Zweibrücken DARC-Amateurfunker zeigen in Zweibrücken, wie man richtig lötet
Löten kann jedes Kind. So lautet das Credo der Zweibrücker Amateurfunker vom Deutschen Amateur Radio Club (DARC). Seit einiger Zeit bieten sie Lötkurse für Kinder an. Am Freitag waren sie beim Herbstferien-Programm der Stadt dabei. In einem Einsteigerkurs durften Kinder dort aus elektronischen Bauteilen kleine Figuren zusammenlöten. Dafür brauche es ein wenig Übung und Fingerspitzengefühl, erläutert David Valence-Lopez vom DARC.
Den Funkern geht es aber nicht nur darum, den Kindern Spaß am Löten zu vermitteln. Sie möchten auch technisches Wissen weitergeben. Das fange schon beim Zusammensuchen der einzelnen Bauteile an, sagt Valence-Lopez. Was ist ein Widerstand und was ein Transistor? Eben jenes technische Wissen vertiefen die Amateurfunker in weiteren Kursen, die derzeit parallel laufen. In einem Fortgeschrittenenkurs werden etwa selbstfahrende Modellautos gebaut, die mit einem Lichtsensor einer schwarzen Linie auf dem Boden folgen, sowie kleine Uhren mit Thermometer und LED-Beleuchtung und sogar Radios.
Bauteile sind nicht teuer
Für Valence-Lopez haben das Löten und somit das Reparieren technischer Geräte einen hohen Stellenwert in Sachen Nachhaltigkeit. Oft ist in Geräten nur ein kleines Bauteil kaputt. Fällt ein Kondensator aus, geht manchmal das ganze Gerät nicht mehr. Das zu reparieren, lohne sich, sagt Valence-Lopez. Seine Kollegin Christiane Rester pflichtet ihm bei. Ein Kondensator, ein Transistor oder ein Widerstand sind Cent-Artikel. Warum also nicht versuchen, den kaputten Trockner zu reparieren statt gleich einen neuen zu kaufen?
Oft gingen bei baugleichen Geräten dieselben Komponenten kaputt. Ob das die Hersteller wollen? Valence-Lopez und Rester können darüber nur mutmaßen. Bei der Fehlersuche helfen oft Beiträge im Internet. „Manchmal gibt es sogar ganze Reparatursets, wenn bei einem Gerät immer wieder das gleiche Bauteil kaputtgeht“, erklärt Valence-Lopez. Und wenn die Löt-Reparatur nicht klappt: Ein Versuch ist sie für Valence-Lopez allemal wert.
Löten ist für jeden nützlich
Lötkolben gibt es im Handel laut Valence-Lopez schon für weniger als 20 Euro. Verbrauchsmaterialien wie Lötzinn kosten ebenfalls nur wenig Geld. Will man ein Gerät daheim reparieren, muss man es zunächst vom Strom trennen. Alles andere wäre gefährlich, denn man könnte einen Stromschlag bekommen. Für Lötkolben gibt es verschiedene Aufsätze − je nachdem, wie filigran gelötet werden soll.
Das eigentliche Handwerk ist einfach. Lötstelle heiß machen, dann Lötzinn darauf und mit den Kabeln oder Bauteilen verbinden. Dann kurz warten, bis die Lötstelle ausgekühlt ist. Fertig. Sollte jeder löten können? „Gute Frage. Ich sage ja. Aber genauso sollte jeder nähen können, wenn man ein Kleidungsstück nicht sofort wegwerfen will“, befindet Valence-Lopez.
Kurse für Amateurfunker
Die Technikkurse für Kinder sind nicht die einzigen Kurse der Amateurfunker vom DARC. Parallel gibt es auch Kurse, um die Funkerlizenz zu erlangen. Sie finden an mehreren Terminen statt, am Ende steht eine Prüfung an. Es gibt verschiedene Funker-Lizenzen, je nachdem, wie weit man funken will. Mit der größten Lizenz darf man Geräte bedienen, mit denen man weltweit funken kann.
Der DARC war auch beim Aktionstag „Türen auf mit der Maus“ am 3. Oktober dabei. Christiane Rester lud zu sich nach Medelsheim ein. Sie erklärte dort 40 Kindern und deren Eltern das Funken, Löten und Morsen. Außerdem gab es eine Amateurfunk-Peiljagd – eine Schnitzeljagd mit Funkgeräten. Für Anfang 2026 planen die Amateurfunker in Zweibrücken einen neuen Anfänger-Technikkurs für Kinder.
Info
Anmeldung für die Kurse ist unter lmt.darc.de möglich.