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Nicht nur zwei junge Aushängeschilder der Fechtabteilung der VT Zweibrücken sind ausgebremst: Emil Knerr (links) und Charlotte B
Nicht nur zwei junge Aushängeschilder der Fechtabteilung der VT Zweibrücken sind ausgebremst: Emil Knerr (links) und Charlotte Buchholtz (hier 2018 bei den Gaumeisterschaften in der VTZ-Halle in der Festhalle).

Das lief eigentlich auf eine Saison hinaus wie gemalt bei den Fechtern der VT Zweibrücken, mit DM-Teilnahmen en masse. Dann kam Corona und stoppte sowohl den Trainings- als auch den Wettkampfbetrieb. VTZ-Trainer und Abteilungsleiter Volker Petri erzählt, warum es in der Folge vor allem viele Stoßkissen brauchte.

„Ehrlich gesagt, mein Befinden ist besch ...“, sagt Volker Petri, als Sportler, Trainer und Abteilungsleiter der Spiritus Rector der Fechter der VT Zweibrücken, auf die Frage, wie es ihm geht. Seine Antwort bezieht der 77-jährige Niederauerbacher dabei gar nicht mal auf die eigene Gesundheit, sondern vielmehr auf die Situation seiner Schützlinge in der Kampfsportart Fechten. „Bis zum März konnten wir noch mit stolz geschwellter Brust durch die Stadt gehen“, meint er rückblickend aufs Jahr 2020. Denn gleich 19 Sportler der VT Zweibrücken hatten sich bis dahin für deutsche Meisterschaften qualifiziert. „Das haben wir vorher noch nie erreicht“, unterstreicht Petri mit Blick auf den Siegeszug seiner Athleten in den Qualifikationsturnieren.

Dann kam Corona – und die Absagen. Die Senioren-DM im April mit Volker Petri und Sohn Tobias fiel aus, danach war auch die Nachwuchs-DM passé. „Seit März gab es in Deutschland keine Wettkämpfe mehr. International war’s noch schlimmer, am Anfang waren aber wenigstens noch Weltcup-Turniere“, verdeutlicht Petri. Auch das vereinseigene 43. Heinrich-Petri-Gedächtnisturnier im September und die Südwestmeisterschaften der Aktiven am 14./15. November fielen der Corona-Pandemie zum Opfer. An der Absage der beiden Turniere führte aus Petris Sicht – schon vor den von der Bundesregierung und den Ländern verhängten neuen Einschränkungen im November – kein Weg vorbei. „Zu den Turnieren hätten Sportler aus Frankreich und Luxemburg ja schon gar nicht mehr kommen können.“ Zudem habe er Mitte Oktober auf der Internetseite des Deutschen Fechter-Bundes (DFB) nach den Bestimmungen geschaut, wie ein Turnier zu organisieren ist. „Das waren allein 27 DIN-A4-Seiten darüber, was alles zu beachten ist. Wir haben das dann zwar tausendmal besprochen, aber letztlich gesagt: Nein, das können wir so nicht machen“, erklärt Petri. Auch, weil die vorgesehene Sporthalle der Mannlich-Realschule nicht groß genug ist, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Die Stimmung ist gedrückt

Nun sind die Fechter wieder da, wo sie während des Frühjahrs-Lockdowns schon einmal waren: allein zu Hause mit ihren Stoßkissen, vor denen man die Stoßbewegung simulieren und bestimmte Treffpunkte anvisieren kann. „Mittlerweile wissen ja alle, wie das mit dem Heimtraining funktioniert. Aber der Anreiz ohne die Wettkämpfe ist nicht da, die Stimmung ist schon gedrückt“, hat Petri beobachtet.

Das war schon mal besser: Nach dem ersten Lockdown hatten die VTZ-Fechter ab Juni zurück in ihre Sporthalle in der Festhalle gefunden. „Ohne Gegner, ohne elektronische Trefferanzeige, mit viel Belüften und höchstens 15 Sportlern in der Halle“, zählt Volker Petri die damaligen Rahmenbedingungen auf. „Und wir haben immer aufgepasst, dass wir nicht zu viele sind“, führt er weiter aus. Es habe genug Anregungen vom DFB bezüglich anderer Trainingsinhalte gegeben, „das hat wunderbar geklappt.“ Seine Sportler und er seien im Training immer so gefahren, als stünde bald der nächste Wettkampf an, „wir haben uns ausgetobt.“

Stoßkissen-Training zuhauf

Unverzichtbar waren dabei die Stoßkissen, fünf elektronische und sechs mechanische. „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel auf Stoßkissen geübt und üben lassen wie in diesem Jahr“, erzählt Petri schmunzelnd, der die VTZ-Abteilung schon seit 1977 führt. „Wir haben versucht, ein bisschen Wettkampf zu simulieren, indem bestimmte verschiedenfarbige Punkte zu treffen waren. Das macht Spaß, kann aber einen Wettkampf mit Gegner nicht ersetzen.“ Seit Montag vergangener Woche ist selbst damit wieder Schluss.

Besonders weh tut Petri, dass er nach dem Ausfall des Kassendienstes am Turnerjahrmarkt, der Absage des Spiel-und Grillfestes und der beiden Turniere nun auch alle weiteren VTZ-Termine vor Weihnachten absagen musste: die Gaumeisterschaften samt Erzeuger-Cup am 29. November und auch die Weihnachtsfeier am 18. Dezember. „Allein bei der Feier waren im vergangenen Jahr rund 80 Mitglieder“, bedauert er. Negativ ausgewirkt hat sich die Krise hier indes nicht: „Es ist eigentlich bekloppt. Wir haben keinen Schwund an Mitgliedern, es sind sogar einige Mini-Fechter dazu gekommen. Wir pendeln so um die 100 Mitglieder“, sagt er.

Turniere 2021 sind reserviert

Wie geht’s nun weiter? „Puh, das kann ich wirklich nicht sagen. Ich schaue zwar jeden Tag in den Wettkampfkalender, aber da steht noch kaum was drin.“ Er würde sich freuen, wenn er mit seinen Fechtern im Dezember wenigstens wieder mit dem Training loslegen kann. „Ehrlich gesagt, kann ich mir aber nicht vorstellen, dass es so kommt“, meint er. Das Prinzip heißt also Hoffnung: einmal, dass im Dezember oder Januar im Training das Weihnachtsturnier um die Wanderpokale und Petri- Schwerter für alle Jugendlichen durchgeführt werden kann. Und für das Jahr 2021 hat Volker Petri vorsorglich schon mal die gegenüber der Mannlich-Halle größere Ignaz-Roth-Halle für das Heinrich-Petri-Gedächtnisturnier (11./12. September) und die Südwestmeisterschaften der Aktiven (13./14. November) reserviert.

Volker Petri
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