Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Das ist die nervigste Baustelle der ganzen Stadt

An der Ernstweiler Kirche trifft der Verkehr aus Richtung Innenstadt, Baumarkt und Ernstweiler/Einöd aufeinander.
An der Ernstweiler Kirche trifft der Verkehr aus Richtung Innenstadt, Baumarkt und Ernstweiler/Einöd aufeinander.

An manchen Baustellen scheint nie jemand zu arbeiten. Die Auftraggeber müssen sich fragen, ob sie nicht strengere Vorgaben machen müssen. Oder mehr bezahlen.

Nur so eine Idee: Man könnte doch das Motiv auf unseren Baustellenschildern ersetzen. Nur noch den Sandhaufen und den Schippenstiel abbilden. Also ohne den Bauarbeiter. Das träfe es doch besser.

Die nervigste Baustelle der Stadt

Scherz beiseite, ich weiß, dass Bauarbeiter einen Knochenjob machen, ihn so gut erledigen, wie sie können, und ich möchte nicht mit ihnen tauschen. Aber an manchen Baustellen hat man tatsächlich das Gefühl, dass dort nie jemand arbeitet, wann immer man vorbeifährt. Vor allem an Autobahnen scheint das so. Einige unserer Leser haben sich auch schon beschwert, dass es ihnen so vorkommt, als würde in Ernstweiler nie jemand arbeiten. Das stimmt natürlich nicht. Aber es ist die derzeit nervigste Baustelle der Stadt.

An der Ernstweiler Kirche trifft der Verkehr aus Richtung Innenstadt, Baumarkt und Ernstweiler/Einöd aufeinander. Und weil derzeit in jede Richtung nur eine Spur frei ist, stauen sich die Autos täglich mehrmals Hunderte von Metern. Manchmal muss man mehrere Grünphasen lang warten, bis man endlich die Einmündung überqueren kann. Wer aus Seitenstraßen kommt, muss hoffen, dass ihn jemand vorlässt, oder noch mehr Geduld haben.

Die Baustelle lässt sich kaum umfahren

Das Schlimme: Die Baustelle lässt sich kaum umfahren. Wer aus Richtung Homburg kommt, kann in Einöd nicht den direkten Weg auf die Autobahn nehmen, weil auch dort die Brücke gesperrt ist – und das schon länger als geplant und noch ein Jahr lang. Der Umweg über den Einöder Bahnhof dauert länger, und alle anderen Wege oberhalb von Ernstweiler oder entlang der Autobahn sind keine Straßen, die für den Autoverkehr gedacht sind. Über Kirrberg kann auch nicht jeder fahren. Wohl dem, der nicht zur Hauptverkehrszeit in den Globus und zurück muss.

Dazu kommt, dass an der Baustelle in Ernstweiler nicht mal an der Straße selbst gearbeitet wird. Dort werden neue Ampeln installiert. Und gerade als man dachte, man hat’s geschafft, kommt die nächste Hiobsbotschaft: Die Arbeiten, die bis Samstag erledigt sein sollten, verzögern sich um drei Wochen. Weil ein Subunternehmen an anderer Stelle nicht rechtzeitig fertig wurde. Es ist zum Totlachen. Wenn’s nur nicht so traurig, nervig und ärgerlich wäre!

Das Wetter kann mal schlecht sein

Alles für sich gesehen, kann man es ja verstehen: Es ist keine Baustelle der Stadt, sondern des Landesbetriebs. Die Brücke in Einöd sollte längst wieder frei sein. Es gibt Vorschriften, wie eine Baustelle abzusichern ist. Das Wetter kann mal schlecht sein. Es kann an Material fehlen. Mitarbeiter können krank sein oder woanders gebraucht werden. Aber mittlerweile ist es so, dass man sich gar nicht mehr wundert, wenn eine Baustelle deutlich länger dauert als ursprünglich geplant. Und wenn das zur Regel wird – alleine das Gefühl –, dann stimmt etwas nicht.

Dann muss sich ein Auftraggeber zum Beispiel fragen, ob er nicht strengere Vorgaben machen muss. Oder höhere Vertragsstrafen vereinbaren. Oder mehr Geld ausgeben, damit außerhalb der Stoßzeiten gearbeitet wird – auch mal früh am Morgen, später abends oder am Wochenende. Und manchmal kann es auch am Vergabesystem liegen. Denn die Kommunen sind verpflichtet, ihre Aufträge dem billigsten Bieter zu geben, sofern nicht ganz gewichtige Gründe dagegen sprechen. Und ganz allgemein gesprochen: Der billigste Anbieter muss nicht immer der beste sein.

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