Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Ziel für St. Ludwig: Erste Trauungen im kommenden Jahr

St. Ludwig: Blick von der Predigergasse aus.
St. Ludwig: Blick von der Predigergasse aus.

Wie weit ist die angekündigte Umgestaltung von St. Ludwig zur „Traukirche“? Und wie steht es eigentlich um den Brandschutz auf dem Gelände?

Das Areal des früheren Bistumshauses mit Kirche St. Ludwig ist am Donnerstag Thema im Stadtrat. Es geht dabei nicht nur um den Umbau des früheren katholischen Gotteshauses zur „Traukirche“. Die Anfrage stammt von den Freien Wählern: Sie verweisen auf schon 2023 bekannt gewordene Brandschutzmängel im Bereich St. Ludwig/Ludwigscarrée zwischen Johannesstraße und Korngasse. „Sind diese Mängel inzwischen behoben?“, wollen sie in der Stadtratssitzung am Donnerstag, 3. April (17 Uhr, Stadtratssitzungssaal), wissen. Fraktionsvorsitzender Claus Ableiter weiter: „Wenn nein, wann ist mit der Behebung der Mängel zu rechnen“? Er fragt zudem nach dem aktuellen Konzept für die Kirchenumgestaltung.

Das frühere Bistumshaus-Gelände ist im vergangenen Jahrzehnt in zwei Teile aufgespalten worden. Im einen Teil hat ein Bauträger das Wohnviertel „Ludwigscarrée“ mit 55 Eigentumswohnungen entwickelt. Den anderen Teil prägt die historische Ludwigskirche, die kein Gotteshaus mehr ist. Sie gehört ebenso wie der Hof davor Privatfrau Doris Grethen, die aktuell den Umbau für eine neue Nutzung plant. Beim Brandschutz – die Stadt sprach 2023 von einer „anscheinend fehlerhaft hergestellten Brandwand“ zwischen den Wohnungen und der Kirche – sieht sie nicht sich, sondern die andere Seite am Zug. Aus ihrer Sicht gebe es noch Mängel.

Zufrieden mit Stand der Pläne

Ein Stück weitergekommen ist Grethen beim Projekt in ihrer Verantwortung: der Wiederbelebung des Kirchengebäudes. Die Investorin teilt auf Anfrage mit, dass die 2024 vorgestellte Planung weiter aktuell sei. Sie hatte nach dem Kauf von St. Ludwig 2020 zunächst Gastronomie, dann einen Raum für Urnenbeisetzungen vorgesehen, beides aber wieder verworfen. Städtischen Rückhalt hat sie nun nach eigenem Bekunden für ihre „Traukirchen-Idee“: Darin sollen auf Wunsch der Brautpaare standesamtliche, aber auch freie Trauungen stattfinden, ergänzt von anderen, noch nicht konkret geplanten Veranstaltungen.

„2026 sollen die ersten Trauungen stattfinden“, betont Grethen. Sie habe ihre Pläne inzwischen mit dem Denkmalschutz abgestimmt und das Okay zu grundsätzlichen Punkten wie einer Verlängerung der Empore und einer Öffnung der Außenmauer zur Korngasse hin. Der nächste Schritt seien nun archäologische Sondierungen (weil Fundamente nötig werden), danach der Bauantrag, den sie im Fall einer Genehmigung schrittweise abarbeiten würde: Die Arbeiten im Inneren der profanierten Kirche – vor allem mit den Gewerken Sanitär und Elektro – hätten Vorrang, damit diese tatsächlich ab kommendem Jahr als Veranstaltungsraum dienen könne.

Nebengebäude-Plan zurückgestellt

Grethen plant zudem die Aufstockung des Nebengebäudes zur Predigergasse hin, stellt diese aber nun zurück. Unter anderem an diesen Plänen hatte sich Kritik im städtischen Gestaltungsbeirat entzündet. Parallel zu den aktuellen Planungen entstehe das Finanzierungskonzept für ihr Millionenprojekt, so Grethen. Sie müsse sehr genau hinschauen, wie sich die Ausgaben refinanzieren lassen und ob Zuschüsse möglich sind. Bisher habe sie seit Jahren Ausgaben, aber eben keine Einnahmen mit der Kirche.

Was das Interesse an Trauungen im reizvollen Ambiente der nach dem Dom ältesten Kirche Speyers angeht, ist die Eigentümerin zuversichtlich. Das habe ihr auch das Standesamt bestätigt, das schon von einer mangelnden Verfügbarkeit besonderer Trauorte berichtet hatte. Die Investorin ist überzeugt: „Wenn zusätzliche Trauungen nach Speyer kommen, dann profitiert die ganze Stadt davon.“

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