Fussball
Uwe Rapolder Interimstrainer des TuS Mechtersheim
Uwe Rapolder (66) soll Oberligist TuS Mechtersheim interimsmäßig als Trainer übernehmen. Der erfahrene Proficoach springt kurzfristig auf Vermittlung von Mechtersheims Berater Orhan Lokurlu nach der Entlassung von Marco Göbel (30) zuvor ein. Rapolder leitet die Einheit am Donnerstagabend und sitzt am Samstag (15 Uhr) im Heimspiel gegen SC Idar-Oberstein auf der Bank.
Rapolder führte 2001 den SV Waldhof in die 2. Bundesliga. Profistationen bei LR Ahlen, Arminia Bielefeld, 1. FC Köln, TuS Koblenz, Karlsruher SC schlossen sich an. Zuletzt betreute er vor zehn Jahren SG Sonnenhof Großaspach. In der vergangenen Saison fungierte der 66-Jährige als Berater von Verbandsligist VfR Heilbronn.
Klopp referiert
„Es hat einfach nicht gepasst“, sagte Sportdirektor David Demmerle im Gespräch mit unserer Zeitung über die Entlassung von Marco Göbel (30) und dessen Assistenten Myeong-hwan Lee (25) am Mittwoch. Das Duo trat erst vor wenigen Wochen den Dienst im Dorf an. Nun laufe es auf Torwarttrainer Volker Klein als Assistent heraus.
Noch am Mittwochmittag, da weilte Göbel auf einem Trainerkongress in Würzburg, bei dem Jürgen Klopp als Referent auftrat, äußerte sich der da noch im Amt befindliche jetzige Ex-TuS-Trainer voller Zuversicht mit Blick auf den Saisonauftakt gegen den Aufsteiger: „Wir freuen uns extrem, wollen unser Spiel durchbringen. Das Ziel ist der Klassenerhalt, und dafür werden wir alles tun. Wir müssen von der ersten Minute an voll auf dem Platz sein, uns auf dem Platz gegenseitig helfen, eine Verbindung zwischen unseren Spielern herstellen. Die Mannschaft ist extrem hungrig, willig und positiv gestimmt. Das habe ich so noch nicht erlebt.“
Göbel zuversichtlich
Gerade wegen des großen Umbruchs, von der Stammelf des Vorjahres seien nur noch drei oder vier Spieler da, habe er das Kollektiv stärken müssen. Dennoch gebe es gerade mit Kapitän Felix Brand und Abdulkerim Cakar, „der alles dafür tut, um zu 100 Prozent fit zu werden“, auch Akteure, die für diese Klasse herausragende Qualität besitzen.
Das Team sei im Trainingslager am vergangenen Wochenende noch enger zusammengerückt. Viele Spieler, die unter seinen Amtsvorgängern kaum Chancen bekamen, seien nun heiß auf Einsätze. Göbel: „Wir sind bereit.“ Der Trainer hoffte, dass er dennoch weitere Neuzugänge, insbesondere für die Abwehr und das Mittelfeld, erhält, die den Kader auch substanziell verstärken, machte aber auch klar, dass er die aktuelle Situation so annehme, wie sie sich ihm darstellte.
Neuzugang Copota
„Es gab eben viele Fragezeichen bei der Kaderplanung. Aber ich kann mich da voll mit identifizieren. Es kommt eben oft anders, als man es plant, auch wenn ich mir gewünscht hätte, die Säulen der Mannschaft weiter im Team behalten zu können“, so der Mainzer. Mit Silviu Capota steht seit dieser Woche ein weiterer junger Fußballer im TuS-Kader, der zuletzt für die Unter-19-Jährigen des Karlsruher SC auflief, allerdings zuletzt wenig Praxis sammelte.
Fürs Wochenende auf der Ausfallliste stehen noch die verletzten Isa Dayakli und Josip Saravanja. Ansonsten umfasste das Aufgebot, mit dem Mechtersheim in die Saison geht, am Mittwoch laut Göbel 19 Feldspieler und zwei Torhüter. Nach seiner Entlassung bestätigte er im Gespräch mit unserer Zeitung generell unterschiedliche Auffassungen, was Führung, sportliche Ausrichtung und Spielgestaltung betreffe.
Der Abschied
Am Mittwoch leitete Göbel seine letzte Einheit: „Es ist extrem schade. Die Bindung zu den Spielern war groß.“ Ihre Reaktionen zeigten, dass sie sehr, sehr traurig seien: „Ich respektiere die Entscheidung des Vereins. Das gehört zum Geschäft.“ Er stehe nicht für einen autoritären, sondern für einen kommunikativen Stil.
Spielweise und Aufstellung betreffend, könne er keine Kompromisse machen. Der Trainer betonte, keine schmutzige Wäsche waschen zu wollen: „Ich habe im Verein tolle Menschen kennengelernt, die mithelfen. So habe ich das noch nie erlebt. Es ist nicht entscheidend, wie man kommt, sondern wie man geht. Ich gehe mit Würde und Anstand.
