Otterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Vereinsförderung: SPD will mehr Transparenz, Mehrheit lehnt ab

Wird auch mit Geld bedacht: der Hundesportverein Otterstadt.
Wird auch mit Geld bedacht: der Hundesportverein Otterstadt.

Die SPD fordert, dass die Vereinsförderrichtlinien überarbeitet werden. Sie sagt, dass die bisherige Förderpraxis der Gemeinde ein Gefühl der Ungleichbehandlung vermittele.

SPD-Fraktionschefin Bianca Staßen begründete ihren Antrag in einer Sitzung des Hauptausschusses damit, dass die derzeitigen Richtlinien zur Vereinsförderung überaltert und in ihrer Anwendung intransparent seien. Die ursprünglichen Richtlinien stammen aus dem Jahr 1981 und wurden bislang sechs Mal geändert – zuletzt im Oktober 2015. Staßen nannte die Förderrichtlinien von Altrip als gutes Beispiel, an dem sich Otterstadt orientieren könne. Das Ziel ihrer Fraktion sei, eine klare, gerechte und verständliche Grundlage für die Förderung des vielfältigen Vereinslebens in Otterstadt zu schaffen. Die Vereine seien wichtig für die Jugendarbeit und das gesellschaftliche Miteinander im Dorf.

Otterstadts Erster Beigeordneter Lothar Ritthaler (CDU) widersprach dem Vorwurf der Intransparenz und argumentierte, dass der Gemeinderat entscheide, ob die Förderung mit den Richtlinien vereinbar sei. Laut Richtlinie erhält jeder Verein jährlich einen Festbetrag, die Förderhöhe orientiert sich an der jeweiligen Vereinssituation. Ritthaler zufolge sind dafür im Haushalt pro Jahr insgesamt rund 25.000 Euro vorgesehen. Hinzu kämen noch Investitionskostenzuschüsse. Zuletzt seien vier Vereine, zusammengerechnet mit 24.000 Euro bedacht worden. Die Zuschüsse werden aus dem laufenden Haushalt finanziert. „Die Richtlinien sind so in Ordnung und sollen so bleiben“, sagte Ritthaler, der auch mit den Dudenhofener Förderrichtlinien argumentierte, die jüngst im November 2025 geändert wurden und den Otterstadter ähnelten. BIO-Sprecherin Birgid Daum sprang ihm zur Seite und verwies auf den Haushaltsplan.

Vereinsförderung ist freiwillige Leistung der Gemeinde

Staßen verdeutlichte, dass es ihr nicht um die Summe an sich ginge, sondern darum, warum welcher Verein wie viel Geld bekommt und welche Rolle die Betriebskosten spielten. Ihren Erfahrungen zufolge kommt es vor, dass mitgliederschwache Vereine genauso viel Geld bekämen wie mitgliederstarke. Dadurch gebe es ein Gefühl der Ungleichbehandlung in der Vereinswelt, berichtete die SPD-Frau. Der Ortsgemeindespitze konnte dieses Gefühl nicht bestätigen. Ortsbürgermeister Theo Böhm (CDU) machte außerdem deutlich, dass die Vereinsförderung eine freiwillige Leistung sei. Würde sich die finanzielle Situation der Gemeinde verschlechtern, müsste über die Zuschüsse sowieso noch einmal gesprochen werden. Des Weiteren brachte der Ortschef den Arbeitsaufwand für seine Mitarbeiterinnen im Rathaus vor, die bereits jetzt genug Arbeit hätten. in Altrip gebe es eine regelmäßige Datenerhebung, um die Zuschüsse für die Vereine zu berechnen. Das sei im Rathaus in Otterstadt nicht leistbar. „Dann muss man sich fragen, sind mir die Vereine die Arbeit wert oder nicht“, kommentierte Alina Löffel-Staßen (SPD). Ihre Mutter hatte noch vorgeschlagen, den Initiator der Altriper Vereinsförderrichtlinien einzuladen und über das Modell referieren zu lassen. Der Antrag wurde allerdings mehrheitlich von CDU, BIO und grüne kommunale Liste abgelehnt. SPD und FDP hatten dafür gestimmt, die Richtlinien zu überarbeiten.

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