Speyer
Viele freie Termine in der Impfstelle
„Wer sich heute beim Landesportal anmeldet, kann morgen in der Stadthalle einen Termin bekommen. Es sind viele Termine frei“, sagte Peter Eymann, Stadtfeuerwehrinspekteur sowie städtischer Impfkoordinator, am Donnerstag gegenüber der Presse. 1012 Personen seien bis Mittwoch am neuen Standort mit einer Injektion gegen die Auswirkungen des Coronavirus geschützt worden. Die Stadt als Betreiber wolle die Frequenz erhöhen, indem sie an allen Öffnungstagen auch freies Impfen ohne Termin ermögliche (Eymann warb: „Die Mittagspause reicht dafür aus“). Für Minderjährige kämen Sonderimpfaktionen an den nächsten Samstagvormittagen hinzu.
Eymann und OB Stefanie Seiler zeigten sich trotz der zuletzt schwachen Nachfrage überzeugt, dass der Umzug der Stelle vom ehemaligen Stiftungskrankenhaus in die Stadthalle die richtige Entscheidung war. Am beengten früheren Standort seien die Arbeitsbedingungen bescheiden und keine ordentliche Lüftung möglich gewesen. Außerdem erwarten sie, dass die Nachfrage wieder deutlich ansteigt. „Wir denken nicht nur kurzfristig“, erklärte Eymann.
Boosterung von Jugendlichen
Seine Rechnung geht folgendermaßen: Die Verfügbarkeit des ersten sogenannten Totimpfstoffs Novavax werde an dem anziehenden Betrieb zwischen Februar und April ebenso einen Anteil haben wie zu erwartende, auf die Omikron-Variante angepasste mRNA-Impfstoffe. In den Monaten danach werde die Boosterung von Jugendlichen eine größere Rolle spielen – und dann seien da noch die rund 25 Prozent Ungeimpften, die man ebenfalls erreichen wolle. Die Prognose des Impfkoordinators: „Es wird wieder losgehen, und dann sind wir zur Stelle.“
OB Seiler sieht vor allem bei den 60- bis 70-Jährigen in Speyer noch ein beträchtliches Potenzial, um bisher Ungeimpfte zu mobilisieren. Sie erwartet nun das für Februar angekündigte Bund-Länder-Konzept, wie lange die Impfzentren und kommunalen Impfstellen geöffnet bleiben sollen. Das werde wohl mindestens bis Ende des Jahres der Fall sein. Sie plädiere aber dafür, auch noch im Frühjahr 2023 in der Stadthalle zu impfen. Derzeit belegt die Impfstelle dort alle öffentlichen Räume, das müsse aber nicht immer so sein, betonten Seiler und Eymann. Für wichtige Veranstaltungen könne die Einrichtung in ein bis eineinhalb Tagen ausgeräumt sein. Die Stadtverwaltung wolle das Impfzentrum auf keinen Fall wie im September 2021 wieder schließen und wenige Monate danach feststellen, dass es doch wieder benötigt wird. Seiler plädierte für niedrigschwellige Impfangebote auch in den Sommermonaten.
Kritik aus dem Rathaus
Kritik äußerte sie daran, dass bundesweit relativ kurzfristig entschieden worden sei, dass der Genesenenstatus nach Infektionen nun nur noch drei statt zuvor sechs Monate gilt. Das sei ebenso problematisch wie die Ausnahme davon für Bundestagsabgeordnete im Parlament.
