Speyer
Nach ersten Tempo-Kontrollen: Hier blitzt’s besonders oft
Besonders häufig ist das in der Oberen Langgasse passiert. Dort gilt seit 2025 Tempo 30 – zumindest auf dem Papier. Doch daran wird sich oft nicht gehalten: 615 Geschwindigkeitsverstöße hat die Stadt in den ersten knapp sechs Monaten dort geahndet. „Das wundert mich nicht“, sagt eine Mitarbeiterin der Seniorenresidenz Storchenpark, die in der Oberen Langgasse ansässig ist. Werde das Messgerät in der Straße aufgestellt, leuchte es eigentlich dauernd Rot auf, hat sie beobachtet.
Viele Autofahrer seien „eher mit 50 als mit 30“ Kilometern pro Stunde in der Straße unterwegs. Für sich genommen sei das schon gefährlich, es erschwere aber zudem die Ausfahrt aus der Tiefgarage vor Ort. Die Situation sei wegen parkender Autos außerdem unübersichtlich. Schilder, die sowohl auf das Tempo als auch auf das Seniorenheim samt betreutem Wohnen mit fast 200 Bewohnern und das nahe Salierstift hinweisen, hätten bisher zu keiner Verbesserung geführt. „Vielleicht bringt es was, wenn der Blitzer öfter aufgestellt wird“, hofft die Mitarbeiterin.
Im Schnitt 68 Verstöße pro Messung
Neunmal hat die Stadt bisher nach eigenen Angaben in der Oberen Langgasse „geblitzt“ – und damit so häufig wie in keiner anderen Straße unter den zehn mit den meisten Verstößen. 68 Temposünder sind im Schnitt pro Messung ins Netz gegangen. Auch in dieser Statistik liegt die Obere Langgasse vorne.
Dahinter folgt mit etwas Abstand die Große Himmelsgasse mit 479 Blitzerfotos bei acht Kontrollen. Eine dreistellige Anzahl zu schnell fahrender Autos haben städtische Mitarbeiter zudem in Petschengasse (259, sieben Kontrollen) und Hirschgraben (210, sechs Kontrollen) erwischt. Es folgen Lindenstraße (70, zwei Kontrollen) und Schützenstraße (67, drei Kontrollen), in der trotz oft geschlossener Bahnschranke mehrfach schneller gefahren wird als die erlaubten 30 „Sachen“. Den bisherigen Negativrekord hält ein Fahrer in der Heinkelstraße, dessen Wagen auf Höhe des Flugplatzes mit 96 statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde gemessen worden war. Die Straße ganz im Süden Speyers ist aber nicht unter den zehn mit den meisten Tempo-Sündern des bisherigen Messzeitraums.
Die Straßen passen ins Raster
In der Hafenstraße sind bei der bisher einzigen Kontrolle 44 Verstöße aktenkundig geworden – und damit drei mehr als in der Gilgenstraße, wo es mit Tempo 20 seit rund einem Jahr eine Besonderheit gibt. 40 Mal hat es in der Schwerdstraße und 33 Mal in der Burgstraße geblitzt – allerdings bei insgesamt vier, beziehungsweise drei verschiedenen Kontrollen.
Die Verwaltung hatte angekündigt, den Schwerpunkt auf die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen einerseits, und von Seniorinnen und Senioren andererseits zu legen und in Bereichen mit entsprechenden Einrichtungen verstärkt zu kontrollieren. Insofern passt die Burgstraße mit dem Awo-Seniorenhaus genau wie die Obere Langgasse ins Raster. Straßen mit Schulen oder Kindergärten sind dagegen bisher nicht unter denen mit den meisten Verstößen.
Für die Stadt ist es noch zu früh, nach dem bisherigen Messzeitraum Aussagen über Schwerpunktstraßen oder über Rückschlüsse zu treffen. „Entsprechend werden die weiteren Entwicklungen zunächst beobachtet“, teilt eine Verwaltungssprecherin mit. Die Kontrollen würden in den kommenden Monaten weitergehen.