Nachruf Der RHEINPFALZ-Mann aus der Hallplatzgalerie ist tot
Wer in der Galerie einkaufen ging oder einfach einen Kaffee dort trank, kannte ihn: Wolfgang Krähe stand zwischen Aufzug und Jeansladen, neben ihm ein RHEINPFALZ-Schirm, vor ihm ein kleiner Stand mit ein paar Zeitungen. Oft unterhielt er sich mit den Menschen um ihn herum, plauderte mit seinen Bekannten, tauschte Neuigkeiten aus. Diese Kontakte waren ihm genauso wichtig wie der Grund, warum er dort stand: Seit über 20 Jahren warb er für die RHEINPFALZ, um neue Abonnenten zu gewinnen.
Doch er tat weit mehr als das. Weil die RHEINPFALZ in ihrer früheren Geschäftsstelle beispielsweise keine Kleinanzeigen mehr aufnimmt, wandten sich viele Kunden an Wolfgang Krähe, der stets versuchte weiterzuhelfen, und wenn das nicht möglich war, wenigstens einen Ansprechpartner zu finden.
Die Menschen in der Hallplatzgalerie lagen ihm am Herzen
Wie sehr ihm die Angestellten und Kunden der Hallplatzgalerie am Herzen lagen, zeigt auch ein Moment vor zwei Jahren, als der Cap-Markt zu schließen drohte. Als nach zweimonatigen Verhandlungen klar war, dass der Mietvertrag doch verlängert wird, rief er sofort in der Redaktion an und berichtete voller Freude: „Habt ihr’s schon gehört? Wir haben’s geschafft!“
Nach einem Notfall kurz vor Weihnachten 2024 lag Wolfgang Krähe zeitweise im Koma. Sein Stand in der Galerie blieb seitdem verwaist, und obwohl die Kollegen der Zweibrücker Lokalredaktion wussten, dass er nicht da sein würde, schauten wir doch immer hinüber. Die Hoffnung, ihn noch einmal dort stehen zu sehen, erfüllte sich nicht. Am Montag starb Wolfgang Krähe. Er wäre im Juni 72 Jahre alt geworden.