar herbeigesehnt: Von dem Protest-Montag hatten manche nicht weniger erwartet, als dass sich die Deutschen unter der Führung der Bauern gemeinsam erheben und die Regierung stürzen. Der unsägliche Sturm auf die Fähre, mit der Wirtschaftsminister Robert Habeck aus dem Urlaub kam, wäre dann nur der Anfang gewesen. „Das sind Leute, denen geht es nicht um die deutsche Landwirtschaft, die haben feuchte Träume von Umstürzen“, hatte Landwirtschaftsminister Cem Özdemir das kommentiert.
In Zweibrücken hat sich gezeigt: Den Bauern von der Sickinger Höhe geht es sehr wohl um die Landwirtschaft, um ihre Höfe und um ihr Ein- und Auskommen. Nach dem Einlenken der Bundesregierung vergangene Woche fiel der Protest zu heftig aus. Aber die Landwirte haben am Montag sehr viel richtig gemacht: Auf ihren Schildern haben viele lieber die eigene Situation herausgestellt, anstatt die Regierung anzugreifen oder gar rote, grüne und gelbe Puppen an einen Galgen zu hängen. Sie haben den Verkehr behindert, ohne ihn komplett lahmzulegen. Vor allem aber haben sie Trittbrettfahrern und deren Umsturzfantasien keine Bühne geboten.