Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel 307. Marathon-Etappe: Joyce Hübner läuft an Karfreitag durch Hornbach und Zweibrücken

Mit Mitläufern: Extremsportlerin Joyce Hübner aus Berlin auf ihrer 307. Marathon-Etappe durch Deutschland, in der Westpfalz am K
Mit Mitläufern: Extremsportlerin Joyce Hübner aus Berlin auf ihrer 307. Marathon-Etappe durch Deutschland, in der Westpfalz am Karfreitag von Fehrbach über Hornbach und Zweibrücken nach Kirkel.

Bei „Joyce Städtetrip“ folgen ihr dabei durch die Westpfalz auch ein Onkel aus Zweibrücken und ein weit angereister laufbegeisterter Neffe. Und eine Torfrau im Unruhestand.

Wer schon mal einen Marathon gelaufen ist, weiß, wie der Körper in den Tagen danach funktioniert. Wenig bis gar nicht. Aber was passiert, wenn ein Mensch 495-mal jeden Tag einen Marathon läuft? Joyce Hüber, eine Extremsportlerin, macht das seit dem 11. Juni 2025 – mit dem Start in Helmstedt – jeden Tag. Am Karfreitag war sie auch in Zweibrücken.

495 Tage mit 495 Marathons, 21.312 Kilometer mit etwa 200.000 Höhenmetern. Seit dem 1. April lief die Berlinerin auch in der Westpfalz. Ziel ist es, alle 2059 Städte Deutschlands abzuhaken. Mitläufer sind auch erlaubt – so liefen am Freitag auf der 307. Etappe von Pirmasens-Fehrbach nach Kirkel-Neuhäusel einige unerschrockene Sportler mit. Dabei ging es unter anderem über Klein- nach Großsteinhausen und auch durch Hornbach. Einsteigen konnte man am Start, aber auch unterwegs, und wird dann für die Statistik von Hübner per QR-Code registriert. Mehr als 3500 Personen sind bisher quer durch Deutschland bereits an ihrer Seite gelaufen.

17-jähriger Schüler läuft mit Onkel mit

Wie jetzt Marc Massier, der zu einem Kurzbesuch in Zweibrücken ist. „Ich besuche hier meinen Onkel. Wir sind beide begeisterte Läufer. Ich will mal 20 Kilometer mitlaufen“, sagt der in Berlin wohnende Schüler. Der lang aufgeschossene 17-Jährige ist einer von zehn Mitläufern, die kurz nach einem Zwischenstopp in Großsteinhausen an Hübners Seite sind. Marathonerfahrung hat Massier noch nicht. „Ich bin mal in Berlin einen außerhalb eines Wettkampfes gelaufen. Aber ich will noch einen richtigen Marathon laufen“, sagt er.

Besagter Onkel Bertil Braun ist auch dabei. Er ist ein begeisterter Marathon- und Ultraläufer. „Mich fasziniert es, wie man so eine Leistung wie Joyce bringen kann“, sagt der Grafikdesigner aus Zweibrücken. Er durchblickt daher auch die Gehpausen von Hübner. „Für sie ist es wichtig, dass der Puls nicht so hoch geht. Deshalb läuft sie nur mit einem Puls von bis zu 120. Wird der Puls höher, geht sie sofort, meistens an den Anstiegen“, erklärt Braun, der mit den Mitläufern über allerlei rund um den Laufsport fachsimpelt.

Ex-Torfrau hat Marathon-Zeit von 3:30 im Visier

Braun hat auch das Laufshirt von Christina Grünewald designt. Die 38-Jährige war eigentlich als Torfrau aktive Handballerin der SG Zweibrücken. „Ich trainiere nur noch mit den Mädels mit. Ich spiele aber nicht mehr“, meint die Familienmutter aus Zweibrücken, die in einer Firma für Software-Entwicklung arbeitet. „Ich wollte einfach dabei sein. Ich folge Joyce in den sozialen Medien“, erklärt sie und hat selbst große Pläne. „Ich laufe meistens in meiner Mittagspause. Die Zeit nehme ich mir“, sagt Grünewald, die den Eifel-Halbmarathon im Visier hat und einen Marathon unter 3:30 Stunden laufen möchte.

Während Joyce Hübner an der Spitze der Gruppe läuft, immer wieder Bilder macht und sich auch über regionale Sehenswürdigkeiten wie das Kloster Hornbach informiert, stehen immer wieder Zuschauer am Wegesrand, die klatschen oder Plakate hochhalten. Hübner wirkt bei ihrem Weltrekordversuch, den sie „Joyce Städtetrip“ nennt, entspannt, redet viel und bezieht ihre Gruppe stets mit ein.

Einen weiteren Bericht über Joyce Hübner in der Pfalz lesen Sie hier.

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