Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Amazon-Halle nimmt die nächste Hürde

Der Bauernhof, der dem Industriegebiet Steitzhof seinen Namen gab, wird derzeit abgerissen.
Der Bauernhof, der dem Industriegebiet Steitzhof seinen Namen gab, wird derzeit abgerissen.

Das Vorhaben, östlich des Zweibrücker Flugplatzes eine große Logistik-Halle für den Internet-Riesen Amazon zu bauen, hat die nächste Hürde genommen. Mit leichten Veränderungen gegenüber den ursprünglichen Plänen.

Die Unterlagen, die der Stadtrat am Mittwoch zu dem Thema vorliegen hatte, waren so dick wie ein Buch: 550 Seiten. Einwände von Privatleuten, Stellungnahmen von Behörden und Verbänden, Begründungen und Einschätzungen der Planer und Verwaltungen, Gutachten. Die meisten Einwände, etwa zu mehr Lärm und mehr Abgasen, werden zurückgewiesen. Zwar gebe es durchaus Auswirkungen, aber die seien meist nicht so schlimm, dass sie Maßnahmen erfordern – etwa eine Lärmschutzwand an der Autobahn nach Ixheim – oder gar die Pläne zunichte machen.

So erinnerte SPD-Sprecher Stéphane Moulin daran, dass der Steitzhof – das Gelände vom Outlet Richtung Autobahnabfahrt Walshausen – seit Jahren als Industriegebiet ausgewiesen ist. Hätten sich dort mehrere kleine Firmen angesiedelt, hätte es auch mehr Verkehr gegeben, und auch andere größere Betriebe hätten Frachtverkehr bedeutet: „Das ist nicht ungewöhnlich in einem Industriegebiet.“ Amazon schaffe Arbeitsplätze „in einem Bereich, den wir hier gut brauchen können“, sagte er. Kritik an Amazon als Unternehmen und als Arbeitgeber spielt bei dem Verfahren, um eine Baugenehmigung zu bekommen, allerdings sowieso keine Rolle. So ist beispielsweise der Einwand einer Privatperson, Amazon rechne sich arm, zahle in Europa keine Körperschaftssteuern und sei eine Firma, „gegen die die Gewerkschaften Sturm laufen“, unerheblich für die Frage, ob auf dem Gelände grundsätzlich eine große Halle gebaut werden darf.

Grüne: „Erhebliche Vorbehalte“

Dass die Grünen „erhebliche Vorbehalte“ gegen die Pläne für eine Logistikhalle haben, räumte deren Sprecher Norbert Pohlmann ein. Er sah aber in den Veränderungen gegenüber der ursprünglichen Planung „substanzielle Ergänzungen“. Als Beispiele nannte er die nun vorgeschriebenen Solarstrom-Anlagen auf den Dächern und dass bei Mauschbach ein neuer, größerer Lebensraum für die Vogelart Flussregenpfeifer entstehen wird.

Zu den weiteren Änderungen zählen begrünte Stützmauern und dass entlang der Kreisstraße keine weiteren Ein- und Ausfahrten entstehen – nur die im Nordwesten und im Südosten, quasi am Beginn und am Ende der Amazon-Fläche. Der Stadtrat stimmte den Änderungen einstimmig zu, die Grünen enthielten sich. Am Montag tagt der Kreistag zu den Plänen.

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