Zweibrücken
Diese Themen werden die Zweibrücker OB-Wahl entscheiden
Die Zweibrücker finden: Oberbürgermeister Marold Wosnitza ist bürgernah und beweist Führungsstärke. Seine zweite Stellvertreterin, die Beigeordnete Christina Rauch, ist sympathisch. Beides wird die Oberbürgermeisterwahl am 22. März aber nicht entscheiden. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, die die RHEINPFALZ beim Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR in Auftrag gegeben hat. Das Institut für Communication- & Marketing-Research hat hierfür vom 6. bis 11. Februar 500 zufällig ausgewählte Zweibrücker befragt, die bei der Oberbürgermeisterwahl am 22. März wahlberechtigt sind.
Die RHEINPFALZ wollte von den Befragten nicht nur wissen, welche Kandidaten sie kennen und wen sie wählen würden, sondern auch, was sie von den vier Bewerbern halten. Wer ist bürgernah, wer ist sympathisch, wer hat Führungsstärke, wer versteht etwas von Wirtschaftspolitik und wer bringt die Stadt nach vorne?
Bürgernähe
Beim Attribut „bürgernah“ liegt Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) mit 49 Prozent klar vorne. CDU-Kandidatin Christina Rauch und der parteilose Bewerber Atilla Eren liegen mit 34 und 33 Prozent deutlich dahinter. Christian Hofer (AfD) spielt mit 15 Prozent kaum eine Rolle. Werner Dieing, Leiter des Meinungsforschungsinstituts, bewertet das so: „Hier wirkt der Amtsbonus deutlich. Bürgernähe ist eine Kernstärke des Amtsinhabers. Dennoch ist bemerkenswert, dass 16 Prozent keinem Kandidaten Bürgernähe zuschreiben – ein Indikator für ein gewisses Distanzgefühl in Teilen der Bevölkerung. Für Wosnitza gilt es, diesen Vorsprung zu sichern und weiter sichtbar zu machen. Für Rauch besteht die Aufgabe darin, Bürgernähe stärker persönlich und emotional zu inszenieren, um hier aufzuschließen.“
Sympathie
Beim Thema Sympathie liegt Christina Rauch mit 47 Prozent vor Marold Wosnitza mit 42 Prozent. „Damit besitzt sie einen klaren emotionalen Wettbewerbsvorteil“, erläutert Werner Dieing und ergänzt: „Die CDU-Kandidatin gewinnt eher über emotionale Nähe, während der Amtsinhaber stärker über Kompetenz und Führung wahrgenommen wird. Für Wosnitza besteht hier Potenzial zur Emotionalisierung seiner Kommunikation. Für Rauch gilt es, diesen Sympathievorsprung nicht nur persönlich, sondern auch programmatisch aufzuladen.“
Führungsstärke
Wosnitza führt beim Attribut Führungsstärke mit 48 Prozent deutlich vor Rauch (26 Prozent). Auch hier zeige sich der klassische Amtsbonus, sagt Meinungsforscher Dieing. Dass gut ein Viertel der Zweibrücker keinem Kandidaten Führungsstärke zuschreibt, signalisiere eine verborgene Unsicherheit. „Obwohl der Amtsinhaber klar vorne liegt, besteht offenbar ein verbreitetes Bedürfnis nach klarer Führung. Wosnitza sollte daher Führung nicht nur verwaltend, sondern strategisch und zukunftsgerichtet kommunizieren. Rauch muss hier klar an Profil gewinnen, wenn sie als echte Alternative wahrgenommen werden will.“
Wirtschaftskompetenz
Bei der Umfrage wollte die RHEINPFALZ von den Zweibrückern auch wissen, welche Themen den Zweibrückern in der Stadtpolitik besonders wichtig sind. Hier wurden keine möglichen Antworten vorgegeben, und die Befragten konnten mehrere Themen nennen. Mit deutlichem Vorsprung landete die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt auf dem ersten Platz. Jeder Dritte möchte ausdrücklich, dass die Stadt sich darum kümmert, die Wirtschaft zu fördern, Unternehmen und Geschäfte anzusiedeln und das Ladensterben zu verhindern. Dazu kommen verwandte Themen wie die Arbeitslosigkeit bekämpfen und die Innenstadt beleben. Für den Leiter des Meinungsforschungsinstituts ist klar: „Wirtschaft ist das dominierende Thema der Stadtpolitik. Entsprechend relevant ist, dass Wosnitza mit 42 Prozent vor Rauch mit 34 Prozent liegt.“
Ähnlich wie bei der Führungsstärke spricht auch hier gut ein Viertel der Befragten keinem Kandidaten wirtschaftliche Kompetenz zu. Die Umfrage hat zudem ergeben, dass sechs von zehn Zweibrückern glauben, dass es mit Zweibrücken abwärts gehe. Werner Dieing: „Hier liegt eine zentrale strategische Stellschraube. Die Stadt wird mehrheitlich als abwärtsgerichtet wahrgenommen, Wirtschaftsförderung ist das Top-Thema. Wer hier konkrete, sichtbare und glaubwürdige Projekte vorweisen oder ankündigen kann, hat erhebliches Mobilisierungspotenzial. Für den Amtsinhaber ist dies Chance und Risiko zugleich: Er wird an bisherigen Ergebnissen gemessen.“
