Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Frust im Stau-Brennpunkt Ernstweiler

An der Ampelkreuzung an der Ernstweiler Kirche staut sich’s.
An der Ampelkreuzung an der Ernstweiler Kirche staut sich’s.

Seit Wochen wälzen sich Autoschlangen zähflüssig der Ampelbaustelle in Ernstweiler entgegen. An diesem Zustand wird sich noch weitere 14 Tage nichts ändern.

Wer sich mit dem Auto zwischen der Zweibrücker Innenstadt und Ernstweiler beziehungsweise dem dortigen Autobahnzubringer oder Einöd bewegen muss, braucht in diesen Tagen starke Nerven. Vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Denn seit gut drei Wochen legt tagtäglich ein langer Stau die Homburger Straße zwischen Tadano und der Kreuzung an der Ernstweiler Kirche lahm; in Gegenrichtung staut sich die Autoschlange zuweilen zurück bis zu John Deere. Hintergrund ist die Teilsperrung der Kreuzung in Ernstweiler wegen Bauarbeiten; dort versucht eine Behelfsampel mit bescheidenem Erfolg, des regen Durchgangsverkehrs Herr zu werden.

Noch bis zum 23. November soll es dauern, die Ampel an der evangelischen Kirche durch eine intelligente, mitdenkende Anlage zu ersetzen, die die Verkehrsströme misst und die Rot- und Grünphasen an das jeweilige Verkehrsaufkommen anpasst.

Keine bessere Lösung gefunden

Doch im Moment sind die Verkehrsströme meist vom Stillstand geprägt. Wer aus querenden Chausseen wie Freudenbergerhof- oder Bautzenbachstraße in die verstopfte Homburger Straße abzweigen oder von dort aus einbiegen möchte, hat angesichts der Blechlawine schlechte Chancen. „Die Anwohner ärgern sich alle“, klagt Monika Stock, die in der nahen Yorktownstraße wohnt. „Das ist doch schon damit losgegangen, dass die Baustelle erst zwei Tage vorher angekündigt wurde.“ Verschärft werde die Misere durch die vielen zusätzlichen Autos, die die Route durch Einöd und Ernstweiler nehmen müssen, weil die B423 auf der Brücke bei Ingweiler seit Monaten in Fahrtrichtung Autobahn/Webenheim gesperrt ist. Zwischenzeitlich hatte die Stadtverwaltung versprochen, zu schauen, wie man das Nadelöhr in Ernstweiler aufweiten kann. Doch davon habe man im Stadtteil noch nicht viel gemerkt, lautet die Einschätzung von Monika Stock und ihren Nachbarn.

Tatsächlich, sagt Rathaussprecher Jens John auf Anfrage, habe die Stadt sich in den zurückliegenden Wochen bemüht, zusammen mit dem UBZ und den Verkehrsbehörden eine Lösung zu finden, um den Verkehr an der Ampelbaustelle besser fließen zu lassen. Zwei Möglichkeiten habe man geprüft, doch keine davon sei umsetzbar. Jens John verweist auf die gesetzlichen „Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA)“. In dieser Vorschrift werde eine Mindestbreite der Fahrbahn gefordert, die im Baustellenbereich immer gewährleistet bleiben müsse. Bei keiner der beiden geprüften Varianten habe man eine regelgerechte Breite erreicht. Obendrein würde ein Umbau des Baustellenbereichs nach Einschätzung der Stadtverwaltung die Dauer der Arbeiten um weitere zwei bis drei Wochen verlängern und entsprechend mehr Geld kosten.

Auch Jens John hält die Situation wegen der gleichzeitig laufenden Brückenbaustelle bei Einöd/Ingweiler für besonders schwierig. Diese Baustelle, bedauert der Sprecher, „sollte zum jetzigen Zeitpunkt bereits beendet sein, wird sich allerdings noch ein weiteres Jahr hinziehen. Die Verkehre, die eigentlich den Autobahnanschluss Einöd nutzen würden, um auf die A8 aufzufahren, werden über die Hauptstraße, Ernstweilerstraße und Homburger Straße zur Autobahnauffahrt Ernstweiler geleitet.“

Zeitplan wird wohl eingehalten

Eine weitere Baustelle, nämlich auf der Homburger Straße (B423) zwischen Einöd und Schwarzenacker, in Höhe des Friseursalons „Struwwelstubb“, soll immerhin am Freitag, 8. November, beendet werden. Dort blieb die Straße wegen Arbeiten am Gehweg ein Woche lang halbseitig gesperrt; auch hier regelte eine Baustellenampel den Verkehr.

Dass die Ampelarbeiten in Ernstweiler nicht im Auftrag der Stadt Zweibrücken, sondern des rheinland-pfälzischen Landesbetriebs Mobilität (LBM) ausgeführt werden, dürfte für die betroffenen Anwohner und für die Autofahrer im Stau kein Trost sein. Immerhin hält man es im Zweibrücker Rathaus für wahrscheinlich, „dass das geplante Baustellenende am 23. November 2024 eingehalten werden kann“, wie Jens John angesichts „der guten Witterung in den letzten Wochen“ erklärt.

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