Zweibrücken
Deutlicher Sieg: Marold Wosnitza bleibt Oberbürgermeister von Zweibrücken
[aktualisiert 20:03 Uhr] Marold Wosnitza bleibt Oberbürgermeister von Zweibrücken. Er gewann die Stichwahl am Sonntag mit 1118 Stimmen und zehn Prozentpunkten Vorsprung. Der Sozialdemokrat hatte in neun der zehn Stadtteile die meisten Stimmen. Nur in Mittelbach unterlag er der Christdemokratin Rauch mit 48,7 zu 51,3 Prozent. Den größten Vorsprung hatte Wosnitza im Stadtteil Rimschweiler. Dort stimmten 61,6 Prozent für ihn, für Rauch nur 38,4 Prozent.
„Es ist letztlich so gekommen, wie ich es mir erhofft habe. Natürlich freue ich mich wie Bolle“, sagte ein über beide Ohren strahlender Marold Wosnitza am Sonntagabend, kurz nachdem sein Wahlsieg feststand. Sein Dank gelte nicht nur den 5721 Wählern, die ihr Kreuz hinter seinem Namen gemacht haben, sondern auch seinem Wahlkampfteam. Wosnitza plant, die gesamte Amtszeit von acht Jahren voll auszuschöpfen. „Aus meiner Sicht spricht da erst einmal nichts dagegen.“
Wosnitzas Plan für den Sonntagabend nach dem Wahlsieg: „Wir gehen jetzt im Team feiern. Wir hätten aber auch gefeiert, wenn es anders ausgegangen wäre – dann hätten wir aber mehr getrunken und weniger gefeiert.“ Für den Montagmorgen plant der wiedergewählte Oberbürgermeister einen ruhigeren Start in den sonst hektischen Alltag: „Mal etwas sortieren, anfangen, die Plakate abzuhängen“, kündigt Wosnitza an. „Ich ertrage diese Plakate nicht mehr. Das ist ein ästhetisches Ungetüm. Wenn es nach mir ginge, könnten wir nur die Bauzäune aufstellen und auf den Rest verzichten.“
Rauch: Ergebnis ist enttäuschend
Ein Andenken aus seinem zweiten Wahlkampf bekommt bei Wosnitza zu Hause einen Ehrenplatz: seine roten Turnschuhe und die dazugehörigen, farblich passenden Socken. „Die stehen bei mir zu Hause in einer Plexiglasvitrine.“ Vom Bauchgefühl her geht es jetzt in seinem OB-Amt nahtlos weiter. „Natürlich werden wir die Dinge, die wir im Wahlkampf angesprochen haben, noch einmal diskutieren, sukzessive aufarbeiten und umsetzen.“
„Das Ergebnis ist für mich persönlich enttäuschend, aber ich nehme die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger mit Respekt und dankbar an. Nun ist das Ergebnis, wie es ist“, sagte Christina Rauch der RHEINPFALZ, als sie eine halbe Stunde, nachdem das Ergebnis feststand, zur Wahlparty in die Metzgerei Grim kam. „Die Bürgerinnen und Bürger haben sich entschieden“, sagte sie und bedankte sich „bei allen, die mir das Vertrauen ausgesprochen haben“.
Wahlbeteiligung bei Stichwahl gesunken
Am Montagmorgen möchte sie als Beigeordnete zur Arbeit gehen, „wie ich das die letzten Wochen und Monate auch getan habe. Ich werde volles Engagement für unsere Stadt zeigen.“ Sie finde es wichtig, dass jetzt die Themen angegangen werden, die die letzte Zeit im Mittelpunkt standen – gute Bildungs- und Wirtschaftspolitik, lebendige Innenstadt, eine lebendige Infrastruktur. „Wir müssen unsere Stärken und unser Potenzial nutzen. Wir haben eine schöne Stadt. Es liegt an uns, sie noch schöner zu machen. Das nehme ich aus diesem Wahlkampf mit.“ Das Wahlergebnis müsse sie nun erst sacken lassen. Den Sonntagabend verbrachte sie mit ihren CDU-Kollegen bei der Wahlparty und Pizza.
Im ersten Wahlgang hatte Wosnitza 42,7 Prozent der Stimmen bekommen, Christina Rauch 30,5 Prozent. Christian Hofer (AfD, 20,7 Prozent) und Atilla Eren (parteilos, 6 Prozent) schieden aus dem Rennen aus. Die Wahlbeteiligung lag im ersten Wahlgang bei 60 Prozent, bei der Stichwahl betrug sie lediglich 40 Prozent. Das wirkte sich auch auf die absoluten Stimmen aus: In der Stichwahl holte Wosnitza 5721 Stimmen gegenüber den 6607 Stimmen vor drei Wochen. Christina Rauch bekam 4603 Stimmen gegenüber 4716 Stimmen im ersten Wahlgang.