„Bringt die Stadt nach vorne“
Hier ergibt sich ein Patt: Wosnitza und Rauch liegen jeweils bei 33 Prozent. Auffällig ist laut Dieing jedoch „der sehr hohe Wert von 34 Prozent, die keinem Kandidaten zutrauen, die Stadt voranzubringen“. Das sei der strategisch wichtigste Befund: „Das Vertrauen in Zukunftsfähigkeit ist schwach ausgeprägt. In Verbindung mit der negativen Grundstimmung der Stadt entsteht ein Klima, in dem Wechselargumente verfangen können. Die Wahl wird damit primär zur Zukunftswahl. Wer eine glaubwürdige Vision für Zweibrücken formuliert, kann überdurchschnittlich profitieren.“
Was ebenso auffällt: Bei der Frage, welche Partei die Zweibrücker bei der Landtagswahl wählen möchten, landet die AfD auf Platz 2, fast gleichauf mit der CDU. Dem AfD-Kandidaten Christian Hofer trauen die Befragten aber wenig zu. Er landet bei allen fünf abgefragten Eigenschaften auf dem letzten Platz, noch hinter dem ebenfalls nicht gut abschneidenden Atilla Eren. Nicht mal jeder zehnte Befragte traut Hofer zu, dass er die Stadt nach vorne bringt. Nur wenige glauben, dass er etwas von Wirtschaft versteht oder dass er Führungsstärke besitzt. Und nur jeder sechste hält ihn für sympathisch und bürgernah. Dabei spielt es laut Meinungsforscher Dieing keine Rolle, ob die Befragten die Kandidaten tatsächlich so gut kennen, um diese Eigenschaften auch wirklich beurteilen zu könnnen: „Das hat etwas mit dem Image zu tun. Auch wenn ich keinen Mercedes fahre, habe ich ein Bild vor Augen, wie ich mir einen Mercedes vorstelle.“
Die Frage
Ein Oberbürgermeister beziehungsweise eine Oberbürgermeisterin sollte bestimmte Eigenschaften für sein/ihr Amt mitbringen. Ich lese Ihnen nun einige Eigenschaften vor, und Sie sagen mir bitte, welche dieser Eigenschaften auf die Kandidaten beziehungsweise die Kandidatin zutreffen.
ist bürgernah
ist sympathisch
hat Führungsstärke
versteht etwas von Wirtschaftspolitik
bringt die Stadt nach vorne
Die Umfrage
Das Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR (Institut für Communication- & Marketing-Research AG) hat vom 6. bis 11. Februar 500 zufällig ausgewählte Zweibrücker befragt, die bei der Oberbürgermeisterwahl am 22. März wahlberechtigt sind. Die Telefonnummern wurden zufällig generiert. Als Grundlage dienten Informationen der Bundesnetzagentur, welche Rufnummernblöcke tatsächlich vergeben sind und die im Telefonbuch eingetragenen Privatnummern. Von diesen Nummern wurden die letzten drei Ziffern gelöscht und anschließend nach dem Zufallsprinzip mit den Zahlen '000' bis '999' aufgefüllt. Dadurch lassen sich auch Haushalte erreichen, die nicht im Telefonbuch eingetragen sind. Es folgt eine zweite Stufe der zufälligen Auswahl, indem diejenige Person befragt wird, die von den Wahlberechtigten im Haushalt als letzte Geburtstag hatte.
Mobilfunknummern wurden nicht angerufen, da sie sich nicht lokal zuordnen lassen. Es wäre reines Glück und unverhältnismäßig viel Aufwand, über eine zufällig ausgewählte Mobilnummer einen Wahlberechtigten in Zweibrücken zu erreichen. Die Ergebnisse werden gewichtet, so dass sie repräsentativ für die Bevölkerungsstruktur von Zweibrücken sind.
RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion
Zur Zweibrücker Oberbürgermeisterwahl am 22. März treten vier Kandidaten an: Amtsinhaber Marold Wosnitza (SPD), die Beigeordnete Christina Rauch (CDU), Stadtratsmitglied Christian Hofer (AfD) und der parteilose Bewerber Atilla Eren. Wer die Kandidaten und ihre Ziele näher kennenlernen möchte, sollte am Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr, zur RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion in die Festhalle kommen. Dort stellen sie sich den Fragen von Redaktionsleiter Thomas Büffel und der stellvertretenden Redaktionsleiterin Sigrid Sebald. Der Eintritt ist frei. Wenn Sie Fragen haben, die wir an dem Abend den Kandidaten stellen sollen, dann schicken Sie uns eine E-Mail an redzwe@rheinpfalz.de.
So geht es weiter
Als nächstes veröffentlichen wir diese Ergebnisse unserer Meinungsumfrage:
Wie bekannt sind die vier OB-Kandidaten?
Wen würden die Zweibrücker zum OB wählen?
rheinpfalz.de
Weitere Artikel zur anstehenden Oberbürgermeisterwahl in Zweibrücken finden Sie unter rheinpfalz.de/zweibruecken