Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bauunternehmer hofft: Alte Ixheimer Mitte September wieder frei

Ein Teil des „Kronprinzen“ kann noch mit Baggern abgerissen werden, danach ist Handarbeit gefragt.
Ein Teil des »Kronprinzen« kann noch mit Baggern abgerissen werden, danach ist Handarbeit gefragt.

Noch eine Woche abreißen und eine Woche aufräumen. Wenn alles gut geht, ist die Alte Ixheimer Straße Mitte September wieder frei. Gastwirte haben einen Anwalt eingeschaltet.

Seit Donnerstag läuft der Abriss des ehemaligen Gasthauses „Zum Kronprinz“ an der Ecke Alte Ixheimer Straße/Maxstraße weiter. Der Zweibrücker Investor Alexej Goldnik, der in dem Gebiet mehrere Häuser mit Eigentumswohnungen bauen möchte, hofft, dass die Sperrung in zwei Wochen aufgehoben werden kann.

Die Abrissarbeiten in der Alten Ixheimer Straße hatten im April begonnen und sollten Mitte Mai beendet sein. Dann hatte es immer wieder Probleme gegeben, unter anderem weil Nachbarhäuser ohne die angrenzenden Wände nicht mehr standfest gewesen wären. Goldniks Firma Novum hatte deshalb auch kurzerhand ein Nachbargebäude gekauft und abgerissen. Beim Haus in der Maxstraße 12 mussten Stahlträger eingezogen werden, um es zu stützen, bevor der „Kronprinz“ vollständig abgerissen wird.

Am Schluss wird von Hand abgerissen

Dass man vier Wochen warten musste, bis die Stahlträger geliefert wurden, sei der Grund gewesen, warum in den vergangenen Wochen nicht weitergearbeitet wurde, sagte Goldnik am Freitagnachmittag im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Nun gehe der Abriss mit Baggern weiter, aber das letzte Drittel oder Viertel müsse man von Hand abreißen, also mit kleinerem Gerät. „Wir bemühen uns, bis Ende nächster Woche durch zu sein“, sagt Goldnik. In der Folgewoche stünden dann Aufräumarbeiten an. Bis 9. September, so hofft er, ist die Straße wieder frei. Das ist der zweite Freitag im September, bis dahin ist die Sperrung derzeit auch genehmigt.

Dass Autofahrer, Anwohner und die Geschäftsleute von der Sperrung extrem genervt sind, weiß Goldnik. Aber er versichert, dass auch seine Firma großen Interesse daran habe, endlich mit dem Abriss durch zu sein: „Jede Woche kostet uns da 10.000 Euro.“ Rechne man die Kosten für die Straßensperren, den Stillstand und den zusätzlichen Kauf eines Nachbargebäudes ein, seien schon über 300.000 Euro an Mehrkosten entstanden.

Im Spätherbst mit dem Neubau beginnen

Wenn die Häuser komplett abgerissen sind, möchte Goldnik möglichst schnell mit dem Bau des ersten neuen Hauses beginnen – vier bis acht Wochen danach, schätzt er. In der Alten Ixheimer Straße 4, der früheren Schuhmacherei Sebald, sollen acht Eigentumswohnungen entstehen. Die Baugenehmigung liege vor.

Für die anstehenden Bauarbeiten soll die Straße nicht noch mal gesperrt werden, kündigt Goldnik an. Die Zweibrücker Tiefbaufirma Alexander Riffel sei mit den Arbeiten beauftragt. Sie habe ein Lager in Zweibrücken, lasse das ganze Baumaterial dorthin liefern und transportiere es dann mit eigenen Lastwagen so zur Baustelle, wie es gebraucht werde. Lediglich Parkplätze in der Nähe der Baustelle müssten gesperrt werden, etwa wenn die Zweibrücker Kranfirma AKV dort ihre Kräne aufstellen muss. Das sei mit der Firma und mit dem Ordnungsamt bereits abgesprochen.

Gastronomen klagen über Umsatzeinbußen

Neben den acht Wohnungen, die als Erstes gebaut werden sollen, entstehen 26 bis 28 Wohnungen an der Stelle, wo noch der „Kronprinz“-Rest steht. Goldnik sieht darin eine Aufwertung der Innenstadt, und er geht davon aus, dass die neuen Bewohner auch mal in die umliegenden Cafés, Restaurants und Geschäfte gehen: „Die Geschäfte werden alle davon profitieren.“

Diese Aussicht – falls sie denn eintreffen sollte – kann Francesco Papa kaum besänftigen. Er ist Inhaber des Restaurants „Roma“ in der Alten Ixheimer Straße. Wegen der Baustelle hat er seit vier Monaten geschlossen, und er möchte erst wieder öffnen, wenn die Straße wieder frei ist. Es lohne sich einfach nicht, wenn sowieso niemand komme, sagt er. Auch Thorsten Albrecht klagt über Umsatzeinbußen, beziffert sie mit 20 bis 30 Prozent. Sein „Café Pastis“ liegt zwar nicht in der Sperrung, aber direkt gegenüber der Baustelle. Wegen des Lärms und des Staubs blieben Leute weg, er könne nicht alle großen Fenster öffnen und keine Stühle und Tische ins Freie stellen.

Rechtsanwalt: Schadenersatz wird schwierig

Dass Papa und Albrecht beide stinksauer sind, hört man ihnen im Gespräch sofort an. Sie haben nun den Zweibrücker Rechtsanwalt Max Kampschulte eingeschaltet und möchten Schadenersatz für die Umsatzeinbußen. Das dürfte jedoch schwer werden, habe ihnen der Anwalt schon gesagt: Die Stadt könnten sie dafür nicht haftbar machen, dem Bauunternehmer müssten sie Absicht nachweisen.

Die Stadt hat stets darauf verweisen, dass der Abriss und damit die Verantwortung für die Dauer der Sperrung Sache des Bauunternehmens sei. Mitte Juni hat sie die parallel verlaufende Fruchtmarktstraße, eine Einbahnstraße, in beide Richtungen geöffnet. Dass die Alte Ixheimer Straße nicht geöffnet wurde, solange die Arbeiten ruhten, verteidigt Oberbürgermeister Marold Wosnitza: Es bestehe die Gefahr, dass Gebäudeteile auf die Straße fallen. Es sei „im Interesse aller, dass das schnell geht“, versicherte er. Er hält es für falsch, dass man anfangs von vier Wochen Sperrung ausgegangen war: „Man hätte nie mit so kurzer Zeit agieren sollen. Hätten wir 16 Wochen genehmigt und wäre man nach zwölf Wochen fertig gewesen, hätten sich alle gefreut.“

 Francesco Papa (links) hat seine Pizzeria wegen der Baustelle geschlossen, Thorsten Albrecht vom „Café Pastis“ klagt über Umsat
Francesco Papa (links) hat seine Pizzeria wegen der Baustelle geschlossen, Thorsten Albrecht vom »Café Pastis« klagt über Umsatzeinbußen.
Das Haus neben dem „Kronprinzen“ musste eigens gesichert werden, unter anderem mit Stahlträgern.
Das Haus neben dem »Kronprinzen« musste eigens gesichert werden, unter anderem mit Stahlträgern.
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