Speyer
Wunsch nach mehr Tempokontrollen in vielbefahrener Speyerer Straße
Als Nils Reinle kürzlich in der Pistoreigasse in der Altstadt selbst geblitzt wurde, wunderte er sich doch sehr über die Standortwahl der Kontrollstelle. „Diese Gasse ist so eng, dass dort sicherlich keine ,Raser’ unterwegs sind. Ich kann mir kaum vorstellen, dass hier ein Unfallschwerpunkt vorliegt.“ Viel dringender wären aus seiner Sicht Kontrollen in der Industriestraße, in die die Straße Am Flugplatz mündet, in der Reinle mit seiner Familie lebt. Dort habe er bislang aber noch keine gesehen.
„Hier fahren Lkw und Pkw oft mit stark überhöhter Geschwindigkeit“, sagt Reinle. Seine Kinder, zehn und zwölf Jahre alt, müssten die vor allem von vielen Lkw befahrene Industriestraße jeden Morgen auf dem Weg zur Schule überqueren. „Das bereitet mir erhebliche Sorgen.“ Der Bereich rund um die Industriestraße weist zwar viele Gewerbebetriebe auf, es wohnten aber auch noch andere Familien mit Kindern dort, berichtet Reinle. Den parallel verlaufenden Bereich der Rheinhäuser Straße dazugenommen, seien es noch viel mehr. Dort gilt Tempo 30, was ebenfalls oft nicht eingehalten werde.
Stadt: Drei Kontrollen
Die Stadtverwaltung sieht auf Anfrage keine Versäumnisse in der Industriestraße, wo Tempo 50 zulässig ist. Diese werde auch künftig regelmäßig in die Überwachung einbezogen, kündigt sie an. Seit Übernahme der Kontrollen im Juli 2025 hätten ihre Leute dort dreimal geblitzt, wobei in der Summe von 905 Fahrzeugen 15 beanstandet worden seien. Sechs davon seien es bei einer Kontrolle auf Höhe der Hausnummer 50 gewesen, ebenfalls sechs in Höhe der Schrebergarten-Parzelle Nummer 98 und drei bei Hausnummer 42. Gemessen worden sei dabei jeweils in beide Richtungen. Absoluter Höchstwert: 69 Kilometer pro Stunde.
„Auf Grundlage der bisherigen Kontrollergebnisse sieht die Straßenverkehrsbehörde keinen erhöhten Kontrollbedarf in der Industriestraße“, teilt Verwaltungssprecherin Anke Illg mit. Priorität hätten Strecken mit erhöhtem Schutzbedarf – Tempo-30-Zonen sowie Straßen im Umfeld von Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen – und solche, auf denen es bei vorherigen Kontrollen erhöhte Beanstandungsquoten gab. 2025 hatte es laut Stadt die meisten Verwarnungen in der Oberen Langgasse, Großen Himmelsgasse und Petschengasse gegeben.
Bürger gefragt
„Die Auswahl der Kontrollorte erfolgt unter anderem auf Grundlage von Hinweisen und Beschwerden aus der Bürgerschaft“, erklärt Illg. Bürger könnten sich dafür unter E-Mail strassenverkehr@stadt-speyer.de melden. Mit der bisherigen Praxis bei der Auswahl fahre die Stadt gut und müsse diese nicht grundsätzlich anpassen, so eine Bilanz nach einem guten halben Jahr. Ebenfalls ein Ergebnis: In einzelnen Bereichen habe die Disziplin der Fahrer schon zugenommen; als Beispiele dafür werden die verkehrsberuhigten Zonen rund um den Domplatz und die Dreifaltigkeitskirche genannt.
Familienvater Reinle würde sich das auch für die Industriestraße wünschen. „Ich sehe jeden Morgen, was dort abgeht“, betont er. Er müsse seinen Kindern über Straße helfen, weil es immer wieder rasende Pkw und Lkw gebe. „Mir kann keiner erzählen, dass das hier ein normales Geschwindigkeitsgefüge ist.“ Er sehe einen „Raser-Hotspot“ in diesem Bereich und hoffe weiterhin auf mehr Kontrollen.