Zweibrücken
Bürger haben viel weniger Energie verbraucht
Zweibrücker Haushalte, Kunden der kommunalen Stadtwerke, haben im vergangenen Jahr Strom und vor allem Gas gespart. „Vergleicht man das ganze Jahr 2021 mit dem vorigen Jahr, also 1. Januar bis 31. Dezember 2022, dann war es ein Rückgang beim Gas um 15,2 Prozent und beim Strom um rund 2,4 Prozent“, berichtet Stadtwerke-Geschäftsführer Werner Brennemann.
Die deutsche Abhängigkeit von russischem Erdgas hatte nach dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 allenthalben für Besorgnis gesorgt. Was Energiemangel-Lage für die privaten Haushalte, die Wirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes bedeuten könnte, war über den Sommer bis zu Beginn der Heizperiode im Oktober monatelang Thema. Appelle zum Energiesparen gingen mit steil steigenden Energiepreise in der ersten Jahreshälfte einher. „Man kann interpretieren, dass die Zweibrücker ihren Beitrag leisten wollten, natürlich auch an den eigenen Geldbeutel dachten. Aber ein Teil der Wahrheit ist sicher auch, dass wir eine günstige Witterung hatten, gerade zu Beginn der Heizperiode 2022 gegenüber dem recht strammen Frühwinter 2021. Das machte sich gerade im Gasverbrauch der Privathaushalte positiv bemerkbar“, erklärt Brennemann.
Sparwille zeigt sich weiter
Nachrichten, die vor zwei Wochen durch die Medien gingen, basierend auf Auswertungen von Vergleichsportalen, wonach die Verbräuche im pfälzischen Vergleich in Zweibrücken mit am wenigstens zurückgingen, bestätigen die Zahlen der Stadtwerke nicht. Brennemann geht davon aus, dass zumindest nicht sauber zwischen Haushalts- und Gewerbekunden unterschieden wurde. „Wir haben einen Großkunden dazugewonnen, mit erheblichen Auswirkungen gerade im Gasabsatz, aber auch beim Strom. Wird nicht unterschieden, führt das zu einer falschen Interpretation.“ Nach ihm vorliegenden Statistiken sei es so, dass die Zweibrücker Einsparquoten sich ziemlich genau mit der bundesdeutschen Entwicklung deckten. „Die Bundesnetzagentur sprach von 15 Prozent beim Gas, die sehen wir auch.“
Noch sei die Heizperiode 2022/23 nicht abschließend zu bilanzieren. Vorläufige Daten für das erste Quartal, also Januar bis März, deuteten aber darauf hin, dass die Haushalte weiter diszipliniert seien. Trotz finanzieller Entlastung durch die Preisbremsen aus staatlichen Haushaltsmitteln. Gegenüber den drei ersten Monaten 2022, in die der Kriegsbeginn fiel, sei der Absatz der Stadtwerke beim Gas um weitere rund zwei Prozent, beim Strom um 1,5 Prozent zurückgegangen. „Die Tendenz zumindest ist eindeutig, auch wenn ich wiederum auf eine günstige Witterung, einen milden Winter, verweise“, sagt der Stadtwerke-Chef.
Wasserverbrauch bleibt konstant
Und haben die Zweibrücker vielleicht weniger lang heiß geduscht, auf Vollbäder nahezu ganz verzichtet, über lauwarme „Waschlappen-Runden“ Energie für die Warmwasser-Aufbereitung gespart? Eine Aussage darüber geben die Daten der Stadtwerke, dem Wasserversorger der Stadt, nicht her. Die Wasserabgabe 2022 lag wie im Vorjahr – und laut Brennemann auch den vergangenen zehn Jahren – bei rund 1,9 Millionen Kubikmeter. Die Einflussmöglichkeiten – Hitzesommer, um nur eine zu nennen – seien zu groß, um einen Effekt auf die heimische Duschwanne oder das Waschbecken abzuleiten, heißt es von den Werken.