Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Der Schuss fiel gegen halb zwölf

In diesem Mehrfamilienhaus am Mannlichplatz fiel am 7. Oktober der tödliche Schuss.
In diesem Mehrfamilienhaus am Mannlichplatz fiel am 7. Oktober der tödliche Schuss. Foto: Georg Altherr

Der Schuss, der am 6. Oktober in einer Wohnung am Mannlichplatz eine 51 Jahre alte Frau tötete, fiel aller Wahrscheinlichkeit nach gegen 23.30 Uhr. Das besagt das rechtsmedizinische Gutachten, das den Zweibrücker Ermittlungsbehörden inzwischen schriftlich vorliegt. Der tatverdächtige 48-jährige Zweibrücker befindet sich laut Staatsanwaltschaft weiterhin in Haft.

Laut rechtsmedizinischem Gutachten liegt der Todeszeitpunkt zwischen 20.30 und 2.15 Uhr, „mit einem Wahrscheinlichkeitsmaximum um 23.30 Uhr“, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt auf Anfrage mit. Durch weitere Ermittlungen werde nun versucht, den Todeszeitpunkt noch näher einzugrenzen und zu verifizieren. Als Todesursache nenne das Gutachten eine Durchschussverletzung der Brust mit beidseitigem Lungendurchschuss der Hauptschlagader.

Staatsanwaltschaft: Selbstmord sehr unwahrscheinlich

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass ein Selbstmord zwar nicht zu Hundert Prozent ausgeschlossen, aber äußerst unwahrscheinlich ist. Dagegen spreche unter anderem der Schusskanal. Das Gutachten zu den Schmauchspuren, die der Schuss hinterlassen hat, liegt laut Weingardt noch nicht vor.

Wie berichtet, meldete sich am Montag, 7. Oktober, ein 48 Jahre alter Mann, der in einer Dachwohnung am Mannlichplatz wohnt, bei der Polizei. Er gab an, dass er am Morgen in seinem Wohnzimmer seine frühere Lebensgefährtin, mit der er noch befreundet war, erschossen auf der Couch vorgefunden habe. Der Polizei gegenüber sagte der Mann, die Frau habe sich umgebracht. Schnell geriet er allerdings unter Verdacht, die Frau getötet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft besaß der Mann eine illegale Waffe, aus der der tödliche Schuss fiel.

Keine Hinweise auf weitere Beteiligte

Laut Staatsanwaltschaft weist bisher nichts darauf hin, dass eine dritte Person die Frau getötet hat beziehungsweise zum entsprechenden Zeitpunkt in der Wohnung war.

Im privaten Umfeld der toten 51-Jährigen hält man ein Eifersuchtsdrama für unwahrscheinlich. Der Tatverdächtige und die Frau seien zwar vor Jahren ein Paar gewesen, aber seit Langem nur noch befreundet. Sie hätten sich gut verstanden.

x