Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite SchUM-Kulturtage

Opernsänger und jüdischer Kantor: Yoni Rose singt in der Synagoge in Speyer. Sein aktuelles Programm trägt dem Titel „Sternstund
Opernsänger und jüdischer Kantor: Yoni Rose singt in der Synagoge in Speyer. Sein aktuelles Programm trägt dem Titel »Sternstunde der kantoralen Musik«.

Von 13. Oktober bis 14. November finden in Speyer zum zweiten Mal SchUM-Kulturtage statt. In den anderen beiden SchUM-Städten Worms und Mainz gibt es diese schon länger. Zum ersten Mal stehen sie nun im Zusammenhang mit der Ernennung der SchUM-Städte als Unseco-Weltkulturerbe,

Teil und Verpflichtung dieser am 27. Juli erfolgten Ernennung ist die Vermittlung der Bedeutung dieses Erbes, also der Bildungsauftrag, der Öffentlichkeit zu sagen, was SchUM bedeutet. Das ist denn auch eine Absicht dieses neuen Speyerer Festivals. Es konnte bei der Premiere nicht alle geplanten Programmpunkte bringen, weil im November 2020 der zweite Lockdown kam.

Deshalb werden drei Veranstaltungen jetzt nachgeholt: Am 2. November, 18 Uhr, ist in der Synagoge Beith Schalom ein Konzert mit Kantor Yoni Rose. In seinem aktuellen Programm „Sternstunde der kantoralen Musik“ interpretiert er die bekanntesten Melodien des Genres. Adi Bar begleitet ihn am Klavier.

Am 5. November, 20 Uhr, liest im Historischen Ratssaal Igal Avidan aus seinem Buch über Mod Helmy. Der Arzt Mod (Mohamed) Helmy wurde von den Nationalsozialisten als „Nichtarier“ diskriminiert und als Ägypter inhaftiert. Trotzdem half er jahrelang einer jüdischen Familie, sich vor der Gestapo zu verstecken.

Am 8. November, 19 Uhr, ist im Alten Stadtsaal das Theaterstück „Name: Sophie Scholl“ von Rike Reiniger für Menschen ab 15 Jahren zu sehen. Die Produktion des Kinder-und Jugendtheaters Speyer ist bereits in deren Repertoire und wird vermehrt gespielt.

Zum Auftakt ist am 13. Oktober um 17 uhr das Stationentheater „Schalom, SchPIRA“. Knapp tausend Jahre jüdischer Geschichte sind mit der Stadt Speyer eng verwoben. Diese lange Tradition mit ihren Blütezeiten und Brüchen inszenieren die Schauspieler Herr K. und Frau P. als Stationentheater zwischen Domplatz und der neuen Synagoge am Weidenberg. Dabei werden nicht nur historische Fakten unterhaltsam vermittelt, sondern auch zum Nachdenken angeregt, wie wir die Vergangenheit wahrnehmen, würdigen - und weiterdenken (können). Angela Pfenninger, Museum-Theater-Events (Speyer), und Ibrahim Karabed, Theater+Zeit (München), spielen.

Am 17. Oktober um 15 Uhr kommt Kantor Baruch Chauskin und das Duo NIHZ in die Synagoge Beith Schalom. Baruch Chauskin, Bobby Rootveld und Sanna van Elst verbindet eine tiefe musikalische Freundschaft. Chauskin, geboren in Riga (Lettland), ist deutschlandweit als hervorragender Kantor und Sänger bekannt. Bobby Rootveld und Sanna van Elst haben sich als „Duo NIHZ“ aus den Niederlanden einen Namen gemacht. Das Trio präsentiert eine Mischung aus Klezmer, jiddischen und hebräischen Liedern und faszinierenden Geschichten.

Am 24. Oktober ist dann online eine gemeinsame Veranstaltung der Städte Worms, Speyer und Mainz. Beim Online-Lehrhaus SchUM „Jüdische Perspektiven auf SchUM“ geht es um folgende Fragen. Was verbinden Sie persönlich mit SchUM? Ist SchUM noch immer lebendige Tradition? Welches sind heute Innovationskräfte im Judentum? Vier starke, kreative, unterschiedliche jüdische Stimmen der Gegenwart diskutieren: Rabbinerin Elisa Klapheck, Chasan Jalda Rebling, Frank Stern und Peter Waldmann. Die Moderation hat Susanne Urban.

Am 24. Oktober um 17 Uhr spielt dann im Alten Stadtsaal das Gropius-Quartett mit Friedemann Eichhorn, Indira Koch (Violinen), Alexia Eichhorn (Viola), Wolfgang Emanuel Schmidt und als Gast ARD-Preisträger Friedrich Thiele (Violoncello) Felix Mendelssohn Bartholdys Quartett f-moll op. 80, Ernest Blochs Prayer und Franz Schuberts Streichquintett C-Dur D956.

Am 28. Oktober um 19 Uhr ist im Alten Stadtsaal ein Literarischer Kammermusikabend mit Musik von Paul Hindemith, Pavel Haas und György Ligeti. Es rezitiert Roman Knižka. Schlaglichtartig beleuchtet das Programm einschneidende Ereignisse rechter Gewalt aus den letzten Jahrzehnten.

Am 4. November werden ab 11 Uhr zwölf neue Stolpersteine in Speyer verlegt.

Am 4. November um 19 Uhr ist in der Synagoge Beith Schalom eine Musikalische Lesung „Es blüht hinter uns her...“ Im Zentrum stehen Hilde Domin und ihre lyrischen Weggefährten. Selma Meerbaum, Rose Ausländer, Hilde Domin und Paul Celan formen mit ihren Gedichten das Gerüst für eine kleine Kulturgeschichte von Czernowitz im Holocaust. Marion Tauschwitz, die Hilde Domin als engste Mitarbeiterin und Freundin zur Seite stand, ist eine leidenschaftliche Erzählerin. Mit fundiertem Wissen entführt sie ihre Zuhörer in eine andere Zeit. Musikalisch umrahmt wird die Lesung von dem Saitenvirtuosen Adax Dörsam.

Am 9. November, 18 Uhr, ist am Gedenkstein der ehemaligen Synagoge in der Hellergasse die Gedenkveranstaltung an die Pogromnacht 1938.

Zum Abschluss ist am 14. November um 16 Uhr im Dom ein Konzert „Meisterwerke der Synagoge“ mit Musik von Salomone Rossi, Louis Lewandowski, Salomon Sulzer, Samuel Lampel, Heinrich Schalit und anderen. Seit vielen Jahrzehnten pflegt der Leipziger Synagogalchor diese Gesänge, vor allem die der liberalen Tradition des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Für dieses Konzert wurden einige der berührendsten und beeindruckendsten Werke ausgewählt – aus verschiedenen Ländern (Deutschland, Österreich, Italien, USA) und aus verschiedenen Epochen (Renaissance, Romantik, Moderne). Es erklingen große Psalmkompositionen neben Bearbeitungen traditioneller liturgischer Gesänge. Solisten: Susanne Langner (Alt) und Falk Hoffmann (Tenor). Die Leitung hat Ludwig Böhme.

Karten

Für die Veranstaltungen, die Eintritt kosten, gibt es ab sofort Karten in der Tourist-Info und bei allen Reservix-Stellen, also auch beim RHEINPFALZ-Ticket-Service. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln, im Moment also 2G+. Mehr Infos unter www.speyer.de/schum-kulturtage.

Das Gropius-Quartett gibt einen Kammermusikabend.
Das Gropius-Quartett gibt einen Kammermusikabend.
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