Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Weinstube „Kardinal 2“: Neue Besitzer aus Mannheim übernehmen schrittweise 2025

Die alten und die neuen Betreiber mit Stadt-Vertretern (von links): Ralph Siekmann, Matthias Kowalke, Eddy und Loredana Kolb, Ma
Die alten und die neuen Betreiber mit Stadt-Vertretern (von links): Ralph Siekmann, Matthias Kowalke, Eddy und Loredana Kolb, Mario Daum (Wirtschaftsförderer der Stadt) und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler

In diesem Frühjahr erst hat Matthias Kowalke, Inhaber und Geschäftsführer der Weinstube „Kardinal 2“, im Gespräch mit der RHEINPFALZ angekündigt, das Haus verkaufen und aus der Gastronomie aussteigen zu wollen. Seit wenigen Tagen hat das Objekt neue Besitzer: Loredana und Eddy Kolb.

Die neuen Besitzer der Weinstube „Kardinal 2“, Loredana und Eddy Kolb, kommen aus Mannheim. Er ist 36, sie 34 Jahre alt. Sie werden das im Jahr 2007 von Matthias Kowalke und Ralph Siekmann gegründete und seither zu einer Speyerer Institution entwickelte Haus künftig auch betreiben. Vorerst bewirten Siekmann und Kowalke das Haus in der Korngasse weiter. Kowalke ist nun aber nur noch Mieter.

Siekmann, bis jetzt auch Bewohner der 105 Quadratmeter großen Wohnung mit Dachterrasse über den Gasträumen, ist in diesen Tagen in das nahegelegene „Kardinal 1“ gezogen. Dort wohnt auch Kowalke. Das Anwesen war früher Heimat seiner Aras, Kunstatelier, Austragungsort für Weinseminare und Location für Feiern, Feste und Empfänge.

Schon immer hier wohlgefühlt

„Wir haben uns im Kardinal 2 dort schon immer sehr wohl gefühlt, unsere ganze Familie geht dort seit Jahren essen“, begründet Loredana Kolb auf RHEINPFALZ-Anfrage ihr Interesse an der Weinstube. Dadurch sei es zu Gesprächen über den geplanten Verkauf gekommen. Das Thema habe sie nicht mehr losgelassen. „Es fühlte und fühlt sich immer noch einfach richtig an“, sagt sie. Am Kauf beteiligt sei auch ihr Bruder Alessio. „Mein Bruder, mein Mann und ich meistern gerne Projekte in dieser Konstellation und unterstützen uns, jeder mit seinen Stärken“, erläutert sie.

Eddy Kolb hat die Ausbildung zum Hotelfachmann im Hotel und Restaurant „Adler-Post“ in Schwetzingen absolviert und mehrere Jahre in der Gastronomie mit Schwerpunkt Service im Restaurant gearbeitet. Loredana Kolb leitet heute eine Hausverwaltung mit Schwerpunkt Wohnungseigentümergemeinschaft- und Mietverwaltung in Mannheim. „Als Kind hatte ich aber schon den Traum, irgendwann einmal mein eigenes Hotel zu führen. Im Laufe meiner Schulausbildung habe ich deshalb viele Praktika in Hotels und Restaurants absolviert“, skizziert sie ihren Bezug zur Gastrobranche. Ihr Bruder Alessio steigt als selbstständiger Elektromeister neu ins Gastrobusiness ein.

Grundkonzept bleibt bestehen

„Der Verkauf an die jungen Leute ist für mich der Jackpot. So empathisch, so gastfreundlich, so offen, höflich und gleichzeitig zupackend wie sie sind“, führt Kowalke seine Nachfolger im Gespräch mit unserer Zeitung fast schon schwärmerisch beim Speyerer Publikum ein. Dass das Ehepaar das Grundkonzept wie bisher weiterführen, dabei aber spürbar verjüngen und Neues wagen wollen, gefällt ihm. Gastronomie brauche immer Veränderung. In der direkten Nachbarschaft habe sich das unter anderem mit dem „Sux“ und gerade im „Café Plüsch“ gezeigt. „Für uns wird es Zeit zum Aufhören“, sagt er.

Die Nachfolger lässt er aber nicht ohne Rettungsring ins kalte Wasser springen: Bis 31. Dezember 2025 läuft sein Mietvertrag. So lange bewirten noch Siekmann und Kowalke die Gäste. Das Personal – fünf Köpfe, teils schon mehr als zehn Jahre im Haus – wird vom Ehepaar Kolb komplett übernommen. Die Neuen nutzen auch das bestehende enge Lieferantennetz. „Am Ende haben wir es rund 20 Jahre lang gemacht. Los ging es einmal als Café mit Käsekuchen“, erinnert Kowalke. Zuvor befand sich in dem Ladenlokal ein Chinabasar.

Ab Frühsommer 2025 wird Eddy Kolb im „Kardinal 2“ die Gäste mit empfangen. Dann startet sein „Traineeprogramm“ – die Einführung in die spezifischen Abläufe und Prozesse der Weinstube. Dazu stehen eine Renovierung sowie Investitionen in Räume und die Küche an.

„Wir planen selbst nicht, am Herd zu stehen, das überlassen wir dem Fachpersonal. Mein Mann wird das Lokal weiterführen und den Tagesbetrieb aktiv begleiten. Mein Bruder und ich werden mit administrativen Aufgaben betraut sein“, beschreibt die neue Eigentümerin die Aufgabenverteilung. „Wir möchten das Konzept, das Ambiente, den Ruf und vor allem den Kundenstamm nicht ändern“, stellt sie klar.

Regelmäßig soll künftig auch wieder alle zwei Monate neue Kunst an den Wänden gezeigt werden. Zunächst jedoch macht das „Kardinal 2“ Winterpause. Wie seit einigen Jahren Usus für Kowalke und Siekmann, überwintern sie in ihrer „zweiten Heimat“ Marokko. Danach wollen sie mit Elan in ihr dann letztes Jahr als Gastwirte in Speyer starten.

Bleiben wird der Name des Lokals: Es ist der Familienname der Mutter von Matthias Kowalke. Sie war eine Kardinal. „Den Namen habe ich mir schützen lassen für diesen Zweck. Eddy und Loredana Kolb habe ich es erlaubt, ihn weiter zu nutzen.“

Mehr zum Thema
x