Speyer Wasser fasziniert die Kinder

Spiel, Spaß und Stimmung war am Sonntag am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Harthausen angesagt. Zum fünften Mal hat sie gemeinsam mit dem Förderverein St. Florian ein Feuerwehrfest für alte und junge Kameraden, Freunde und die ganze Familie organisiert.
Wie zeitgleich der amerikanische Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel im bayerischen Krün, genießen die zahlreichen Festgäste in Harthausen Weißwurst und Weißbier zum Feuerwehr-Frühschoppen. Im vorausgegangenen Gottesdienst hat Pfarrer Josef Metzinger für mehr Verständnis der Bevölkerung für die drei weiblichen und 17 männlichen Harthausener Feuerwehrleute geworben, die sich für ihren ehrenamtlichen Dienst auf Abruf neben Familie und Beruf einsetzten. Musikalisch begleitete die Blaskapelle Dudenhofen den Gottesdienst. Bevor Steaks, Würste und erstmals auch Schweinshaxen auf die Biertische kommen, ernennt Verbandsbürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) feierlich Alexander Kämmerer zum Gerätewart und Tobias Seitzmayer zum Sicherheitsbeauftragten. „Gibt es alkoholfreies Weißbier?“, fragt Ortsbürgermeister Harald Löffler (CDU), der früher als geplant aus dem Familienurlaub zurückgekommen ist. „Ich wollte das Fest nicht versäumen“, erklärt er. Für seinen Dudenhofener Kollegen Peter Eberhard (CDU) ist das Harthausener Feuerwehrfest ein absolutes Muss, betont er: „Damit demonstrieren die Wehren ihre Selbstständigkeit und das sollte man unbedingt pflegen.“ „Die Haxe ist unser Küchenhighlight“, erklärt Wehrführer Frank Sammet die rege Nachfrage der Besucher. 20 von Feuerwehr-Freunden selbst gebackene Kuchen gibt’s bei Stefanie Endres im schattigen und kühlen Gerätehaus. „Fanta- und Erdbeerkuchen sind die Renner“, weist die Feuerwehrfrau auf mittags bereits geleerte Kuchenplatten hin. Gefühlte 20 Grad heißer ist es unter dem Festzelt, wo sich Johann Sammet mit Kaffee und Kuchen niedergelassen hat. Er organisiere bunte Abende für alte Kameraden in Dudenhofen, erzählt der Senior von neuen Aufgaben nach 30 Jahren aktiver Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Früher gab es mehr Aktive“, berichtet er von zahlreichen Landwirten und Geschäftsleuten unter den Kameraden seiner Generation. „Dafür ist die Freiwillige Feuerwehr heute viel besser ausgerüstet“, betont Sammet und begrüßt Wolfgang Fischer und Eduard Lehr, die sich um die Alterskameraden in Harthausen und Hanhofen kümmern. Ein paar Meter entfernt haben die Jugendwarte Mathias Stohr und Jens Niedermeyer gerade den Kinder-Geschicklichkeitsparcours aufgebaut. „Den haben wir uns selbst ausgedacht“, sagt Stohr, der vor elf Jahren in die (Jugend-)Feuerwehr eingetreten ist. „Ich wäre froh, wenn heute zwei oder drei Kinder hängen bleiben würden“, hofft Niedermeyer darauf, den Nachwuchs für die Feuerwehr begeistern zu können. „Die größte Faszination hat heute das Wasser auf die Kinder“, sagt Stohr. Die ganz Kleinen versuchen sich derweil am Aufstieg zur ausgefahrenen Leiter, an deren Spitze die Feuerwehrfahne flattert. „Um 16 Uhr ist Preisverleihung“, kündigt Frank Sammet den Kinder-Höhepunkt des Nachmittags an. Schul- und Kindergartenkinder hätten dafür in den vergangenen Tagen ein Feuerwehrrätsel gelöst. „Für die Sieger gibt es Gutscheine, einlösbar in der Eisdiele.“ „Das Auto kommt“: Aufgeregt verkündet Joshua seinen Eltern die Ankunft des Einsatzfahrzeugs, in dem die jungen Feuerwehrfestbesucher ab sofort auf Tour durchs Dorf gehen können – das eingeschaltete Martinshorn inbegriffen. „Wir hätten gerne heute das neue Fahrzeug übernommen“, berichtet Sammet von verzögerter Lieferung. „Die Übergabe ist jetzt fürs Tabakdorffest geplant.“ (kya)