Speyer Turmfalken: Absturz am Dom
Das Domkapitel hatte im Juni über die Besonderheit berichtet, gleich zwei Turmfalken-Brutstellen an der Kathedrale zu haben – davon eines in der Regenrinne an einem der Osttürme. Laut Sven Ofer, ehrenamtlicher Vogelsachverständiger, waren am Dom in den vergangenen zwei Monaten vermutlich sechs Junge geschlüpft. Sie seien inzwischen rund um die Türme schon am Fliegen. Voraussichtlich in diesem Herbst würden sie dann das elterliche Revier verlassen.
Bei einem Tier kommt es dazu nicht mehr: Es ist am Dienstag nach einem Absturz verendet, wie die Feuerwehr auf Anfrage mitteilt. Sie war von Zeugen an den Domplatz gerufen worden und konnte den Vogel am Boden finden. Er sei verletzt gewesen und sollte zum Tierarzt gebracht werden, habe den Transport aber nicht überlebt. Laut Ofer könnte der Starkregen am Dienstag zur Gefahr für unerfahrene Flieger geworden sein.
Turmfalken sind Ofer zufolge nicht so selten wie die Wanderfalken, die an der Gedächtniskirche leben, oder die Uhus, die in vergangenen Jahren schon am Dom gebrütet haben. Anfang 2025 sei zwar der Ruf eines Uhus im Umfeld der Bischofskirche zu hören gewesen, es habe jedoch keine Brut gegeben. Der „Ausgleichskasten“ im Nordwestturm, der als Alternative für die mehrjährigen Bauarbeiten an den Osttürmen angebracht worden sei, habe zwar schon Uhu-Besuch gehabt, sei aber nicht besiedelt worden.
Die aktuellen Bauarbeiten mit hohen Gerüsten stellen nach Ofers Einschätzung keine größeren Probleme für die am Dom verbliebenen Brutvögel dar. Sogar auf dem Gerüst hätten Ringeltauben ihren Nachwuchs zur Welt gebracht, in Nischen der romanischen Kirche seien unter anderem Kleiber und verschiedene Meisenarten, aber auch Abendsegler-Fledermäuse zu finden.
