Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bombendrohungen an Realschule: Das ist der Stand der Ermittlungen

Mit großem Aufgebot und Bombenspürhund war die Polizei bei der ersten Bombendrohung Ende Februar an der Herzog-Wolfgang-Realschu
Mit großem Aufgebot und Bombenspürhund war die Polizei bei der ersten Bombendrohung Ende Februar an der Herzog-Wolfgang-Realschule plus im Einsatz.

Dreimal gab es an einer Realschule in Zweibrücken eine Bombendrohung. Einmal lief der Unterricht wie geplant weiter. Warum die Polizei so vorging.

Es war eine aufregende Woche an der Herzog-Wolfgang-Realschule in der Wackenstraße. Gleich am Montag, 24. Februar, wurde das Gebäude wegen einer Bombendrohung evakuiert. In einem Großeinsatz räumte die Polizei das Schulhaus binnen weniger Minuten leer, durchsuchte es gründlich und auch zwei Sprengstoffspürhunde waren im Einsatz. Rund 200 Acht-, Neunt- und Zehntklässler und 20 Lehrer wurden rausgeschickt. Das Gelände um das Schulgebäude herum wurde großzügig abgesperrt, damit niemand in die Nähe der vermeintlichen Gefahrenzone kommt. Eine Bombe wurde nicht gefunden.

Das gleiche Szenario spielte sich am Tag danach ab: Bombendrohung, Evakuierung, Durchsuchung der Räume, keine Bombe. Am Mittwoch ging erneut eine Bombendrohung ein. Doch diesmal lief der Unterricht wie geplant weiter. Nur die Lehrer wussten Bescheid, Schüler und Eltern wurden offiziell erst gegen Mittag durch eine Polizeimeldung informiert.

Drohungen gehen bei Polizei und Feuerwehr ein

Die Bombendrohungen seien jeweils über mehrere Anrufe bei Polizei und Feuerwehr eingegangen, erinnert sich Nicolai Zöller, Leiter der Zweibrücker Polizeiinspektion. „Die Polizei ist grundsätzlich gewohnt, dass Einsätze kommen, bei denen man sofort handeln muss, ohne genau zu wissen, was passiert ist und welche Bedingungen vor Ort herrschen“, schickt der Polizeichef vorweg. Bei solchen Drohungen müssten zwei Punkte gegeneinander abgewogen werden: das Gefahrenausmaß und die Eintrittswahrscheinlichkeit. Dann sei entschieden worden, was unternommen wird.

Die Einschätzung der Polizei bei der ersten Bombendrohung: „Auch wenn das Bauchgefühl sagte: Da ist wahrscheinlich nichts, war der drohende Schaden zu groß. Also war für uns klar: Wir müssen handeln und auf Nummer sicher gehen“, sagt Zöller. Deshalb haben Polizisten die Schule evakuiert und nach Gefahren gesucht. Eine Bombe wurde nicht gefunden, doch nach der Entwarnung war die Polizeiarbeit noch lange nicht beendet: „Wir haben Gespräche mit Lehrern geführt und hinsichtlich der Telefonnummer ermittelt, die bei dem Anruf angezeigt wurde“, sagt Zöller. Vergeblich, wie sich später herausstellte.

Als einen Tag später die zweite Bombendrohung für dasselbe Schulgebäude einging, musste die Polizei erneut den drohenden Schaden gegen die Wahrscheinlichkeit abwägen, dass wirklich etwas an der Drohung dran ist. Aufgrund der Ergebnisse aus dem Einsatz am Tag zuvor und der Erkenntnisse der Ermittlungen im Hintergrund entschied die Polizei, die Schule erneut zu evakuieren.

Schule trotz Bombendrohung nicht evakuiert

Als am dritten Tag in Folge eine Bombendrohung für den Schulstandort einging, wurde die Schule nicht evakuiert. Der Grund: „Für uns war klar: Es lag keine Gefahr vor“, erklärt Zöller die Vorgehensweise. Um dennoch auf Nummer sicher zu gehen, haben Polizeikräfte – unter anderem in zivil – auch an diesem Vormittag das Gebäude nach Gefahrenquellen abgesucht.

Ermittlungen eingestellt

Seither hat es keine Bombendrohung mehr an der Schule gegeben. Die Kriminalpolizei hat mittlerweile ihre Ermittlungen abgeschlossen, wie Polizeisprecher Thomas Krämer auf RHEINPFALZ-Nachfrage mitteilt. Der Fall lag anschließend bei der Staatsanwaltschaft Zweibrücken. Diese habe „das gegen Unbekannt geführte Verfahren“ wegen der Bombendrohungen zwischenzeitlich eingestellt, „da durch die kriminalpolizeilichen Ermittlungen kein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte“, informiert Staatsanwalt Felix Huth auf Nachfrage. Warum konnte kein Tatverdächtiger ermittelt werden, obwohl eine Telefonnummer vorlag? „Der Täter hat für die Anrufe Drittdienste zur Verschleierung ihrer Identität genutzt“, erklärt Huth. Auch Ermittlungen vor Ort – insbesondere Zeugenvernehmungen – hätten keinen Hinweis auf Tatverdächtige ergeben. Sollten neue Erkenntnisse erlangt werden, könnten die Ermittlungen umgehend wieder aufgenommen werden, versichert Huth.

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